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Brandenburg Hacker-Angriff legte „Le Crobag“-Kassen lahm
Brandenburg Hacker-Angriff legte „Le Crobag“-Kassen lahm
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18:15 25.05.2017
Quelle: imago stock&people
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Wildau

Wegen Computersabotage und Ausspähung von Daten ist am Mittwoch ein 42 Jahre alter Mann aus Eichwalde vom Amtsgericht in Wildau (Dahme-Spreewald) zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Nach Auffassung der Kammer hat der ehemalige Techniker eines Computer-Dienstleistungsunternehmens die Kassensoftware von rund 50 Filialen der Backwarenkette Le Crobag mutwillig außer Betrieb gesetzt. Gezielt habe der Familienvater von seinem Wohnzimmer in Eichwalde aus am ersten Weihnachtsfeiertag 2013 das Betriebssystem von bis zu 150 Kassen teilweise gelöscht, so dass die Rechner nicht mehr gestartet werden konnten. Motiv für den Cyber-Angriff seien Querelen in dem Betrieb gewesen, sagte Richter Michael Uecker. Nach dem Ausscheiden aus dem Betrieb habe der Techniker, dessen Aufgabe die Wartung des Computersystems von Le Crobag-Filialen von Polen bis Österreich war, noch vorhandene Passwörter genutzt – allein um dem Betrieb zu Schaden. Bereicherungsabsicht sei nicht erkennbar.

Der Verurteilte beteuert weiterhin, er stecke nicht hinter dem Angriff. Ein Motiv habe er nicht, denn schließlich habe er selbst wegen eines anderen Jobs gekündigt. Deshalb erwägt der Techniker Rechtsmittel einzulegen. Neben der Bewährungsstrafe muss der Mann, dessen Vorstrafenregister sieben Einträge seit 1997 – auch wegen Betrugs und Diebstahls – enthält, 1200 an die Deutsche Herzstiftung zahlen.

Die Staatsanwaltschaft hatte neun Monate Haft auf Bewährung beantragt, das Gericht setzte aber den entstandenen Schaden deutlich niedriger an als Kläger und Staatsanwaltschaft. Statt 100000 Euro seien dem IT-Dienstleister und dem Hörnchenfilialisten lediglich Kosten von 20000 Euro entstanden, schätzte Richter Uecker. Vermutlich habe der Baguette-Bäcker die Anwesenheit der Notdienst-Techniker genutzt, um ein paar „betriebswirtschaftlich sinnvolle“ Arbeiten in den Filialen vornehmen zu lassen. Tatsächlich mussten IT-Spezialisten aus dem Weihnachtsurlaub geholt werden, um die Kassen wieder neu starten zu können. Die Reparaturen dauerten bis Ende Januar.

Zu Gunsten des Angeklagten legte die Kammer die lange Verfahrensdauer aus. So hatte die geschädigte IT-Firma den Ermittlern zusammen mit ihrer Anzeige eine falsche verdächtige IP-Adresse – also Computer-Identitätsnummer – geschickt, woraufhin die Behörde monatelang gegen einen unschuldigen Rentner aus Berlin ermittelte und sogar eine Hausdurchsuchung bei dem Mann durchgeführt. Zudem rügte Richter Uecker die nach seiner Auffassung nach „nicht genügende Personalausstattung des Landeskriminalamts“. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahme häufig Rechner, die Auswertung bei der Polizei ziehe sich aber regelmäßig in die Länge.

Entscheidend für die Verurteilung war, dass die Ermittler auf dem Computer des Angeklagten gelöschte Daten fanden, die einen Zugriff auf Unternehmensdaten belegten – und das nach dem Ausscheiden aus dem Betrieb. Zwar gaben zwei Zeugen dem Techniker ein Alibi. Doch unterstellt der Richter, die Mutter und der Ex-Stiefsohn des Angeklagten hätten sich im Datum geirrt – zu viele Widersprüche leisteten sich die beiden Angehörigen – etwa zur Speisenfolge am fraglichen Weihnachtsfeiertag.

Von Ulrich Wangemann

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