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Potsdam und Cottbus in den Fremdgeh-Top-100

Nach Hacker-Angriff auf Fremdgeh-Portal Potsdam und Cottbus in den Fremdgeh-Top-100

Nach dem Datenklau beim Seitensprung-Portal „Ashley Madison“ zeigt sich: Berlin ist die Hauptstadt der potenziellen Fremdgeher, Potsdam landet auf Rang 51 und auch in Kleinstädten wie Treuenbrietzen hatten Kunden Interesse an der Sexbörse. Mehr als 420.000 Nutzer, so die neueste Auswertung des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts, hatten sich aus Deutschland registriert.

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Nutzer des Portals „Ashley Madison“ wurden zur Zielscheibe von Kriminellen.

Quelle: dpa

Potsdam. Das Fremdgeh-Portal „Ashley Madison“, das Opfer eines Hackerangriffs geworden ist, hatte in Deutschland deutlich mehr Kunden als bislang bekannt. Nach einer aktualisierten Auswertung der geklauten und im Internet veröffentlichten Nutzerdaten durch das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) haben sich mehr als 420.000 Männer und Frauen bei dem Portal angemeldet. Darauf weisen E-Mail-Adressen mit der Endung „.de“ sowie deutsche Wohnadressen hin. Neun von zehn Nutzern sind – wenig überraschend – männlich.

Kunden aus ganz Brandenburg

Aus Berlin haben sich die meisten Portal-Kunden registriert: fast 32.000 Anmeldungen kamen aus der Hauptstadt. Die Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam landet mit 1056 Anmeldungen auf Rang 51, Cottbus belegt mit 580 Fremdgeh-Interessenten Rang 82. Aus Brandenburg/Havel stammen 432 Registrierungen (Rang 110), aus Frankfurt (Oder) 352 (Rang 149). Auch bis nach Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) haben sich die Dienste des Seitensprung-Anbieters herumgesprochen, 24 Anmeldungen kommen von dort.

Auswertung in Potsdam erfolgt anonym

Die Potsdamer Forscher werten die Daten anonym aus. Über das HPI können betroffene auch überprüfen lassen, ob sie selbst Opfer dieses oder eines anderen groß angelegten Hackerangriffs geworden sind.


Über den sogenannten HPI Identity Leak Checker kann seit Mai 2014 jeder Internetnutzer durch die Eingabe seiner E-Mail-Adresse vertraulich prüfen lassen, ob die damit verbundenen persönlichen Daten bei einem Angriff geraubt und irgendwo in den Weiten des Internets veröffentlicht wurden.

HPI wertet riesige Datenmengen aus

Der Datenbestand beim HPI wächst beständig an. Inzwischen lassen sich dort 216 Millionen Datensätze, die bei Hackerangriffen in den vergangenen Jahren gestohlen wurden, überprüfen. Über das Ergebnis wird der Anfragende mit einer E-Mail unterrichtet, aus der er entnehmen kann, ob Daten von ihm gefunden wurden oder nicht. Details zu den betroffenen Daten und den Namen der Quelle gibt das Hasso-Plattner-Institut jedoch nicht preis. „Deshalb müssen die von dem Ashley Madison-Leak betroffenen Personen auch nicht befürchten, dass sie vor Anderen bloßgestellt werden. Denn das Abgleich-Ergebnis wird nur an die betroffene E-Mail-Adresse gesendet - ohne Angabe der Quellen. Niemand sonst kommt an die Informationen“, betonte HPI-Direktor Christoph Meinel. Dadurch seien Erpressungen nicht möglich.

Erste Portal-Nutzer werden erpresst

Doch da die gestohlenen Seitensprungportaldaten zuvor schon im Internet publiziert wurden, sind schon erste Erpressungsversuche überliefert. Im Netz kursieren Schreiben, wonach anonyme Täter einem Hackeropfer rund 225 US-Dollar abpressen wollen. Sie drohen andernfalls damit, die Freundin des zu informieren.

Vergangene Woche hatte eine unbekannte Hackergruppe, die sich Impact Team nennt, vertrauliche Informationen über rund 37 Millionen Nutzer des Seitensprung-Portals ins Internet gestellt. Die Gruppe hatte die Daten bereits vor mindestens einem Monat gestohlen und mit ihrer Veröffentlichung gedroht, sollte das „Betrüger“-Portal nicht „umgehend und dauerhaft“ geschlossen werden. Experten für Internetsicherheit stuften die veröffentlichten Daten, darunter Nutzernamen, Passwörter, die letzten vier Kreditkartennummern, Straßennamen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern, als echt ein. Auch rund 15.000 Nutzer mit Regierungs- oder Militäradressen aus den USA sollen betroffen sein.

Täter drohen mit weiteren Angriffen

Die Täter drohten unterdessen mit weiteren Angriffen. Nicht nur Websites, sondern „alle Unternehmen, die hunderte Millionen damit machen, dass sie von den Schmerzen, Geheimnissen und Lügen anderer profitieren“ könnten Ziel weiterer Angriffe werden, erklärte die Gruppe in einem veröffentlichten Email-Wechsel mit der Medien-Website Motherboard. Dem Seitensprung-Portal warf die Gruppe vor, über dessen Website werde auch Menschenhandel betrieben. Die Betreiber benähmen sich wie „Drogendealer, die Süchtige ausnutzen“.

Auch B-Promi unter den Opfern

Das Datenleck kann auch für andere Nutzer des Seitensprungportals peinliche Konsequenzen haben: Josh Duggar, der Star von TV-Realityshows über seine Familie und bekennende Moralapostel, bestätigte am Donnerstag einen Bericht der Internet-Klatsch-Plattform Gawker, wonach auch er Kunde von Ashley Madison war.

„Ich war der größte Heuchler. Während ich für Treue und die Werte der Familie eintrat, habe ich meine Frau betrogen“, erklärte der frühere Vorsitzende einer christlichen Lobbygruppe, die sich für traditionelle Familienwerte einsetzt. „Ich bitte demütig um Vergebung. Bitte betet für meine geschätzte Frau Anna und unsere Familie in dieser schwierigen Zeit.“

Von Torsten Gellner

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