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Polizei stellt sich Fragen im Expertenchat

Tipps zum Schutz vor Einbrechern Polizei stellt sich Fragen im Expertenchat

Wenn es im Herbst draußen früher dunkel wird, steigen die Zahlen der Einbrüche. Zwischen Oktober und März wird in Deutschland am meisten eingebrochen wird. Deswegen sollten Haus- und Wohnungsbesitzer nun besonders aufmerksam sein. Tipps zum Selbstschutz gibt die MAZ. Auch die Polizei hat sich im Expertenchat Fragen gestellt.

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Die dunkle Jahreszeit lockt Einbrecher und Diebe regelrecht an. Die Polizei hat Fragen zum Thema auf Facebook beantwortet.
 

Quelle: Julian Stähle

Potsdam.  Im Jahr 2014 verzeichnete die polizeiliche Kriminalstatistik rund 152.000 Einbruchsfälle deutschlandweit – und bestätigte damit den seit Jahren ansteigenden Trend. Besonders häufig wurde dabei zwischen Oktober und März eingebrochen. Aus gutem Grund – denn in der dunklen Jahreszeit sind die Diebe schwerer zu erkennen und eine Flucht ist leichter möglich.

Das Hauptaugenmerk der Einbrecher liegt dabei zumeist auf leicht erreichbaren Fenstern sowie Wohnungs- und Fenstertüren, über die sie schnell in die Wohnungen gelangen können. Die Einbrecher verursachten so im vergangenen Jahr einen Schaden von mehr als 420 Millionen Euro.

Übrigens: Die Polizei Brandenburg bietet auf der eigenen Facebook-Seite am Mittwoch, den 21. Oktober 2015, von 17 bis 20 Uhr einen Expertenchat rund um das Thema „Schutz vor Wohnungseinbrüchen“ an. Ein Team von mehreren Spezialisten der Polizei wird live 3 Stunden lang die Fragen der Facebook-Gemeinde, die öffentlich sichtbar als Kommentare eingehen, beantworten. Anlass für die Aktion ist der bundesweite Tag des Einbruchsschutzes am 25. Oktober 2015.

Einbrecher mit einfachen Tricks „abschrecken“

Haus- und Wohnungsbesitzer sollten daher in den kommenden Wochen und Monaten besonders vorsichtig und aufmerksam sein – und auf den richtigen Schutz achten. Denn schon mit wenigen Kniffen kann man sein Hab und Gut vor Langfingern schützen. Denn klar ist laut Polizeistatistik auch: schaffen es Einbrecher nicht, innerhalb von wenigen Sekunden in ein Haus zu gelangen, lassen sie zumeist von ihrem Vorhaben ab und flüchten. Das belegt auch der in den vergangen Jahren stetig gestiegene Anteil der Einbruchsversuche: So blieben im Jahr 2014 rund 41 Prozent der Einbruchsdelikte im Versuchsstadium stecken.

Die MAZ hat für Sie die wichtigsten Tipps und Tricks zusammengetragen, damit auch Sie möglichst einbruchsfrei durch die dunkle Jahreszeit kommen.

Eingangstüren

Viele Eingangstüren können leicht aufgehebelt werden – weil sie nicht verschlossen sind

Viele Eingangstüren können leicht aufgehebelt werden – weil sie nicht verschlossen sind.

Quelle: LVZ

Tatsache ist, dass viele Außentüren schon allein mit körperlicher Gewalt, also ohne den Einsatz von Einbruchwerkzeug, leicht zu überwinden sind. Daher gibt es einige Grundregeln, an die man sich halten sollte.

So schützen Sie Ihre Eingangstür

1) Auch wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung nur für wenige Minuten verlassen: Ziehen Sie die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie die Tür auch ab – wenn möglich, sogar doppelt.

2) Verstecken Sie Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen! Einbrecher kennen jedes Versteck.

