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Grippewelle erreicht Brandenburg

Influenza-Erreger Grippewelle erreicht Brandenburg

Die Erreger der Influenza breiten sich in Brandenburg aus. Die Zahl der Neuinfektionen ist in den ersten Januarwochen stark gestiegen. Experten raten Spätentschlossenen: Für eine Impfung ist es noch nicht zu spät.

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Das Risiko, an einer akuten Atemwegsinfektion zu erkranken, nimmt in diesen Tagen zu.

Quelle: dpa

Potsdam. In Brandenburg und Berlin steigt das Influenza-Risiko. Die Zahl der Neuinfektionen hat sich in den Januarwochen stark erhöht. Allein für die vierte Januarwoche geht das Robert-Koch-Institut (RKI) von etwa 140 Neuerkrankungen in Brandenburg und Berlin aus. Zu den aktuellen Brennpunkten zählen der Landkreis Potsdam-Mittelmark und die Region nordöstlich von Berlin.

Zahl der Grippe-Fälle höher als im vergangenen Jahr

Die offiziellen Zahlen des brandenburgischen Gesundheitsministeriums, die aus eindeutigen Labordiagnosen hervorgehen, belegen ebenfalls eine sprunghafte Ausbreitung der Grippe-Erreger besonders seit dem Jahreswechsel. Von der 40. Kalenderwoche 2015 bis zum vergangenen Montag wurden 162 Influenza-Fälle im Land nachgewiesen – allein 73 davon in der letzten Januarwoche. Die Zahlen übertreffen sogar noch die Werte des Vorjahres, als Brandenburg von einer besonders schwerwiegenden Grippewelle heimgesucht wurde.

Schutz vor einer Ansteckung

10 bis 14 Tage dauert es, bis sich nach einer Impfung Antikörper bilden, die vor Influenza-Erregern schützen. Idealer Zeitpunkt für eine Impfung ist der Oktober oder November.

Der Impfstoff wird die Saison über immer weiter angepasst. Mit zunehmendem Verlauf können sich neue Virus-Varianten durchsetzen, weshalb sich auch die Schutzwirkung des Impfstoffs verändern kann.

Häufiges Händewaschen kann vor einer Ansteckung bewahren, rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Das ist allerdings nicht immer möglich. Dann sollte man sich nicht ins Gesicht, insbesondere an Nase, Mund und Augen, fassen.

Übertragen werden die Viren über die Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Kleinste Tröpfchen mit Erregern, die beim Husten oder Niesen in die Umwelt geraten, können entweder eingeatmet werden oder durch Berührungen in die Schleimhäute gelangen.

Die eigentliche Fallzahl dürfte weitaus höher liegen, wie Gabriel Hesse, Sprecher im Gesundheitsministerium, erklärt. „Da nicht in jedem Fall eine Labordiagnostik durchgeführt wird, ist von einer starken Untererfassung bei der Zahl der Influenza-Erkrankungen auszugehen.“

Abgrenzung der Grippe zur Erkältung fällt oft schwer

Wie aus dem aktuellen Influenza-Wochenbericht des RKI hervorgeht, hat bundesweit unmittelbar nach dem Jahreswechsel eine Grippewelle eingesetzt. Allgemein ist das Risiko akuter Atemwegserkrankungen in Brandenburg und Berlin derzeit überdurchschnittlich hoch: Seit Jahresbeginn zählt das RKI in der Region wöchentlich 2000 Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner. Im Großteil der Fälle handelt es sich allerdings um eine normale Erkältung. Die Abgrenzung zur Grippe fällt mitunter schwer, weil sich die Symptome weitgehend gleichen.

Die Grippe wird von einer bestimmten Art von Viren ausgelöst. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet für die laufende Grippesaison damit, dass hauptsächlich das Virus A (H1N1), das auch als „Schweinegrippe“ bekannt ist, der Subtyp H3N2 sowie der Influenza-B-Virus als Erreger in Frage kommen. Alle aktuellen Impfstoffe bieten Schutz vor diesen drei erwarteten Virusvarianten.

Experten: Grippe kann einen schweren Krankheitsverlauf nehmen

Gesundheitsexperten raten auch Spätentschlossenen noch zu einer Impfung. „Für Menschen mit schwachem Immunsystem, Senioren und Schwangere kann eine Grippe einen schweren Krankheitsverlauf nehmen. Wer aktiv etwas für seine Gesundheit tun möchte, sollte jetzt über eine Grippeschutzimpfung nachdenken“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Krankenkasse Barmer GEK Berlin/Brandenburg.

Während der besonders schweren Grippewelle im Winter 2014/15 zählte das RKI 2932 Erkrankungen, während es in der Vorsaison lediglich 212 Fälle gewesen waren. Übertroffen wurde die Zahl der Meldungen in den vergangenen zehn Jahren nur im Winter 2012/13 und im Jahr der Schweingrippe 2009/10.

Welchen Verlauf die Grippewelle in dieser Saison nimmt, ist laut RKI noch nicht abzuschätzen. Grundsätzlich kann sie bis in den frühen April hinein anhalten. „Es ist typisch für das Virus, dass Grippewellen sehr unterschiedlich verlaufen“, sagt eine RKI-Sprecherin, die zugleich davor warnt, die vorliegenden Zahlen überzubewerten. „Man darf das nicht so sehen: viele Fälle – schwere Welle.“

Von Bastian Pauly

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