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Handy-Fotos in Bädern unerwünscht

Brandenburg Handy-Fotos in Bädern unerwünscht

In Zeiten von Smartphones und sozialen Netzwerken wird das Fotografieren und Filmen in Schwimmbädern oft zum Ärgernis. Um das Persönlichkeitsrecht der Badegäste zu schützen, greifen immer mehr Betreiber zu einem radikalen Mittel.

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Quelle: Ralf Hirschberger

Potsdam. Mehrere Schwimmbadbetreiber in Brandenburg versuchen, ihre Gäste vom Fotografieren per Handy abzuhalten. Damit sollen Persönlichkeitsrechte von Badegästen geschützt werden, die nicht von Fremden in Badehose oder Bikini abgelichtet werden wollen, wie eine dpa-Umfrage ergab.

Die zunehmende Technisierung und Digitalisierung stelle vor allem Betreiber von Freibädern vor Herausforderungen, heißt es dazu von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen aus Essen, der auch viele Brandenburger Betreiber angehören. Um das Fotografieren zu unterbinden, empfiehlt die Gesellschaft ihren Mitgliedern, einen entsprechenden Hinweis in ihre jeweilige Haus- und Badeordnung aufzunehmen. Diese akzeptiere jeder Besucher automatisch mit dem Erwerb einer Eintrittskarte.

Lagune Cottbus überarbeitet Hausordnung

„Heimlich aufgenommene Bilder stellen eine Verletzung des Persönlichkeitsrechtes eines Bürgers dar, insbesondere wenn in den höchstpersönlichen Lebensbereich eingegriffen wird“, sagt der Sprecher der Stadt Cottbus, Jan Gloßmann. Deshalb überarbeite die Lagune Cottbus derzeit ihre Haus- und Badeordnung für das Sport- und Freizeitbad. „Ab sofort ist das Fotografieren und Filmen fremder Personen und Gruppen ohne deren Einwilligung verboten.“ Informiert werde darüber in vier Sprachen.

Aufkleber fürs Kameraauge in der Fontane-Therme

Auch in der Fontane-Therme in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) hat es bisher noch keine Beschwerden dieser Art gegeben. „Wir möchten aber nicht, dass Fotos aus der Anlage veröffentlicht werden, die wir nicht autorisieren“, sagt Martina Jeschke, Direktorin des Resorts Mark Brandenburg, zu dem die Therme gehört. Sie wolle es den Gästen nicht zumuten, dass Fremde von ihnen Fotos schießen und diese vielleicht ins Internet stellen. Deshalb sind Fotoapparate seit einem Jahr in der Therme nicht erlaubt. Das sei über die Hausordnung geregelt. Für weitere fotofähige Elektrogeräte wie Smartphones oder E-Reader gebe es im Bad einen Aufkleber für das Kameraauge. Dieser kann der Direktorin zufolge nach dem Besuch rückstandslos entfernt werden. Uneinsichtige Gäste würden bei Verstößen diskret angesprochen. „Wenn sich ein Gast dann immer noch nicht überzeugen lässt, muss er die Therme verlassen.“

Im Kleinmachnower Freibad schon lange verboten

Schon lange vor der Verbreitung der Smartphones – seit 17 Jahren – gibt es ein entsprechendes Verbot im Freibad Kiebitzberge in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark). „Weigert sich ein Besucher trotz eines Verweises, das Bad zu verlassen, oder betritt er das Bad trotz Hausverbots erneut, ist das Hausfriedensbruch“, sagt Geschäftsführer Markus Schmidt.

Was ist rechtlich zulässig?

Was rechtlich zulässig ist, weiß der Berliner Jurist Norman Buse. „Grundsätzlich ist die Veröffentlichung von Bildern nur mit Zustimmung der abgebildeten Person zulässig, sei es im Schwimmbad oder auf der Straße beim Einkaufen“, sagt der Berliner Medienrechtler. Das bloße Fotografieren sei nicht per se unzulässig. Verbreitet man die Bilder später aber im Netz, macht man sich im schlimmsten Fall strafbar, erklärt der Jurist. Geldstrafe oder sogar bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe drohen laut dem Gesetz.

In Berlin nicht realisierbar

Berlin geht mit der Handy-Fotografie eher großzügig um. „Ich musste schmunzeln, als ich von den Fotografierverboten gehört habe“, sagt Anne Benza, Sprecherin der Berliner Bäder-Betriebe. In Berlins Schwimmbädern sei ein Handy-Verbot nicht realisierbar.

Von Christian Bark

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