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Brandenburg Handys im Unterricht: Land macht Rückzieher
Brandenburg Handys im Unterricht: Land macht Rückzieher
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01:16 12.09.2018
Schülerin hält im Unterricht ein Handy in den Händen. Quelle: dpa
Potsdam

In Brandenburg soll es nun doch keine generelle Regelung zur Nutzung von Smartphones im Schulunterricht geben. Grund sind erhebliche datenschutzrechtliche Bedenken, wie das Bildungsministerium der MAZ mitteilte. Ministerin Britta Ernst (SPD) hatte sich eigentlich dafür ausgesprochen, dass Brandenburgs Schüler ihre eigenen Smartphones und Tablets auch während des Unterrichts nutzen dürfen und eine einheitliche Regelung in Aussicht gestellt. Diese sollte zumindest für weiterführende Schulen gelten.

Brandenburgs Datenschutzbeauftragte Dagmar Hartge hatte sich nach Bekanntwerden der Pläne an die Ministerin gewandt und Bedenken angemeldet, die jetzt zum Stopp der Pläne führten. Damit bleibt es bei der bisherigen Regelung, dass die 915 Schulen im Land selbst entscheiden können, ob sie die Nutzung privater digitaler Geräte gestatten oder nicht.

Gegenüber der MAZ sagte Hartge, nur in einer technisch sicheren Umgebung, die beispielsweise einen Zugriff unbefugter Personen auf die Geräte der Schüler oder das unkontrollierte Ausbreiten von Schadsoftware verhindere, sei das Recht der Schüler und anderer Betroffener auf informationelle Selbstbestimmung ausreichend gesichert. „Aber im Bereich der IT-Sicherheit besteht an den Schulen noch erheblicher Nachholbedarf“, so Hartge. Erst wenn diese Baustelle nicht mehr bestehe, könne über den sicheren Einsatz von Smartphones zu Unterrichtszwecken nachgedacht werden.

Schüler wünschen sich klare Regeln

Nach einer aktuellen Erhebung des Bildungsministeriums gelten derzeit an rund 63 Prozent der 725 öffentlichen Schulen feste Regeln zur Handy-Nutzung. Von diesen 454 Schulen wiederum herrscht in 181 Schulen (40 Prozent) ein generelles Verbot. In den anderen gibt es Regeln für definierte Zwecke wie Nutzungsverbot nur im Unterricht (241 Schulen) oder Nutzung nur unter Aufsicht von Lehrern (261).

Der Landesschülerrat hält an der Forderung fest, dass Schüler nach dem Prinzip „Bring your own device“ (Bring dein eigenes Gerät mit) handeln dürften. „Wir halten es für zeitgemäß, wenn Handys für schnelle Recherchen im Unterricht genutzt werden können“, sagt Landesschülersprecher Lambert Wolff. Auch wünschten sich die Schüler klare Vorgaben im Schulgesetz, die den Umgang mit Handys im Klassenzimmer einheitlich regeln.

Die CDU-Opposition im Landtag forderte von der Bildungsministerin klare Regeln zur Nutzung mobiler Geräte im Unterricht. Die Verantwortung dürfe nicht auf die Schulen abgewälzt werden, meinte Bildungssprecher Gordon Hoffmann. Smartphones aus der Schule zu verbannen, sei keine Lösung. Von einem generellen Handyverbot an Brandenburgs Schulen hält auch die Bildungsexpertin der Grünen, Marie-Luise von Halem, nichts. Die Oppositionspolitikerin regt eine bessere Fortbildung für Lehrer an und setzt sich für das „Bring your own device“-Prinzip ein. „Allerdings muss garantiert sein, dass auch Schülern, die kein Smartphone besitzen, ein Gerät bekommen. Sie dürfen nicht bloßgestellt werden.“

Der Deutsche Lehrerverband hat sich derweil dafür ausgesprochen, Schülern unter 14 Jahren Handys auch auf Schulhöfen zu untersagen. Dort sei das Handy das „permanente Mobbinghauptinstrument“, sagte Präsident, Heinz-Peter Meidinger.

Von Diana Bade

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