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Hallo Sonntag, meine willkommene Auszeit

Märker gegen Sonntagsöffnungen Hallo Sonntag, meine willkommene Auszeit

Verwaiste Fußgängerzonen, geschlossene Einkaufszentren, Sendepause vom Chef: Der Sonntag ist eine Bastion der Gewissheiten. Der Einzelhandel möchte das ändern – und auch sonntags öffnen. MAZ-Redakteur Bastian Pauly sieht das kritisch, denn Sonn- und Feiertage sind für ihn ein willkommener Anachronismus in einer Welt der Eilnachrichten und ständigen Verfügbarkeit.

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Quelle: dpa

Potsdam. Der Sonntag ist eine Bastion der Gewissheiten: Der Chef hat Sendepause, die Fußgängerzonen sind verwaist und abends läuft der „Tatort“. Doch der altehrwürdige Tag des allseitigen Innehaltens ist bedroht. Heutzutage muss schon mehr als jeder vierte Deutsche regelmäßig sonntags arbeiten. Und Einzelhändler opponieren gegen den gesetzlichen Ladenschluss – in der Sorge, dass ihnen beträchtliche Umsätze verloren gehen, während die verprellte Kundschaft von der Couch aus im Internet einkaufen geht.

Das heißt aber längst nicht, dass Geschäfte rund um die Uhr geöffnet haben sollten. Wer sagt denn, dass der bequeme Online-Einkäufer sonntags lieber einen Fuß in ein Ladengeschäft setzen würde? Es hat seine angenehmen Seiten, dass zumindest an einem Tag in der Woche (fast) das gesamte Alltagsleben stillsteht. Niemand kann glaubhaft erklären, dass ihm genau dieser eine Tag fehle, um Lebensmittel, Kleidung oder Unterhaltungselektronik zu kaufen.

Es sind die Sonn- und Feiertage, die unsere Zeit strukturieren, als willkommener Anachronismus in einer Welt der Eilnachrichten und der ständigen Verfügbarkeit. Die große Mehrheit, das hat die MAZ-Umfrage gezeigt, schätzt diese gesetzlich weitgehend geschützte Auszeit. Die Gründe mögen vielfältig sein: Nur die wenigsten, zumal in Brandenburg, werden religiöse Motive anführen. Schon das frühe Christentum feierte den Sonntag als Ruhe- und Friedenstag. Dagegen ist auch aus heutiger Sicht nichts einzuwenden.

Von Bastian Pauly

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