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Hipparchos und die Helligkeit der Sterne

Sternenhimmel über Brandenburg im Februar 2016 Hipparchos und die Helligkeit der Sterne

Die Tage im Februar werden merklich länger. Der Abendhimmel wird noch immer von den Wintersternbildern beherrscht. Ihre hellsten Sterne bilden das Wintersechseck. Lesen Sie außerdem, was es mit dem Schaltjahr auf sich hat, und über die Leistung des griechischen Astronomen Hipparchos.

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Die Tage werden merklich länger. Am Monatsbeginn geht die Sonne sowohl knapp eine Stunde (54 min) später auf (7.48 Uhr) und auch knapp eine Stunde (52 min) eher (16.52 Uhr) unter als am Monatsende (6.54 Uhr / 17.44 Uhr). Deutlicher merkt man die Veränderung der Tageslänge jedoch abends. Die Länge des lichten Tages nimmt im Februar somit eine Stunde und 44 Minuten zu.

2016 ist ein Schaltjahr , das Monatsende liegt somit auf dem 29. Februar. Die Einführung dieses Schalttages geht zurück auf das Jahr 1582. Papst Gregor XIII. ordnete eine Kalenderreform an, da der astronomische und der kalendarische Frühlingsanfang mehr als 10 Tage auseinanderlagen. Der Umlauf der Erde um die Sonne beträgt nicht genau 365 Tage wie ein Gemeinjahr, sondern 365 Tage, 5 Stunden und knapp 45 Minuten. Also nicht genau 365,25 Tage. Mit dieser Regel wird seitdem eine größere Abweichung der Jahreszeiten vom Kalender vermieden. Nicht jedem ist bekannt, dass diese Schaltjahrregel zu den Jahrhundertwechseln nicht gilt, es sei denn, das kommende Jahrhundert ist durch 400 teilbar. Man gleicht damit die 15 Minuten aus, welche am Vierteltag (6 Stunden) fehlen. Somit war zwar 2000 ein Schaltjahr, 2100 wird jedoch keins sein.

Der Abendhimmel im Februar wird jahreszeitgemäß von den Wintersternbildern beherrscht. Ihre hellsten Sterne bilden das sogenannte Wintersechseck . Wenn man es nicht sofort findet, hilft ein kleiner Trick: Beim Blick an den südlichen Himmel schließt man langsam die Augen zusammen, so, dass immer weniger Sterne zu sehen sind. Die letzten Sterne, die auf dieser Art und Weise „verschwinden“ sind die Sterne des Wintersechsecks. Im Einzelnen sind das Kapella, der nördlichste Stern, welcher heller als die 1. Größenklasse ist, Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon und Pollux (bzw. Kastor, im Uhrzeigesinn).

Kapella hat eine scheinbare Helligkeit von 0m1 und ist somit der sechsthellste Stern, den man am Nachthimmel der Erde sehen kann. Heller sind nur Sirius (-1m43), Canopus (in Mitteleuropa nicht beobachtbar, -0m73), Alpha Centauri (ebenfalls nicht von Mitteleuropa sichtbar, -0m1), Arktur (-0m06) und  Wega (+0m04). Die Helligkeitsangaben basieren auf einer Skala, welche der griechische Astronom Hipparchos (um 190 v.Ch.) erstmals verwendete. Hipparch, wie er auch genannt wird, führte sechs Helligkeitsklassen, damals Größenklassen genannt, ein, wobei die 1. Klasse die hellsten Sterne enthielt. Die Erfindung des Fernrohres, der Fotografie und die Erhöhung der Messgenauigkeit führten zu einer Verfeinerung der Skala und der Einführung negativer Größenklassen. Das Komma wird bei Helligkeitsangaben traditionsgemäß als hochgestelltes „m“ geschrieben, was an „Magnitudo“ = Größenklasse (griech.) erinnern soll.

Im Osten zeigen sich am Abendhimmel die Vorboten des nahenden Frühjahrs. Gegen 20.00 Uhr steht das Sternbild des Löwen , eine Erinnerung an den Nemäischen Löwen, ein Untier, welches durch den Helden Herkules als erste seiner sagenhaften 12 Heldentaten mit bloßen Händen erwürgt wurde. Sein heller Hauptstern Regulus (1m36) ist nicht zu übersehen. Gegen 21.00 Uhr wird unterhalb des Löwen im Osten der Jupiter sichtbar.

Jupiter ist somit der Planet der Nacht. Am 8. März steht er um Mitternacht auf dem Meridian im Süden und nähert sich im Februar seiner Oppositionsstellung. Seine Untergangszeit verlagert sich von 9.22 Uhr am 1.2. auf 7.28 Uhr am 29. Februar. Im Laufe der Nacht werden weitere Planeten sichtbar: Gegen 2.00 Uhr geht der Mars auf, es folgt gegen 4.00 Uhr der Saturn. Kurz vor Sonnenaufgang erscheinen Venus und Merkur über dem Horizont. Die Sichtbarkeitsbedingungen der Venus werden weiter schlechter, da sie ihren Abstand zu uns weiter vergrößert. Ab Mitte März ist sie dann nur noch mit der Sonne zusammen am Himmel, ehe sie am 6. Juni hinter der Sonne verschwindet.

Der Mond beginnt den Februar mit einem Besuch beim Mars. Der abnehmende Halbmond ist am Morgen des 1. Februar nur ca. 3°, das sind sechs Vollmondbreiten, vom Mars entfernt (siehe Abb. "Süden"). Am 6. Februar ist er dann als schmale Sichel (zwei Tage vor Neumond) dicht bei der Venus auszumachen (siehe Abb. "Südosten"). Ab 10. Februar ist der Mond dann zwei Tage nach Neumond wieder als zunehmende Sichel am Abendhimmel zu sehen. Jeden Tag verlagert sich seine Position etwas weiter nach Osten. Gleichzeitig sehen wir mehr seiner von der Sonne angestrahlten Seite. Am 22. Februar ist dann der zweite Vollmond des Jahres, der sogenannte Taumond. In der Nacht auf den 24. Februar „überholt“ der nun schon wieder abnehmende Mond den Jupiter.

Auffällige Sternschnuppenströme gibt es im Februar nicht. Der Meteor von Tscheljabinsk im Februar 2013, bei dem es viele Verletzte und große Sachschäden gab, zeigte uns jedoch, dass es immer wieder unvorhersehbare Überraschungen geben kann…

Von Uwe Schierhorn

Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und aktiv in der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz.

Datenquellen:
Hans-Ulrich Keller (Hrsg.), Kosmos Himmelsjahr 2016, Franck-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, Stuttgart, 2015

www.calsky.com
Abbildungen erstellt vom Autor mit Hilfe von Stellarium 0.14.01 (Freeware)

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