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Brandenburg Gründungsboom an Brandenburgs Schulen
Brandenburg Gründungsboom an Brandenburgs Schulen
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07:20 20.02.2017
Durchblick im Kabelsalat hat Anton Keller von der Medien & Büro Schüler-Aktiengesellschaft.an der Lenné-Gesamtschule in Potsdam.
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Berlin

Angefangen hat alles mit der Idee, einen Kuchen nach Dresden zu verschicken. Merle Fuhr wollte ihrer Schwester, die dort studiert, eine Freude machen und suchte nach einem Weg, das Gebäck wohlbehalten zu transportieren. Der Einfall: Kuchen im Einweckglas. Ihre Idee schlug Wellen an der Potsdamer Lenné-Gesamtschule und entwickelte sich dort zu einer von sieben Schülerfirmen, die unter dem Namen „Konditoria“ ein 14-köpfiges Unternehmen geworden ist. Die Gründerszene unter Schülern boomt: Ganze 130 Schülerfirmen existieren allein in Brandenburg.

Aus Potsdam kommt der Kuchen im Glas. Quelle: privat/Thomas Jandt

„Es gibt einen stetigen Aufwuchs“, sagt Norbert Bothe von der Brandenburger Servicestelle Schülerfirmen „kobra.net“. In Kooperation mit der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, der IW Junior gGmbH, dem Fachnetzwerk Schülerfirmen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und der Koordinierungsstelle Berliner Schüler Unternehmen hat sie in der kommenden Woche nach Berlin geladen: Auf der 8. Internationalen Schülerfirmen-Messe im „Fez“in der Wuhlheide präsentieren am Dienstag und Mittwoch Schüler aus sechs Bundesländern sowie Unternehmen aus Montenegro, Schweden, Russland, Polen und den Niederlanden ihre selbst entwickelten Geschäftsmodelle.

Kuchen im Glas – jetzt auch vegan

Brandenburg ist dort bei einer Gesamtzahl von 59 Ausstellern mit insgesamt 18 Ständen mit am stärksten vertreten. Die jungen Unternehmer kommen aus Potsdam, Königs Wusterhausen, Nauen, Wittstock, Oranienburg, Pritzwalk, Falkenberg und Petershagen/Eggersdorf. Auf der Messe geht es vielseitig zu: In den Branchen Natur und Garten, allgemeine Dienstleistungen, Printprodukte auf Stoff und Papier, künstlerische und handwerkliche Produkte, neue Medien, fair gehandelte Produkte sowie Catering und Pausenverpflegung sind die Jungen und Mädchen aktiv.

„Die Kontakte, Eindrücke und Erlebnisse, die wir auf der Schülerfirmenmesse bekommen, sind Gold wert“, sagt Merle, die vor zwei Jahren schon einmal auf der Messe ausgestellt hat. Die Vertreter von „Konditoria“ werden eine Rezeptsammlung vorstellen und ihre beliebtesten Kuchensorten zum Probieren anbieten. „Der Klassiker ist unser Schokoladenkuchen – den gibt es jetzt auch vegan“, sagt Merle.

Deutschlandweit einzigartige Messe

Den aufstrebenden Jungunternehmern wird in Berlin viel geboten. „Wie bei den letzten beiden Messen veranstalten wir am Dienstag neben Workshops ein Branchentreffen, bei dem sich die Gruppen kennenlernen und sich austauschen können“, erklärt Pressesprecherin Eva-Lena Lörzer. Ein besonderer Anreiz ist auch in diesem Jahr der Wettbewerb um den besten Messestand, dessen fünf Gewinner am Mittwoch gekürt werden. „Ganz neu ist in diesem Jahr ein weiterer Wettbewerb, bei dem die drei besten Videoclips unter dem Motto „Meine Schülerfirma“ausgezeichnet werden“, sagt Lörzer. Auch Lehrer und Unternehmen, die über Ausbildungsplätze informieren, werden auf der deutschlandweit einzigartigen Schülerfirmen-Messe vor Ort sein.

Maßstäbe in Brandenburg besonders hoch

„Wenn man den Unternehmergeist an Schulen in Deutschland anschaut, ist der Maßstab in Brandenburg ziemlich hoch“, meint Thomas Jandt, Informatiklehrer an der Lenné-Schule, der dort vier Schülerfirmen betreut. Neben der „Konditoria“ ist das etwa die Firma „DeskCubes“. Die Gründer haben einen Schreibtischwürfel entwickelt, der Ablagemöglichkeiten, eine USB-Ladestation, einen Ventilator und eine Beleuchtung in sich vereint. Die Lenné-Firma „Medien & Büro“ bietet Reparaturen von Computern und Handys sowie Webseitenprogrammierung an. Handwerklich geht es am Pritzwalker Gymnasium zu, wo die Schülerfirma „Holz auf Holz“ auf professionellem Niveau Holzprodukte herstellt.

Auch ein Schülerradio gehört zu den Gründungsideen. Quelle: privat/Thomas Jandt

„Am Anfang steht immer eine Geschäftsidee, die idealerweise von den Schülern selbst ausgeht“, sagt Norbert Bothe. „Ohne motivierte Schüler funktioniert es nämlich nicht.“ Schulen und engagierte Lehrer unterstützen die Schülergruppen zwar; die Aufgabe bestehe aber darin, dass sie selbst Verantwortung übernehmen, eigene Stärken entdecken, Kompetenzen entwickeln und erste Schritte auf dem Parkett der freien Wirtschaft machen. „Die Schüler finden dann heraus: Hey, ich bin kreativ und habe gute Einfälle fürs Marketing, ich kann gut organisieren, ich bin ein Teamplayer – aber genauso: Dies oder jenes liegt mir nicht.“ Die hier erlernten „Soft Skills“, wie etwa Durchsetzungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit, seien später auf dem Arbeitsmarkt von Vorteil.

Von Christina Koormann

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