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Brandenburg Grüne Woche: Brandenburgs Landwirte haben es satt
Brandenburg Grüne Woche: Brandenburgs Landwirte haben es satt
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01:16 17.01.2019
Das Gurkenkönigspaar aus dem Jahr 2017 auf der Grünen Woche. Quelle: Bernd Settnik/dpa
Potsdam

Biojoghurt aus Heumilch, Beelitzer Spargel und regional gebrautes Schwarzbier: Nahrungsmittel aus Brandenburg stehen bei den Verbrauchern hoch im Kurs. Für die Vielfalt seiner Agrarprodukte und den ländlichen Tourismus will das Land Brandenburg wieder auf der weltgrößten Agrar- und Verbrauchermesse in Berlin werben. „Ohne Brandenburg wäre die Grüne Woche unvorstellbar“, sagte Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Montag mit Blick auf die bevorstehende Messe, die an diesem Freitag in Berlin beginnt. Die Grüne Woche gilt als wichtige Leistungsschau und ist bei Verbrauchern besonders beliebt wegen ihrer kulinarischen Vielfalt.

Die Branche profitiert davon, dass die Verbraucher vermehrt auf regionale und saisonale Produkte setzen. „Auf der Messe wollen wir einmal mehr Werbung für den ländlichen Raum machen“, erklärte Vogelsänger. Fast 180 märkische Aussteller werden sich vom 18. bis 27. Januar in den Messehallen unterm Berliner Funkturm präsentieren. Die Agrarvermarkter des Verbands Pro Agro wollen die Messe auch als Podium zur Pflege von Geschäftskontakten nutzen. „Wir sehen uns als Schnittstelle zwischen Einzelhandel und Ernährungswirtschaft“, sagte Pro-Agro-Chefin Hanka Mittelstädt. Auch mehrere Vertreter großer Handelsketten werden Mittelstädt zufolge in die Brandenburghalle geladen, damit auch kleine Erzeuger die Chance haben, mit ihren Spezialitäten in den Supermärkten vertreten zu sein.

Kritik an der Agrarindustrie: „Wir haben es satt!“

Für Brandenburgs Bauern ist die Grüne Woche eine „einmalige“ Gelegenheit, mit dem Verbraucher über den Anbau von Agrarprodukten oder Tierschutz ins Gespräch zu kommen, sagte Landesbauernverband-Präsident Henrik Wendorff im Vorfeld der Messe. Noch immer leiden Teile der Branche unter Imageproblemen.

Kritiker wollen parallel zur Agrarmesse auf ihre Belange aufmerksam machen. Unter dem Motto „Wir haben es satt“ wollen zahlreiche Umwelt- und Tierschützer am Samstag am Brandenburger Tor in Berlin gegen EU-Subventionen für industrielle Großbetriebe demonstrieren. Das Bündnis appelliert an die Politik, sich stärker gegen das Höfe- und Artensterben einzusetzen. Brandenburgs Bauern beklagen, dass „Gegner der modernen Landwirtschaft“ die Grüne Woche als Podium nutzen, um größere Betriebe zu verunglimpfen. Der Landesbauernverband will die Messe nutzen, um auch dazu mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen.

Brandenburg fehlt es an Verarbeitungsbetrieben

Auch andere Sorgen treiben die Bauern um. „Brandenburg benötigt mehr mittelständische Verarbeitungsbetriebe, um mit dem Einzelhandel in Berlin und Brandenburg besser ins Gespräch zu kommen“, sagte Wendorff. Es fehlten etwa Mühlen und Schlachtbetriebe. Eine Ansiedlungsstrategie sei nötig, um mehr verarbeitende Unternehmen ins Land zu holen. Bislang produziere die märkische Landwirtschaft vor allem für den Rohstoffmarkt. Rinder oder Schweine wachsen im Land heran, werden aber zum Schlachten in andere Bundesländer gefahren, das Fleisch komme zur Verarbeitung zurück. „Wir brauchen ein Umdenken“, sagte Wendorff. Die Wertschöpfungskette müsse geschlossen werden.

Unterstützung erhielt Wendorff vom Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin. „Unsere Aufgabe ist es, junge Unternehmer zu finden, die sich in Brandenburg ansiedeln“, sagte die Pro-Agro-Vorsitzende. Ein gutes Beispiel sei das „Brandenburger Mehl aus Müllrose“. Die Oderland-Mühlenwerke stellen Mehle her, die ausschließlich aus Getreide von Brandenburger Feldern stammen. Als Zielgruppe hat das Unternehmen vor allem märkische Bäckereibetriebe im Blick, die möglichst ohne großen Aufwand an heimische Rohstoffe herankommen wollen. Beim Verbraucher können die Bäcker und Konditor damit punkten, „nur noch Mehl aus Brandenburg“ zu verwenden.

Innovative Produkte und gute Marketingstrategien wie diese werden am Freitag um 13.30 Uhr auf der Grünen Woche mit dem Pro-Agro-Marketingpreis in der Brandenburghalle ausgezeichnet.

Von Diana Bade

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