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Hausbesitzer rüsten gegen Einbrecher auf

Kriminalität in Brandenburg Hausbesitzer rüsten gegen Einbrecher auf

Einbrecher richten jedes Jahr Schäden von mehr als 400 Millionen Euro an. Damit nicht genug. Sie verunsichern unzählige Haus- und Wohnungsbesitzer. In Brandenburg wird immer mehr Geld in Einbruchschutz investiert. Wer es sich leisten kann, setzt vor allem auf eine ganz bestimmte Technologie. Nun gibt es ein Förderprogramm vom Land.

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Brandenburg leidet unter Wohnungseinbrüchen.

Quelle: dpa

Potsdam. Aufrüsten gegen Einbrecher: Viele Brandenburger fürchten – alarmiert durch Raubzüge organisierter Banden – um ihr Eigentum und investieren in Alarmanlagen, neue Fenster und Türen. Landesweit liegt die Zahl der Wohnungseinbrüche jährlich bei rund 4000, bundesweit bei 150.000.

Die im Verband der Sicherheitswirtschaft vereinten 180 märkischen Unternehmen konnten ihren Umsatz im Vorjahr von 102 auf 110 Millionen Euro steigern, so Bundesgeschäftsführer Harald Olschok. Auch die Zahl der Beschäftigten in der Branche sei gestiegen – von 7300 Ende 2014 auf mehr als 7800. Sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatpersonen wachse das Interesse an einem technisch hochwertigen Einbruchschutz.

430 Millionen Euro Schaden

Einbrecher verursachen bundesweit jedes Jahr Schäden von rund 430 Millionen Euro. Zum materiellen Schaden kommt die psychische Belastung der Betroffenen – das Sicherheitsgefühl ist oft nachhaltig beeinflusst.

Die Polizei rät in Präventionsveranstaltungen daher zum Einbau von Sicherheitstechnik in Häusern und Wohnungen, zu einem sicherheitsbewussten Verhalten und zu verstärkter Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft.

Das Förderprogramm der KfW-Bankengruppe richtet sich an private Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, Eigentumswohnungen und an Mieter, an Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen und -genossenschaften.

Förderprogramm für Einbruchschutz

Seit vergangenem November können Haus- und Wohnungsbesitzer, aber auch Mieter von einem Förderprogramm des Bundes profitieren. Es ist auf drei Jahre angelegt und mit 30 Millionen Euro ausgestattet. Anträge können bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestellt werden. Nachdem bislang bereits energetische Sanierungen oder der altersgerechte Umbau förderfähig waren, gibt es nun auch für den Einbau von Alarmanlagen, Gittern, Rollläden oder einbruchshemmenden Türen und Fenstern Zuschüsse von bis 1500 Euro. Wie die Förderbank am Mittwoch mitteilte, lägen bislang 4000 Anträge vor.

Wer es sich leisten kann, investiert in Video

Dass den Leuten der Schutz von Hab und Gut zunehmend am Herzen liegt, bestätigt Miriam Herm von der Potsdamer Firma Sicherheitstechnik Babelsberg. „Die Nachfrage steigt, ein Schwerpunkt sind Fenster und Türen“, so Herm. Der Speckgürtel um Berlin gilt als Einbrecherhochburg. Wer es sich leisten kann, investiert dort schon mal zusätzlich in teure Video-Anlagen.

Gut zu tun hat auch Bert Menge. Sein Unternehmen Menge Sicherheitssysteme sitzt in Frankfurt (Oder) und hat Kunden entlang der polnischen Grenze. „Die Leute haben Angst und wollen was tun“, sagt Menge. Nach seiner Erfahrung bieten die heutigen Standardverriegelungen an Fenstern oder Terrassentüren kaum Schutz.

Keller sind eine Schwachstelle

Haustüren seien besser geworden und hätten zumeist Mehrfachverriegelungen. „Ein Riesenproblem sind Kelleraußentüren. Das sind oft Billigtüren, vielleicht weil nicht mehr so viel Geld vom Bau übrig war“, so Menge. Seine Firma arbeitet mit dem Landeskriminalamt zusammen. „So können Erkenntnisse über die Tatabläufe in Sicherheitskonzepte einfließen.“

Aus Sicht von Björn Lakenmacher, innenpolitischer Sprecher der CDU im Landtag, sollten Hauseigentümer das KfW-Programm unbedingt nutzen, um Langfinger abzuschrecken. 40 Prozent der Einbrüche würden im Versuchsstadium abgebrochen. Lakenmacher forderte vom Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD), die Kriminalitätsprävention auszubauen und mehr Ermittler für die Aufklärung von Einbrüchen einzusetzen.

Speziell für den Großraum um Berlin verfügt Brandenburg mit der Hauptstadt über eine gemeinsame 18-köpfige Ermittlergruppe. Die oft professionell agierenden Täter hinterlassen jedoch kaum Spuren, die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen beträgt durchschnittlich nur 20 Prozent.

Von Volkmar Krause

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