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Hells-Angels-Rocker schweigt zur Zwangsprostitution

Prozess nach „Artemis“-Razzia Hells-Angels-Rocker schweigt zur Zwangsprostitution

Sie ist jung und verliebt, doch dann soll es zu Gewalt, Drohungen und Drogenexzessen gekommen sein. Am Ende muss sie sich prostituieren, bis die Frau zur Polizei geht und ihren mutmaßlichen Zuhälter anzeigt. Die Ermittlungen werden in Gang gesetzt. Es kommt zu einer Razzia in dem Berliner Großbordell „Artemis“. Der Prozess hat nun mit Hürden begonnen.

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Bei der Razzia im „Artemis“ gab es ein großes Polizeiaufgebot. Eine Prostituierte hatte sich an die Beamten gewandt und von „Zwangsprostitution“ gesprochen.

Quelle: dpa

Berlin. Zwei mutmaßliche Rocker der Hells Angels schweigen im Prozess wegen sexueller Ausbeutung einer 18 Jahre alten Frau. „Keine Angaben zur Sache“, erklärten die Verteidiger der 25- und 43-Jährigen am Montag zu Prozessbeginn vor dem Berliner Landgericht. In Anträgen beantragten sie die Einstellung des Verfahrens sowie die Ablösung der zuständigen Staatsanwältin.

Als Hauptangeklagter gilt der jüngere Angeklagte. Er soll der damals 18-Jährigen eine Liebesbeziehung vorgespielt, sie dann aber unter Anwendung von Gewalt, Drohungen, Alkohol und Kokain zur Prostitution gebracht haben – unter anderem in dem Berlin Großbordell „Artemis“.

Jung, naiv und emotional abhängig

Der 25-Jährige habe die Geschädigte angehalten, Doppelschichten zu arbeiten und 3000 Euro pro Wochenende zu verdienen, heißt es in der Anklage. Er habe ihr erklärt, sie könne „nur seine Freundin sein, wenn sie für ihn anschaffen gehe“. Dem Angeklagten sei bewusst gewesen, dass die aus einer türkischen Familie stammende Frau „jung, naiv und vor allem aufgrund ihrer kulturellen und familiären Prägungen durch die Entjungferung emotional abhängig von ihm war“.

Der Frau war es Angaben zufolge im Februar 2015 gelungen, sich aus der Szene zu lösen. Sie hatte Anzeige erstattet und mit ihren Angaben intensive Ermittlungen ausgelöst. Im April 2016 war es zu einer Razzia in dem Großbordell gekommen. 900 Polizisten, Zollbeamte und Staatsanwälte waren im Einsatz. Es gehe um Hinterziehung von Sozialabgaben, Ausbeutung und Gewaltanwendung, teilten die Ermittler damals mit. Inzwischen kam das Berlin Kammergericht zu dem Schluss, dass Prostituierte in dem Bordell selbstständig tätig seien.

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Kam nicht genug Geld in die Kasse, gab es Schläge

Der 25-jährige Angeklagte soll die Frau in der Zeit von Ende 2013 bis Februar 2015 sexuell ausgebeutet haben. Zunächst habe der 43-jährige Mitangeklagte die Frau in einem sogenannten Laufhaus in Saarbrücken untergebracht. Im Januar 2014 habe der 25-Jährige die Geschädigte an das Großbordell in Halensee vermittelt. Er habe sie geschlagen, wenn sie nicht genügend Geld verdiente.

Der erste Prozessanlauf war im Vormonat geplatzt. Verteidiger hatten zuvor die Gerichtsbesetzung in Bezug auf die Schöffen gerügt. Zu Beginn des Neustarts trennte das Gericht das Verfahren gegen einen dritten Angeklagten ab. Der 27-Jährige fehlte unentschuldigt. Der Prozess wird am 20. Oktober fortgesetzt.

Von Kerstin Rebien

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