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Brandenburg Händler bleiben auf Dieselfahrzeugen sitzen
Brandenburg Händler bleiben auf Dieselfahrzeugen sitzen
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08:14 24.02.2018
Patrick Radke aus Potsdam ist in seinem Gebrauchtwagenhandel von Diesel-Nutzfahrzeugen auf kleine Benziner umgestiegen, weil niemand mehr einen Verbrennungsmotor wollte. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Gebrauchtwagenhändler bleiben infolge des Abgas- und Manipulationsskandals auf Dieselfahrzeugen sitzen. „Drohende Fahrverbote machen gebrauchte Diesel fast unverkäuflich, sagt der Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe Zentralverbandes (ZDK), Jürgen Karpinski. Bundesweit stünden viele Hunderttausend auf Halde. Am Dienstag entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über Diesel-Fahrverbote in Städten – auch das sorgt für weitere Unsicherheit auf dem Markt.

Das in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) ansässige Online-Verkaufsportal mobile.de bestätigt den Trend. „Dieselfahrzeuge hatten im vergangenen Jahr einen schwereren Stand als Benziner“, sagt Geschäftsführer Malte Krüger. „Die Preise sind gesunken und trotzdem haben sie sich langsamer verkauft als im Vorjahr.“ Für Autos mit Selbstzünder-Motor nahmen Verkäufer nach Angaben des Geschäftsführers im Jahresvergleich 4,4 Prozent weniger ein. Die Autos standen bis zum Verkauf im Mai 2017 im Schnitt 58 Tage im Portal, im Dezember waren es 75 Tage.

Keine Dieselfahrzeuge mehr, nur noch Benziner

Die Autohäuser in der Region trifft es offenbar noch härter. Auf eine MAZ-Umfrage hin beziffern Händler die Preisabschläge mit mindestens zehn Prozent. „Autos, die ich sonst für 3000 Euro verkaufen konnte, brachten zuletzt noch 1900 Euro“, berichtet der Potsdamer Gebrauchtwagenhändler Patrick Radtke. „Von einem Tag zum anderen sind die Interessenten ausgeblieben. Daran bin ich als Händler fast zu Grunde gegangen“, sagt der Unternehmer. Wendepunkt sei der Beginn der Diskussion um die Einführung einer blauen Plakette gewesen, sagt Radtke. Den Verkauf von Dieselautos gab er ganz auf, hat jetzt nur noch Benziner im Angebot.

Wer derzeit seinen gebrauchten Diesel loswerden will, muss einen hohen Wertverlust hinnehmen. „Wir kaufen noch Fahrzeuge an – aber zu Preisen, bei denen die Menschen Tränen in den Augen haben“, sagt Franziska Elmas von Nauen Automobile (Havelland). Sie könne aber nicht mehr bezahlen, sonst würde das Autohaus die Fahrzeuge nicht mehr los. Einen großen Anteil der Diesel-Fahrzeuge verkaufe Nauen Automobile mittlerweile an Ausländer. Dieselfahrzeuge, die Anfang 2017 noch 7000 Euro gekostet hatten, gingen jetzt für 4500 Euro weg.

Pendler haben keine Diesel-Alternative

Im Autopark Perleberg (Prignitz) sprechen zunehmend Dieselfahrer vor, die noch hoffen, ihr Auto ohne großen Wertverlust veräußern zu können. „Wir raten davon dringend ab, besonders wenn man mehr als 30 000 Kilometer im Jahr fährt“, sagt Marina Krüger, die mit ihrem Mann das Autohaus führt. „Wir haben viele Pendler, die teilweise täglich nach Hamburg zur Arbeit fahren – mit einem Benziner explodieren die Kosten“, sagt sie und warnt vor „überstürzten Entscheidungen“.

In Brandenburg waren laut Kraftfahrtbundsamt Ende 2016 380 000 Dieselfahrzeuge zugelassen – und 980 000 Benziner.

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