Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Verfahren gegen Entschädigung eingestellt
Brandenburg Verfahren gegen Entschädigung eingestellt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:49 22.03.2018
Archivbild Quelle: picture alliance / dpa
Anzeige
Strausberg

Im zweiten Prozess um Misshandlungsvorwürfe an den umstrittenen Brandenburger Haasenburg-Heimen sind die Verfahren gegen eine Geldzahlung vorläufig eingestellt worden. Die zwei angeklagten 50 und 54 Jahre alten Männer müssen jeweils 750 Euro Entschädigung an einen ehemaligen Heimbewohner zahlen, so das Ergebnis am Donnerstag im Amtsgericht Strausberg. Dem stimmten alle Parteien, auch die Angeklagten, zu. „Ich finde, das ist ein Schuldeingeständnis“, sagte Nebenkläger-Anwalt Joachim Hermann nach der Verhandlung.

Zum Thema

Misshandlungsfälle in Kinderheimen: Nur eine Verurteilung

Die Lehren aus dem Haasenburg-Skandal

Mutmaßlicher Missbrauch im Heim: Prozess ausgesetzt

– Neue Runde im Haasenburg-Heim-Skandal

Die Staatsanwaltschaft Cottbus hatte die ehemaligen Heim-Mitarbeiter angeklagt, weil sie im Juli 2011 einen jugendlichen Bewohner in der Einrichtung in Müncheberg (Märkisch-Oderland) unter Schmerzen bis zur Ohnmacht festgehalten haben sollen. In den Haasenburg-Erziehungsheimen waren Kinder und Jugendliche, die als schwer erziehbar galten, aus ganz Deutschland untergebracht.

Kontrolle durch physische Präsenz

Nach Angaben des heute 23-jährigen ehemaligen Bewohners, hatten die Männer ihn festgehalten, da er sich weigerte, mit ihnen zu sprechen. Sie hätten ihm die Handgelenke umgeknickt, bis er unter Schmerzen geschrien und das Bewusstsein verloren habe.

Die Angeklagten widersprachen. „Die von der Staatsanwaltschaft vorgetragene Misshandlung hat nicht stattgefunden“, sagte einer der beiden Verteidiger. Sie hätten lediglich neben dem Bewohner gestanden. „Also durch physische Präsenz Kontrolle zum Ausdruck gebracht“, erklärte der Verteidiger.

Der vorerst letzte Fall ging zu Ende

Somit stand nach mehreren Verhandlungsstunden Aussage gegen Aussage. „Können wir das heute noch so alles klären?“, fragte Richterin Susanne Cramer. Einstimmig habe man sich für die Einstellung gegen Zahlung einer Entschädigung entschieden. Die beiden Angeklagten müssen die Geldsumme bis Ende April zahlen. Ansonsten ist der Beschluss hinfällig, und es geht vor Gericht weiter.

Zunächst ging am Donnerstag aber der vorerst letzte Fall in dem Skandal um die Brandenburger Erziehungsheime zu Ende. Der erste, in dem es um körperliche Gewalt ging, endete mit einem Freispruch. Zwei weitere Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs endeten mit der Einstellung gegen eine Geldzahlung und einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren.

Ein Dutzend Verfahren wurden eingestellt

Laut der Staatsanwaltschaft Cottbus ist noch ein Beschwerdeverfahren anhängig. Alle anderen - anfangs mehrere Dutzend - wurden eingestellt. Und vor dem Verwaltungsgericht Cottbus liegt noch die Klage des damaligen Betreibers gegen den Entzug der Betriebserlaubnis durch das Land. Ein Termin zur Verhandlung gibt es noch nicht. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurden die drei Standorte Neuendorf am See, Jessern (beide Dahme-Spreewald) und Müncheberg Ende 2013 geschlossen.

Von Nathalie Wählisch (dpa)

Brandenburg Gesundheit in Brandenburg - Die Krätze ist auf dem Vormarsch

Zuletzt erregten mehrere Fälle in Velten (Oberhavel) Aufmerksamkeit: Die Krätze hatte Schüler verschiedener Schulen befallen. Für brandenburgische Hautärzte kommt die Meldung nicht von ungefähr. Das vergangene Jahr beschreiben sie als ein Krätzenjahr. Und die Verbreitung der winzigen Quälgeister scheint weiter zu gehen.

23.03.2018
Brandenburg Neue Theorie zur NSU-Verbindung nach Brandenburg - Bums – Punkband oder Waffen?

„Was ist mit den Bums?“: Diese SMS schickte ein mutmaßlicher NSU-Unterstützer an den Brandenburger V-Mann „Piatto“. Die gängige Theorie lautet: Damit waren Waffen gemeint. Nun wird eine andere Theorie verbreitet. Und die hat mit einer Punk-Band zu tun.

25.03.2018
Brandenburg Günstige Prignitz, teures Potsdam - So viel kostet das Einfamilienhaus um die Ecke

Der Traum vom Einfamilienhaus im Grünen wird immer teurer. Die Preise stiegen innerhalb von einem Jahr zum Teil im zweistelligen Bereich. In Brandenburg gibt es große Unterschiede. Wer in Potsdam kauft, zahlt das dreifache wie in der Uckermark.

22.03.2018
Anzeige