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Brandenburg Grippewelle wird noch heftiger in Brandenburg
Brandenburg Grippewelle wird noch heftiger in Brandenburg
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06:30 01.03.2018
Grippeimpfungen werden besonders chronisch kranken und älteren Menschen sowie Schwangeren empfohlen. Quelle: dpa
Potsdam

Die Grippewelle hat die Region voll im Griff. Dem Brandenburger Gesundheitsministerium waren Anfang Februar 1146 gemeldete Grippefälle bekannt. Das waren allerdings gut 400 weniger als vor einem Jahr.

Bei der Allgemeinärztin Kerstin Wulff saßen am Montag nach Auskunft der Sprechstundenhilfe zahlreiche schnäuzende und hustende Patienten. Vier bestätigte Influenzafälle meldet der Oberarzt der Infektiologie am Klinikum Ernst-von-Bergmann am Montag in Potsdam, Tillmann Schumacher. Dabei handele es sich um „typische“ Influenzafälle: ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen.

In ganz Deutschland fast 40000 bestätigte Fälle

Deutschlandweit wurden dem Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) von Ende 2017 bis Anfang Februar 37075 bestätigte Influenzafälle übermittelt. Das ist aber nur ein Teil der tatsächlichen Fälle. Nicht jeder Kranke geht zum Arzt und Ärzte lassen nicht bei allen Patienten mit Symptomen einen Labortest machen. Deshalb dürfte die Zahl der Erkrankungen viel höher liegen. Bislang nimmt die Grippeaktivität noch zu. In Brandenburg wütet die Grippe einer Karte des RKI zufolge besonders in den Kreisen Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und um Frankfurt (Oder) herum.

Dem RKI zufolge gehen bislang deutlich weniger Leute wegen einer akuten Erkrankung zum Arzt als in der vorhergehenden Saison. FÜr RKI-Sprecherin Marieke Degen ist das kein Anlass zur Entwarnung: „Wie heftig eine Grippewelle wirklich ist, lässt sich erst am Ende der Welle sagen.“ Die Verläufe einer Grippewelle unterschieden sich sehr stark. Meisten dauert die Grippewelle bis Anfang März. Sie kann aber auch länger hinziehen.

Die kostenpflichtige Vierfach-Impfung ist von Vorteil

„Vorherrschend sind in dieser Saison die Influenza B-Viren der sogenannten Yamagata-Linie“, sagt Degen. Rund drei Viertel aller Erkrankungen in Deutschland seien auf diesen Virustyp zurückzuführen. Eine große Rolle spielten auch Influenza A-H1N1-Viren. Auf ihr Konto gehen immerhin noch 22 Prozent der Fälle. Ausgerechnet die Yamagata-Linie ist aber in den bislang noch üblichen Dreifach-Impfstoffen nicht enthalten. Patienten, die die bisher kostenpflichtige Vierfach-Impfung bekommen haben, sind gegen die Yamagata-Linie besser geschützt. „Solche Patienten sind dieses Jahr im Vorteil“, so Degen. Einen gewissen Schutz biete aber auch die Dreifachimpfung offenbar gegen das herrschende B-Virus. Eine Impfung sei für Risikogruppen immer zu empfehlen. Selbst wenn sie keinen 100-prozentigen Schutz biete, könnten zumindest schwere Verläufe verhindert werden.

Nicht jede Erkältung ist eine Grippe

Grippale Infekte sind Erkrankungen, die nur äußerlich der Influenza ähneln. So haben viele Leute Halsschmerzen, Fieber und Schnupfen. Die Viren sind aber keine Influenzaviren.

Influenza wird durch bestimmte Virentypen und ihre Unterstämme hervorgerufen. Da sich die Viren ständig verändern, gibt es keine dauerhafte Impfung gegen die Grippe.

Derzeit berät der gemeinsame Bundesausschuss, ob der Vierfachimpfstoff in der kommenden Saison zur Standard-Grippeimpfung werden soll. Der gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Die Ständige Impfkommission des RKI hatte im Januar den Impfstoff mit Vierfach-Wirkung empfohlen. Die Barmer hatte daraufhin gemeldet, dass sie bei ihren Versicherten, die eine Impfung benötigen, „ab sofort“ die Kosten für den Vierfach-Impfstoff übernehmen. Barmer Sprecher Markus Heckmann teilt mit: „Wenn der behandelnde Arzt eine Impfung mit einem Vierfachimpfstoff empfiehlt, übernimmt die Barmer die Kosten hierfür.“ Die AOK Nordost will dagegen die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses abwarten.

Für eine Impfung wird es aber gerade jetzt mitten in der Grippewelle dringend Zeit. Der Körper braucht rund zwei Wochen, bis er nach der Spritze den Schutz aufgebaut hat. Dazwischen kann man durchaus noch krank werden. Das brandenburgische Gesundheitsministerium ruft jedes Jahr zum Grippeschutz auf. Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (Linke) hatte dies schon im vergangenen Oktober getan. „Der Herbst ist die beste Zeit, sich gegen die Grippe impfen zu lassen“, so Hartwig-Tiedt.

Von Rüdiger Braun

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