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Gute Verdienstchancen für Rauschebärte

Hochbetrieb in Brandenburgs größter Weihnachtsmann-Agentur Gute Verdienstchancen für Rauschebärte

Noch sind es über 70 Tage bis Weihnachten, doch in Brandenburgs größter Vermittlungsagentur für Rauschebärte, Engel & Co. in Zeuthen (Dahme-Spreewald) herrscht schon jetzt Hochbetrieb. Die Weihnachtsmänner werden nicht nur vermittelt, sondern auch trainiert. Bis zu 400 Euro plus Trinkgelder seien an Heiligabend drin, wirbt Agentur-Chefin Petra Henkert und hofft auf weiteren Nachwuchs.

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Petra Henkert mit dem Weihnachtsmann auf einem Fachkongress in Kopenhagen.

Quelle: Jens Rümmler

Zeuthen. Petra Henkert hat schon mal durchgezählt: Am Freitag sind es noch 74 Tage bis Weihnachten. Wo andere gerade noch die Koffer vom Herbsturlaub auspacken, denkt die Zeuthenerin schon an Heiligabend. Henkerts „Weihnachtsbüro“ in Zeuthen (Dahme-Spreewald) gilt als Brandenburgs größte Vermittlungsagentur für Rauschebärte, Engel und Co. Die Mutter von zwei Kindern betreibt das Projekt neben ihrem eigentlichen Job als Angestellte einer Bildungseinrichtung. „Ich vermittle Weihnachtsmänner und Engel nicht nur, sondern trainiere sie auch“, betont Petra Henkert. Sie verstehe sich außerdem nicht nur als reine Agentur, sondern auch als „Lobbyarbeiterin für den deutschen Weihnachtsmann“.

Die erste Probe hatte sie bereits im September angesetzt. Vor allem Neulinge müssten eingearbeitet werden, schmunzelt die gebürtige Mecklenburgerin. Im Vorjahr wappnete sie über 100 Hobby-Weihnachtsmänner sowie 20 Engel und Christkinder für ihren großen Auftritt. Bis zu zwölf Auftritte meistern die Rotmäntel und ihr Gefolge allein am 24. Dezember. Da kommt für die Heiligabend-Jobber schon mal ein hübsches Sümmchen zusammen. Bis zu 400 Euro plus Trinkgelder seien Heiligabend drin, wirbt Henkert um Weihnachtsmann-Nachwuchs. „Dazu kommen bereits im Herbst Bescherungen in Kitas und bei Firmenfeiern“, sagt die studierte Lateinamerikawissenschaftlerin. Doch auch die ersten Anfragen von Familien würden bereits vorliegen.

Henkerts Werben hat einen Hintergrund: „Die Anzahl der Rauschebärte sinkt seit Jahren.“ Die Nachfrage steigt dagegen besonders im Berliner Umland. „Nichts ist schlimmer, als einen Weihnachtsmann zu versprechen, ihn dann aber nicht zur Familie senden zu können“, seufzt Petra Henkert. In ihrem kostenlosen und für jedermann offenen Weihnachtsmann-Training erklärt sie, was zur Bescherung alles schiefgehen kann. „Mit der Parkplatzsuche und einem zu straffen Zeitplan gehen für manchen Rauschebart die Probleme los.“ Vor ein paar Jahren kam sogar ein Geschenkesack abhanden. Zwei Engel konnten die richtige Hausnummer nicht finden. Ein anderer Rotmantel bekam bei jeder Familie ein Schnäpschen und torkelte beim letzten Auftritt, statt anständig zu stapfen.

„Das geht natürlich gar nicht: Alkohol, Rute und Handys sind bei der Bescherung strengstens tabu“, erklärt Thomas Wolter, einer der Teilzeit-Weihnachtsmänner. Er fahre die Bescherungsstrecke ein bis zwei Tage vor Heilig abend vorsichtshalber ab. Petra Henkert, die unter dem Namen „Weihnachtsfee Dezembersonne“ auch Veranstaltungen moderiert, nickt zustimmend. Wichtig sei ihr der behäbige Gang der Rauschebärte. Ein junger Nikolaus müsse möglichst Handschuhe tragen – wegen der zu faltenfreien Hände. Turnschuhe seien verboten, so Petra Henkert resolut.

Von Jens Rümmler

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