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Großer Bahnhof für Frauke Petry in Nauen

AfD in Brandenburg Großer Bahnhof für Frauke Petry in Nauen

Frauke Petry stand zuletzt deutlich unter Druck. Nun kommt die AfD-Bundesvorsitzende ausgerechnet nach Brandenburg – hier ist Alexander Gauland, einer ihrer schärfsten innerparteilichen Widersacher, der Landeschef. Ein Fehler? Kaum: Beim Parteivolk in Nauen (Havelland) war Petry am Freitagabend eine gefeierte Gastrednerin.

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Frauke Petrys Positionen fanden Anklang.

Quelle: dpa

Nauen. Frauke Petry und Brandenburgs AfD – da war doch was? Gleich zwei Auftritte in kurzer Folge absolviert die in diesen Tagen so schwer unter Druck geratene AfD-Bundesvorsitzende ausgerechnet in dem Bundesland, wo mit Alexander Gauland einer ihrer schärfsten innerparteilichen Widersacher Landeschef ist. Erst trat sie am Freitagabend vor Parteivolk in Nauen (Havelland) auf – gemeinsam mit dem Europaabgeordneten Marcus Pretzell, ihrem Lebensgefährten. Am Sonnabend ist sie Gastrednerin auf dem Landesparteitag in Kremmen (Oberhavel).

Ist Brandenburg nun auf Versöhnungskurs mit Petry? Gauland, einer ihrer Stellvertreter in der Bundespartei, lächelt da nur. „Wir müssen uns nicht versöhnen. Ich habe mit Frauke Petry keine Konflikte“, beteuert er. Eine andere Meinung habe er lediglich in der Causa Wolfgang Gedeon in Baden-Württemberg. Dem war das Verfassen offensichtlich antisemitischer Schriften vorgehalten worden. „Ich war für schnelle Abstimmung und Ausschluss.“ Frauke Petry nicht. Inzwischen ist die Südwest-AfD im Landtag zerbrochen und ein erbitterter Machtkampf zwischen den beiden Bundeschefs Petry und Jörg Meu­then entbrannt. Gauland sagte, er heiße Frauke Petry in Brandenburg „herzlich willkommen“.

In Nauen versammelten sich am Freitag rund 250 Anhänger der AfD in einem Steakhaus in der Stadtmitte. Davor hielt eine kleine Gruppe linker Demonstranten Pappschilder in die Höhe: „No Petry. No AfD“ und „Petry verpiss dich“. Drinnen erlebte die Parteichefin ihr erhofftes Heimspiel. Frenetisch beklatscht wurde sie, als sie im völlig überfüllten Saal ihre Rede hielt, die das Motto trug: „Ist Deutschland noch zu retten?“ Es war der erwartete Rundumschlag gegen die etablierten Parteien, die Asylpolitik und den Islam. Am gleichen Ort war vor kurzem der Generalsekretär der österreichischen Rechtspopulisten von der FPÖ vor AfD-Mitgliedern aufgetreten. Auf die aktuellen Querelen um ihre Person ging sie nur mit einem Satz ein: „Politiker sollten nicht über sich sprechen, sondern Taten sprechen lassen.“ Auch dafür gab es Beifall.

Auch Gaulands Vize in Brandenburg, Andreas Kalbitz, will den Ball am liebsten flach halten. Keiner wolle eine Spaltung der AfD wie vor einem Jahr in Essen, als sich der Flügel um Bernd Lucke abtrennte. Für Kalbitz sind das derzeit nur „Unstimmigkeiten“ und noch immer die „Geburtswehen“ einer neuen Partei, wie er sagte. Gauland war in Nauen nicht dabei. Er müsse sich schonen, er sei schließlich schon 75, bat Kalbitz um Verständnis.

Von Igor Göldner

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