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Hauspreise im Speckgürtel steigen um zehn Prozent

Fluglärm lässt Käufer kalt Hauspreise im Speckgürtel steigen um zehn Prozent

Eine halbe Million Euro für ein freistehendes Haus in Kleinmachnow – so sieht die Wirklichkeit in der Immobilienszene aus. Die Preise kennen in Brandenburg und Berlin nur eine Richtung: nach oben. Sogar der Fluglärm lässt Käufer kalt. Ein paar Kilometer außerhalb des Speckgürtels wird es aber günstiger.

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Quelle: dpa

Potsdam. Die Preise für Eigenheime im Speckgürtel sind binnen eines Jahres um rund zehn Prozent gestiegen – und ein Ende des Höhenflugs ist nicht absehbar. Zu diesem Ergebnis kommt der Immobilienverband Deutschland (IVD), der am Montag seine Analyse der abgeschlossenen Verkäufe von Häusern und Wohnungen vorgestellt hat.

„Das Berliner Umland profitiert anhaltend vom Wohnungsmangel sowie den stark gestiegenen Kaufpreisen in Berlin“, sagt Katja Giller, Vorsitzende des Wertermittlungsausschusses. Außerdem verzeichne die Region „einen steten Bevölkerungszuwachs“. Frei stehende Einfamilienhäuser waren in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) und Potsdam mit einem Durchschnittswert von 520 000 Euro am teuersten – in der Landeshauptstadt wurden für frei stehende Häuser 12 bis 15 Prozent mehr verlangt als im Vorjahr. Am günstigsten waren Eigenheime in diesem Jahr in Wandlitz (Barnim) oder Hennigsdorf (Oberhavel), wo Käufer schon für 230 000 Euro beziehungsweise 270 000 Euro ein vergleichbares Zuhause fanden. „Keiner der Werte im Berliner Umland ist im Jahr 2017 gesunken“, sagt Giller, deren Verband 600 Mitgliedsunternehmen in der Region vertritt – etwa Makler, Bauträger und Sachverständige.

Selbst im Umfeld des Airports BER klettern die Preise. „Einige Käufer wetten darauf, dass der Flughafen nie eröffnet wird“, so die IDV-Gutachterin. In Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming), das in Startrichtung der Jets liegt, kostet der Quadratmeter Bauland 120 Euro – mehr als im havelländischen Brieselang (110 Euro pro Quadratmeter).

In den Städten der „zweiten Reihe“ – also eine Stunde Zugfahrt von Berlin-Zentrum entfernt – kommt der Boom auch an. Brandenburg/Havel etwa verzeichnet einen deutlichen Preiszuwachs, wenn auch auf niedrigem Niveau. Die Mieter bekommen dort von den anziehenden Eigentumspreisen jedoch noch nichts mit, sagt Frank Schulze, Chef des Mietervereins Brandenburg. Vielmehr seien die Mieten gesunken in den vergangenen Jahren. Eine 100-Quadratmeter-Wohnung könne man schon für 400 Euro Kaltmiete finden, so Schulze. „In Potsdam ist das dreimal so teuer“, so der Mieter-Berater. „Wir sind eben nicht Teil des Speckgürtels.“

Anders die Lage in Teltow (Potsdam-Mittelmark), wo eine vergleichbare Wohnung 1000 Euro kalt kostet. „Das ist das Ergebnis einer fehlenden Wohnungsbaupolitik“, sagt Teltows Mietervereins-Geschäftsführer Matthias Blunert. „Wer hier eine Wohnung braucht, schüttelt den Kopf – und sein Portemonnaie.“

Von Ulrich Wangemann

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