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Brandenburg Krankenkasse beruhigt: Kein Mangel an Impfstoffen in Brandenburg
Brandenburg Krankenkasse beruhigt: Kein Mangel an Impfstoffen in Brandenburg
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09:54 21.11.2018
Die Nachfrage nach Impfungen ist in dieser Saison hoch. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Potsdam

Grippe-Impfstoffe werden in vielen Teilen Deutschlands knapp. „Alles, was jetzt kommt, wird nicht mehr geimpft“, sagte etwa der Geschäftsführer der Apothekenkammer des Saarlandes, Carsten Wohlfeil. „Bei allen Lieferanten ist momentan nichts zu holen“, erklärte Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes. Auch aus anderen Bundesländern wie Sachsen, Niedersachsen und Hessen werden Lieferverzögerungen oder Engpässe gemeldet.

In Brandenburg herrscht nach Auskunft der für die Beschaffung der Impfstoffe zuständigen Krankenkasse AOK Nordost dagegen derzeit kein Mangel.

Hier gibt es seit Jahren eine Art Sammelbestellung für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. „Die Kühlschränke sind noch gut gefüllt“, sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung Berlin. Er verwies auf eine Rahmenvereinbarung mit der AOK Nordost. Die Krankenkasse organisiert die Versorgung mit Grippe-Impfstoffen seit 2011 für die drei Bundesländer gemeinsam mit den jeweiligen Apothekerverbänden. Die AOK Nordost habe sich zusammen mit diesen Partnern frühzeitig um die Liefersicherheit bemüht, sagte Susanne Dolfen, Leiterin Arzneimittelversorgung bei der AOK Nordost. „Als erste Region in Deutschland haben wir bereits im Februar 2018 den Bedarf ermittelt, so dass der Grippeimpfstoff frühzeitig bestellt werden konnte.“

Früher als sonst beim Arzt

„Die Patienten haben in diesem Jahr möglicherweise viel früher angefangen, sich impfen zu lassen“, sagte Susanne Stöcker, Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). „Ob sich auch insgesamt mehr Menschen impfen lassen oder die Impfungen nur früher stattfinden, können wir noch nicht wissen.“ Sie hält die große Grippewelle in der vergangenen Saison für einen möglichen Grund für das aktuelle Interesse. Dadurch seien vermutlich mehr Menschen für das Thema sensibilisiert.

Andere Experten verweisen auf den nun als Kassenleistung verfügbaren Vierfach-Impfstoff. Er gilt als wirksamer als derjenige mit drei Komponenten. Das Bundesgesundheitsministerium nennt als mögliche Ursachen für den Mangel neben einer höheren Nachfrage eine verspätete Bestellung von Grippe-Impfstoffen durch Ärzte und Apotheker, zu große Vorräte in manchen Arztpraxen und Apotheken sowie Direktverträge zwischen Krankenkassen und Apothekern.

Spahn lockert Regelungen

Angesichts der regionalen Engpässe lockerte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Vorschriften für die Beschaffung. Demnach können die Bundesländer bei regionalem Bedarf erlauben, dass sich Apotheken und Arztpraxen untereinander mit Grippeimpfstoff versorgen und dass aus anderen Ländern der Europäischen Union bezogene Impfstoffe in den Apotheken abgegeben werden. „Klar muss sein: Jeder, der will, muss sich gegen Grippe impfen lassen können“, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Insgesamt sind laut Ministerium in Deutschland 15,7 Millionen Dosen verfügbar. Das seien rund eine Million mehr als im vergangenen Jahr genutzt wurden.

Die Pharmakonzerne können für diese Saison keinen Grippe-Impfstoff mehr herstellen. Es dauere etwa sechs Monate, um einen üblichen Impfstoff auf Hühnereibasis zu produzieren, sagte eine Sprecherin des Herstellers Sanofi. „Zur Zahl der Vorbestellungen packen wir eine gewisse Sicherheitsmarge drauf, aber wir können nicht für 80 Millionen Menschen produzieren.“ Die Bestellungen kämen meist von Großhändlern und Apothekern. Die Wege zur Bestellung von Impfstoffen sind in den Bundesländern unterschiedlich.

Das Robert-Koch Institut rät insbesondere Menschen über 60, Schwangeren, chronisch Kranken und medizinischem Personal zu einer Grippeimpfung. Nach Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums hat die Grippe in der vergangenen Saison in Deutschland rund neun Millionen Arztbesuche ausgelöst und zu fast 2000 Todesfällen geführt.

Von MAZOnline

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