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Brandenburg Nächste Grippewelle steht vor der Tür
Brandenburg Nächste Grippewelle steht vor der Tür
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17:33 16.09.2018
Vor allem Senioren und chronisch Kranken wird eine Impfung gegen Grippe empfohlen. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Grippewelle des vergangenen Winters war außergewöhnlich. Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) war sie die stärkste seit 2001. Rund neun Millionen Menschen mussten in dieser Zeit wegen einer Influenza-Erkrankung zum Arzt gehen. Nach Schätzungen fielen knapp 23 000 Menschen dem Virus zum Opfer fielen. Rückschlüsse, wie es in diesem Winter wird, lassen diese Zahlen nicht zu.

Glaubt man den Experten, steht die nächste Welle mit Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen aber bereits vor der Tür. Das Robert-Koch-Institut rechnet mit ersten verstärkt auftretenden Symptomen im Oktober. Festgestellt wurde aber schon seit Ende August ein deutlicher Anstieg von akuten Atemwegserkrankungen – mit oder ohne Fieber. Es seien zur Zeit zwar nur sehr wenige Menschen krank, aber im Schnitt immerhin 4,5 Prozent der Bevölkerung, heißt es.

Grippe-Höhepunkt im Januar

RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher sagte, den Höhepunkt erreicht die Welle mit schöner Regelmäßigkeit im Januar. „Grippeviren mögen es kalt, trocken und dunkel.“ Außerdem sei über die Winterzeit das Immunsystem geschwächt.

Für dieses Jahr sind die Patienten besser geschützt. Im April hatte der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen, dass zur Standardimpfung die sogenannte Vierfachimpfung gehört und damit reguläre Kassenleistung ist. Damit ist der Impfschutz wesentlich erhöht: Er deckt gleich vier Influenza-Stämme ab.

An Produktion von Vierfachimpfstoff wird gearbeitet

Das Paul-Ehrlich-Institut im hessischen Langen, das zugleich das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel ist, hat aktuell 100 000 Impfdosen gegen Influenza für die Verabreichung zugelassen. „Der überwiegende Teil dieser Dosen enthält den Vierfachimpfstoff“, sagte Sprecherin Susanne Stöcker auf Anfrage. Sie geht davon aus, dass die meisten Patienten ab Oktober den Vierfachimpfstoff verlangen. „Auf den Dreifachimpfstoff wird dann wohl gegen Ende der Saison zurückgegriffen, wenn die Vierfachimpfstoffe aufgebraucht sind.“

Die Pharmaindustrie arbeitet schon fieberhaft an der Produktion von Vierfachimpfstoffen. Vier große Unternehmen sind derzeit auch für den deutschen Raum zulassungsberechtigt für den Vierfachimpfstoff. Die GlaxoSmithKline GmbH stellt zum Beispiel am Produktionsstandort Dresden schon seit 2015 nur noch den Vierfachimpfstoff her. „Unser Impfstoff wird bereits seit Ende August ausgeliefert“, sagt Sprecherin Anke Helten. Sie rät zu einer frühzeitigen Impfung: „Es dauert etwa zwei Wochen, bis ein Impfschutz aufgebaut ist.“

Absoluten Schutz biete auch Impfung nicht

Absoluten Schutz bieten aber auch die besten Influenza-Impfungen nicht. Grippeviren veränderten sich unheimlich schnell, betont RKI-Sprecherin Glasmacher. „Die Viren machen beim Kopieren ihres Erbguts viele Fehler. Das führt aber auch dazu, dass immer wieder Viren entstehen, die sich vor unserem Immunsystem verbergen können.“ Außerdem sei das Immunsystem älterer Menschen nicht mehr so gut wie das jüngerer. Insgesamt hätten so jüngere Menschen trotz Impfschutz nur einen Schutz von etwa 90 Prozent, ältere sogar nur bis zu 60 Prozent. Außerdem hilft die Spritze auch nichts gegen die sogenannten grippalen Infekte, also Atemwegserkrankungen, die häufig für eine Grippe gehalten werden, aber auf ganz andere Krankheitserreger zurückgehen. Dennoch solle man sich auf jeden Fall impfen lassen, betont Glasmacher. Am besten sei ein Termin im Oktober.

Krankenkassen wie die Barmer Berlin-Brandenburg bestätigten, dass Versicherte Anspruch auf eine Vierfachimpfung hätten und diese nicht aus eigener Tasche bezahlen müssten.

Die Influenza

Die Influenza, auch echte Grippe oder Virusgrippe genannt, ist eine schwere Infektionskrankheit, die von Influenzaviren der Gattung A und B hervorgerufen werden. Sehr viele Krankheitsverläufe enden tödlich, besonders bei Alten und geschwächten Menschen.

Symptome sind starke Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, trockener Husten und Erschöpfung. Typisch für die Influenza ist ihr plötzliches Auftreten. Die Symptome dauern sieben bis 14 Tage, manchmal auch länger an. Grippale Infekte, sogenannte Erkältungen, sind der Grippe sehr ähnlich, allerdings verlaufen sie milder und sind kaum je tödlich. Die Krankheitserreger sind ebenfalls diverse Viren, die aber nichts mit Influenza zu tun haben. Entsprechend wirkt auch eine Impfung nicht gegen eine normale Erkältung.

Von Rüdiger Braun

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