3) Wenn Sie Ihren Schlüssel verloren haben, wechseln Sie umgehend das Türschloss aus. Dies kann zwar mitunter ein paar Euro kosten, doch lieber ein paar Euro investieren, als am Ende vor einer aufgebrochenen Haustür zu stehen.

4) Sollte Ihre Eingangstür über ein Sichtfenster verfügen -> lassen Sie niemals den Schlüssel von innen stecken!

5) Öffnen Sie auf Klingeln niemals bedenkenlos und zeigen Sie gegenüber Fremden ein gesundes Misstrauen. Nutzen Sie auch den Türspion und die Türspaltsperre/Türspaltkette.

Fenster

Fenster und Balkontüren sollten vor dem Verlassen der Wohnung verschlossen werden

Fenster und Balkontüren sollten vor dem Verlassen der Wohnung verschlossen werden.

Quelle: dpa

Oft werden Fenster von Einbrechern schon mit einfachem Werkzeug aufgehebelt. Leicht erreichbare Fenster-, Terrassen- und Balkontüren sind besonders gefährdet.

So schützen Sie Ihre Fenster

1) Verschließen Sie Ihre Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch dann sorgfältig, wenn Sie die Wohnung nur kurz verlassen. Diebe benötigen meist nur wenige Minuten für einen Einbruch inklusive Flucht mit Wertsachen.

2) Vorsicht: Angekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen, auch wenn Sie vielleicht denken: „Da kann doch niemand durchgreifen“. Glauben Sie mir – ein Einbrecher kommt dadurch.

3) Rollläden sollten zur Nachtzeit geschlossen werden. Sie behindern die Einbrecher zwar oft nur kurz, aber da er durch die geschlossenen Rollläden nicht erkennen kann, ob sie da sind oder nicht, wird er in der Regel von einem Einbruch absehen. Wichtig: Rollläden nie am Tage schließen – dies signalisiert dem Einbrecher ihre Abwesenheit und „verführt“ ihn zum Einbruch.

Garage

Einbrecher dringen in Garagen ein, um von dort über die Verbindungstür in das Wohnhaus zu gelangen, aber auch, um aus der Garage Gegenstände zu stehlen. Schließen Sie deshalb Ihre Garage – sofern möglich – immer ab.

Grundstück

Auch Gartentüren sollten stets verschlossen sein

Auch Gartentüren sollten stets verschlossen sein.

Quelle: J. Liebe

Ob Ihr Grundstück für Einbrecher schon von vornherein „einladend“ ist, können Sie durch bewusste Gestaltung selbst beeinflussen. Mit den richtigen Tricks können Sie Einbrecher also bereits am Gartentor abschrecken:

So schützen Sie Ihr Grundstück

1) Schließen Sie Gartentüren, Hof- und Garagentore auch dann ab, wenn Sie zu Hause sind.

2) Mülltonnen, Gartenmöbel, Leitern und Rankgerüste für Pflanzen werden von Einbrechern oft als Aufstiegshilfe genutzt, um höher gelegene Fenster zu erreichen. Sie sollten, sofern möglich, weggeschlossen oder entfernt werden.

3) Telefonleitungen sollten unterirdisch ins Haus führen, damit Ihnen nicht die Verbindung zur Außenwelt „abgeschnitten“ werden kann.

4) Licht wirkt auf Einbrecher abschreckend. Deshalb sollten einbruchgefährdete Bereiche beleuchtet sein. Das Licht kann beispielsweise automatisch durch Bewegungsmelder geschaltet werden.

5) Hecken und Sträucher bieten nicht nur Ihnen Sichtschutz, sondern auch Einbrechern. Vermeiden Sie deshalb dichte Bepflanzung direkt am Haus, insbesondere an einbruchgefährdeten Stellen.

