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Großes Verständnis für Poststreik

Wochenlang Einschränkungen in Brief- und Paketzustellung Großes Verständnis für Poststreik

Bundesweit befinden Tag für Tag Tausende Beschäftigte im Ausstand. Pakete und Briefe kommen spät oder gar nicht. Daher ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage umso überraschender.

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Einige warten seit Wochen auf ihre Paketsendung.

Quelle: dpa

Potsdam. Nach fast vier Wochen bundesweitem Streik haben am Freitag in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) wieder Tarifgespräche für die Post begonnen. Es ist bereits die siebte Verhandlungsrunde.

Die Gewerkschaft Verdi hat in dem Tarifkonflikt bisher 5,5 Prozent mehr Geld und eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Stunden mit Lohnausgleich für die rund 140.000 Beschäftigten gefordert. Sie hatte aber Entgegenkommen und den Verzicht auf eine prozentuale Erhöhung für 2015 angeboten, falls die Post auf die Ausgliederung von Paketgesellschaften aus dem Haustarif verzichtet. Das lehnt die Post vehement ab, wie Post-Chef Frank Appel vor Verhandlungsbeginn noch einmal bekräftigte.

Pakete stapeln sich in den Verteilzentren

In den Paketverteilzentren wie in Börnicke (Havelland) stapeln sich derweil die Pakete. Nur selten verlässt ein Fahrzeug die Ausfahrt. Offensichtlich fehlt es mittlerweile jedoch nicht mehr nur an der nötigen Arbeitskraft. Langsam aber sicher wird auch der Platz im Lager knapp.

Verständnis bei der Bevölkerung

Aber auch nach fast vier Wochen mit Einschränkungen in der Brief- und Paketzustellung findet der Streik der Postbeschäftigten einer Umfrage zufolge noch großen Rückhalt in der Bevölkerung.

Wie das Meinungsforschungsinstitut YouGov in einer am Freitag veröffentlichten Befragung ermittelte, haben 63 Prozent der Bundesbürger Verständnis für den Arbeitskampf. Nur 29 Prozent lehnen ihn kategorisch ab.

Dabei hat fast die Hälfte der Bundesbürger inzwischen die Auswirkungen des Streiks persönlich zu spüren bekommen. Insgesamt 42 Prozent der 1370 Befragten gaben an, durch den Streik bereits wichtige Post zu spät bekommen zu haben. Der Anteil derjenigen, die bislang nach eigenen Angaben schadlos durch den Arbeitskampf kamen, war mit 45 Prozent aber noch etwas größer.

Insgesamt stieß der Streik in Westdeutschland auf mehr Verständnis als im Osten. Stadtbewohner klagten häufiger über verspätete Post, als Postkunden auf dem Lande.

SIEHE AUCH: „Darum streike ich“ – ein Paketzusteller erzählt

Von MAZonline

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