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Heidi Hetzer (78): „Habe bösartigen Rost“

Oldtimer-Weltumrundung unterbrochen Heidi Hetzer (78): „Habe bösartigen Rost“

Erst verlor sie bei einer Reparatur an ihrem 84 Jahre alten Hudson einen Finger, jetzt muss sie sich wegen Krebsverdachts in Berlin behandeln lassen: Abenteurerin Heidi Hetzer muss ihre Weltumrundung unterbrechen. Immerhin: Sie nimmt es trocken – mit Schrauber-Humor.

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Abenteurerin Heidi Hetzer an Bord ihres Hudsons.

Quelle: Foto: DPA

Berlin. Die Berliner Rallyefahrerin Heidi Hetzer muss ihre Weltreise unterbrechen und nach Deutschland zurückkehren. Als Grund nannte die 78-Jährige auf ihrem Blog gesundheitliche Gründe. Gleichzeitig betonte sie, dass sie die Reise mit ihrem Oldtimer „Hudo“ fortsetzen wolle. „Nach der neuen Planung ist Heidi in zwei Monaten wieder in Südamerika unterwegs“, schrieb sie.

Die Berlinerin will alle fünf Kontinente bereisen. Zuletzt war Hetzer in Perus Hauptstadt Lima angekommen. Am Montag soll sie mit dem Flugzeug in Berlin landen, wie die Zeitungen „Bild“ und „B.Z.“ berichteten. Hier werde sie sich von einem Arzt behandeln lassen – die Zeitungen schreiben von Verdacht auf Hautkrebs.

Mit Autoschrauber-Humor nimmt es die Grande Dame der deutschen Oldtimer-Szene. Sie fühle sich „prima, ist aber von bösartigem Rost befallen und benötigt eine Hohlraumsanierung. Der Rost muss weg bevor er die ganze Karosserie befällt, sonst gibt’s keinen neuen TÜV für die Fahrerin“, steht auf der offiziellen Heidi-Hetzer-Homepage.

Auf ihrer Weltreise hatte Hetzer immer wieder Probleme. Bei der Reparatur ihres Autos verlor sie zuletzt einen Finger während eines Eingriffs an dem laufenden Motor. Hetzers Vorbild ist die Rennfahrerin Clärenore Stinnes, die in den 1920er Jahren als erste Frau die Welt mit einem Auto umrundete. Die ehemalige Opel-Händlerin und begeisterte Autofahrerin war vor ziemlich genau einem Jahr am Berliner Olympiastadion zu ihrer Reise aufgebrochen. Bereits im rund 100 Kilometer entfernten Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) endete die Fahrt in einer Werkstatt. Dreck hatte sich in einem Zylindern des Motors festgesetzt, hieß es damals. Deshalb habe der Motor gestottert. Er musste komplett ausgetauscht werden.

Der Wagen, mit dem Hetzer die Welt umrunden möchte, ist älter als sie selbst: 85 Jahre. Es handelt sich um einen Hudson („Hudo“) Model Great Eight Coach aus dem Jahr 1930. Aus dem Hubraum von mehr als drei Litern holt der Motor bescheidene 44 Kilowatt – so viel wie heutzutage ein mäßig motorisierter VW Polo.

Nach neuer Planung werde Heidi Hetzer in zwei Monaten wieder in Südamerika unterwegs sein, heißt es auf der Homepage der Weltenbummlerin. Hudo ist derweil im Museo de Autos Antiguos Colección Nicolini (Lima) untergebracht. Für die komplette Reise hat die Rallye-Fahrerin zwei Jahre angesetzt. Nord- und Südamerika fehlen ihr beispielsweise noch.

Von Ulrich Wangemann

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