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Haasenburg-Heime vor der Schließung?

Bericht ab Mittwoch öffentlich Haasenburg-Heime vor der Schließung?

In den umstrittenen Brandenburger Jugendheimen der Haasenburg GmbH hat eine Untersuchungskommission eklatante Missstände festgestellt. Diese hätten in den Heimen die Ausübung von Willkür gegenüber Minderjährigen ermöglicht, heißt es nach MAZ-Informationen in dem Bericht, der am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

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Der Untersuchungsbericht zu Misshandlungsvorwürfen gegen die umstrittenen Haasenburg-Heime in Brandenburg liegt seit vergangener Woche vor.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Kommission beklagt überdies eine Verletzung der Aufsichtspflichten des Landesjugendamts über die privat geführte Haasenburg GmbH. Dies müsse weiter untersucht werden, heißt es in dem Bericht. Die Heime waren wegen des Verdachts auf Missbrauch in die Kritik geraten.

In Zweifel gezogen wird grundsätzlich durch die unabhängige Kommission die Konzeption der Heime. Kinder und Jugendliche würden „als Objekte“ gesehen, „über die verfügt werden darf“. Es würde schon bei der Aufnahme der Minderjährigen auf „Machtdemonstration und Einschüchterung“ gesetzt. Die Haus- und Schulordnung habe die Menschenwürde verletzt, es sei zu längeren „Isolierungen“ und der Missachtung des Post- und Telekommunikationsgeheimnisses gekommen. In den Einrichtungen fehlten insgesamt sozialpädagogisches und kinderpsychologisches Verstehen der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.

Die Kommission führte für ihren Bericht Gespräche mit Vertretern der Firma, ehemaligen Erziehern und Bewohnern. Ausgewertet wurden Akten und Protokolle. Chef der sechsköpfigen Kommission ist der Berliner Jugendpsychologe Martin Hoffmann. Haasenburg-Heime gibt es in Müncheberg (Märkisch-Oderland) und Neuendorf am See. Der Standort Jessern (beide Dahme-Spreewald) wurde bereits geschlossen.

Die rot-rote Landesregierung befasste sich am Dienstag im Kabinett mit dem Bericht. Wie die MAZ erfuhr, wird als Konsequenz von SPD und Linke die Schließung aller Haasenburg-Heime erwogen. Ministerin Münch hatte bisher lediglich einen Belegungsstopp beziehungsweise -einschränkungen verfügt und eine Schließung abgelehnt. Ihr war von der Opposition zögerliches Agieren im Haasenburg-Skandal vorgeworfen worden.

In dem Bericht werden ein Wechsel der Trägerschaft für die Heime, das Ausscheiden aller Führungskräfte und die dauerhafte Stilllegung der Einrichtung in Jessern empfohlen. Die oft rabiat ablaufenden „Antiaggressionsmaßnahmen“ sollen künftig generell verboten werden. Körperliche Zwangsmaßnahmen sollen nur noch durch externes Personal wie Polizei und Ordnungsamt erfolgen. Angeregt wird ein „Alarmknopf“ für die Heimbewohner, mit dem sie Polizei oder Rettungswache erreichen können.

Der Bericht wird am Donnerstag Thema im Bildungsausschuss des Landtags sein. Aus Sicht von SPD-Fraktionschef Klaus Ness sind geschlossene Einrichtungen in Einzelfällen sinnvoll, auch um Jugendliche vor dauerhaften kriminellen Karrieren zu schützen. „Die Alternative ist Knast oder Psychiatrie“, so Ness. Linken-Fraktions chef Christian Görke erneuerte hingegen die Forderung seiner Partei, solche Heime zu schließen. Es ginge nicht, dass Heime, die auch noch in privater Hand seien, gegen Jugendliche freiheitsentziehende Maßnahmen vornehmen könnten. CDU-Fraktionschef Dieter Dombrowski sprach sich gegen eine Abschaffung geschlossener Heime aus. Die Abgeordnete Marie Luise von Halem (Grüne) verlangte eine bundesweite Debatte über den Umgang mit geschlossenen Heimen.

Von Igor Göldner

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Neuer Ärger für Kinder- und Jugendeinrichtung

Der Geschäftsführer der Haasenburg GmbH, Mario Bavar, hat seine Arbeitsstelle aufgegeben. Die Haasenburg GmbH steht seit Monaten in der Kritik, weil dort Jugendliche gedemütigt worden sein sollen. Nun könnten sie auch wegen unsauberer Geldmachenschaften ins Visier der Justiz geraten.

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