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Historiker-Showdown am Freitag in der Uni

Wissenschaftler-Streit Potsdam Historiker-Showdown am Freitag in der Uni

Ein Symposium an der Universität Potsdam beschäftigt sich mit den Gründerjahren der 25 Jahre alten Einrichtung. Der Historiker Manfred Görtemaker findet, der Mittelbau der Universität habe zunächst aus wenig qualifizierten Lehrkräften der Hochschule Karl Liebknecht bestanden. Gegen diese These wehren sich Professoren der ersten Stunde wie der Physiker Ludwig Brehmer.

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Der frühere BLH-Professor Ludwig Brehmer (rechts) wirft Manfred Görtemaker Ignoranz vor.

Quelle: MAZ-Archiv/ Privat

Potsdam. Das Symposium über den Neuanfang der Universität Potsdam am Freitag schlägt bereits hohe Wellen, bevor auch nur ein Redner das Podium des Auditorium Maximum betreten hat. Der frühere Physikprofessor Ludwig Brehmer hat erneut einen Brandbrief geschrieben, in welchem er einem der Hauptredner der Veranstaltung, dem Potsdamer Geschichtsprofessor Manfred Görtemaker, Ignoranz und „als diffamierend empfundene Äußerungen“ vorwirft. Pikant: Brehmer und Görtemaker sollen am Freitag auf der selben Bühne über die schwierige Zeit der Universitätsgründung miteinander reden.

„Ich habe nur acht Minuten Zeit, um meine Position deutlich zu machen“, sagt Brehmer. Für eine echte Auseinandersetzung sei das zu wenig. Darum hätten er und seine Kollegen der ersten Stunde sich schon jetzt geäußert.

Worum geht es? Manfred Görtemaker hatte Anfang dieses Jahres in einer Ansprache festgestellt, dass die neue Uni Potsdam 1991 fast den kompletten Mittelbau der Brandenburgischen Landeshochschule (BLH), der vormaligen Pädagogischen Hochschule Karl-Liebknecht, übernommen habe. Görtemaker ging es nicht um Stasiverdächtigungen. Er betonte vielmehr, dass die wieder zu Amt und Würden Gekommenen für echte wissenschaftliche Tätigkeit gar nicht geeignet gewesen seien. Das in ihnen versammelte Mittelmaß habe die neue Universität schwer belastet. Gegen diese Mittelmaßtheorie war Brehmer in einem Offenen Brief Sturm gelaufen – ohne Erfolg, wie er nun schreibt.

Görtemaker habe mit seiner These die Uni gespalten, sagt Brehmer. Trotz mehrfacher Appelle der 29 Unterzeichner des Offenen Briefes habe er aber noch keine Belege für die angebliche Inkompetenz der früheren BLH-Wissenschaftler vorgelegt. „Entweder kann er nicht oder will er nicht. Dass die Gründergeneration der Uni in dieser Form dargestellt werden, finde ich fast unerträglich.“ Unabhängig vom Symposium verdiene diese es, mehr gehört zu werden.

Am Freitag werden sich neben Brehmer auch andere Männer der ersten Stunde wie Gründungspräsident Rolf Mitzner oder Ex-Wissenschaftsminister Hinrich Enderlein (FDP) äußern. Enderlein war für die damalige Personalpolitik verantwortlich. Hinzu kommt jedoch die deutsch-englische Historikerin Barbara Marshall. Sie hat in einem Buch die Gründungsverhandlungen dokumentiert. Ihr Fazit: Es ging eher um eine Beschäftigungsmaßnahme.

Symposium – Der schwierige Neuanfang. Freitag, 2. Dezember, 9.30 – 20 Uhr, Auditorium Maximum, Am Neuen Palais 10.

Von Rüdiger Braun

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