Wertsachen

Wertsachen, die offen in der Wohnung oder im Haus herumliegen, locken Einbrecher an. Sieht der Dieb durch die Fenster also nichts „brauchbares“, könnte er von seinem Vorhaben bereits absehen und die Flucht ergreifen. Aber keine Sorge: Sie müssen jetzt nicht täglich Ihren Flachbildschirm oder die Stereoanlage verstecken. Einbrecher haben es nämlich zumeist nicht auf große Gegenstände, sondern auf Uhren, Schmuck, Bargeld oder Handys abgesehen – diese lassen sich nämlich wesentlich einfacher transportieren und auf der Flucht verstecken. Deshalb gilt: Verwahren Sie solche Wertsachen stets in Schubladen, Schränken, Tresoren (falls vorhanden) oder anderen Verstecken – und schützen Sie Ihre Sachen so vor „diebischen“ Blicken.

Fahrzeuge

Oft werden Auto-Einbrecher von sichtbaren Wertsachen im Fahrzeug angelockt

Oft werden Auto-Einbrecher von sichtbaren Wertsachen im Fahrzeug angelockt.

Quelle: C. Nitsche

Nicht nur Ihre eigenen vier Wände sollten vor dem Zugriff fremder Personen geschützt werden. Auch Ihre Fahrzeuge sollten Sie ausreichend sichern. Hier die wichtigsten Tipps:

So schützen Sie Ihr Auto/Motorrad/Fahrrad

AUTO

1) Ziehen Sie den Zündschlüssel Ihres Autos immer ab, auch wenn Sie nur kurz anhalten, um etwas in einem Geschäft zu besorgen oder einen Brief bei der Post abzugeben. Einem Dieb reichen drei bis sieben Sekunden, um in Ihr Auto einzusteigen und davonzufahren.

2) Lassen Sie Ihr Lenkradschloss immer einrasten.

3) Lassen Sie Wertsachen, Handys, Bargeld, Kreditkarten oder Schecks nicht offen im Auto liegen. Auch der Kofferraum eignet sich hierfür nicht immer als optimales Versteck. Besser: Wertsachen in einen Rucksack oder eine Tasche packen und diese/n einfach mit aus dem Auto nehmen.

4) Lenkradsperren, Schalthebelsperren und Radkrallen sind zum Teil kostspielig, auch die jeweilige Befestigung kann etwas Zeit kosten. Dafür wirken sie als deutlich sichtbare Diebstahlsicherungen auf Täter abschreckend.

MOTORRAD

1) Auch wenn Sie nur kurz vom Motorrad absteigen: Ziehen Sie den Zündschlüssel immer ab und lassen Sie das Lenkradschloss einrasten.

2) Entscheiden Sie sich bei Ketten, Bügeln und Schlössern zum Anschließen Ihres Motorrads nur für „geprüfte Qualität“ und hochwertiges Material, wie durchgehärteten Spezialstahl und massive Schließsysteme. Diese sind für Diebe wesentlich schwerer zu knacken.

FAHRRAD

1) Schließen Sie Ihr Fahrrad mit einer geeigneten Fahrrad-Sicherung immer an einen fest verankerten, stabilen Gegenstand an – auch wenn Sie nur ganz kurz beim Bäcker Brötchen holen oder bei der Post einen Brief abgeben wollen!

2) Einzelne Fahrradteile, wie zum Beispiel ein Fahrradkorb, Kindersitz oder Deko-Artikel, sollten sie separat sichern. Oftmals stehlen Diebe nur auffällige oder nützliche Einzelteile und lassen das Fahrrad zurück.

3) Fahrradschlösser sollten sich niemals mit einfachen Hilfsmitteln oder Werkzeugen wie Kombizange oder Seitenschneider „knacken“ lassen. Nur stabile Bügel- oder Panzerkabelschlösser sind geeignet. Ungeeignet sind dünne Ketten-, Kabel- und Bügelschlösser.

Fazit

Natürlich geben Ihnen all diese Tipps keinen 100%-ig garantierten Schutz vor Einbrechern. Doch mit diesen Tricks können Sie den Einbrecher – vielleicht sogar schon im Vorfeld – von seinem Vorhaben abbringen und Ihre eigenen vier Wände ein Stück weit sicherer machen.

Von Odin Tietsche

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