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Hitzewarnung für Brandenburg

Sommer, Sonne – über 30 Grad Hitzewarnung für Brandenburg

In Berlin und Brandenburg wird es am Donnerstag so richtig heiß. Die Temperaturen werden auf über 30 Grad steigen – und am Freitag soll es noch heißer werden. Damit steigt auch die Waldbrandgefahr. Für das gesamte Land gilt die dritthöchste Gefahrenstufe.

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Die Sonne strahlt am 30.06.2015 in Wiesbaden Mainz-Kastel (Hessen) durch ein Thermometer. Das Hitzehoch «Annelie» soll den Hessen in den nächsten Tagen hohe Temperaturen bescheren. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle: dpa

Potsdam. Den Berlinern und Brandenburgern steht eine kurze, aber heftige Hitzewelle bevor. “Es wird richtig heiß“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Potsdam. Am Donnerstag sollen die Temperaturen bei viel Sonne auf 30 bis 33 Grad klettern. Am Freitag erreicht das sommerliche Intermezzo dann seinen Höhepunkt: Es seien Höchstwerte von bis zu 36 Grad möglich, sagte der Sprecher.

Gleichzeitig steige aber auch die Unwettergefahr: In der Prignitz im Nordwesten seien gegen Abend vereinzelte Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel möglich. Für den Samstag ist in der ganzen Region mit mehr Wolken zu rechnen. Es drohten erneut Gewitter mit Unwettercharakter, hieß es. Danach würden sich die Temperaturen am Sonntag wieder bei Werten einpendeln, die für die Jahreszeit normaler seien - bei 23 bis 26 Grad. Es kann zudem regnen. Ob das Public Viewing beim Achtelfinale zwischen Deutschland und Slowakei aber ins Wasser fällt, ist noch ungewiss.

Tipps für den richtigen Umgang mit der Hitze

Auto-Klimaanlage richtig einstellen

Der Unterschied zwischen der Temperatur außen und der im Auto sollte nicht mehr als sechs Grad betragen. Sonst drohen beim Aussteigen Kreislaufprobleme, erklärt der ADAC. Tipp: Beim Einsteigen die Anlage kurz auf die kälteste Stufe und Umluft schalten, die Lüftungsdüsen aber wegen Erkältungsgefahr nicht direkt auf den Körper richten. Und: Kurz vor Fahrtende die Klimaanlage ausstellen und nur die Lüftung weiterlaufen lassen. Das reduziert die Feuchtigkeit im System und beugt Bakterien und Pilzen vor. Wer kürzer als zehn Minuten fährt, sollte die Klimaanlage aus lassen und einfach die Fenster öffnen.

Ab 11 Uhr nur noch stoßlüften

An heißen Sommertagen wird am besten gelüftet, wenn es draußen am kühlsten ist - also spätabends oder nachts sowie am frühen Morgen, idealerweise noch vor Sonnenaufgang. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft Co2online rät, spätestens ab 11 Uhr die Fenster und Außentüren nur noch für kurzes Stoßlüften zu öffnen.

Topfblumen nur morgens und abends gießen

Damit an heißen Tagen nicht unnötig viel Wasser aus dem Boden verdunstet, sollten Hobbygärtner ihre Topfpflanzen gießen, wenn es am kältesten ist - also am frühen Morgen oder abends. Darauf weist der Bundesverband Einzelhandelsgärtner hin. An sehr heißen Tagen wird idealerweise morgens und abends gegossen - und am besten immer mit kalkarmem Wasser aus einer Gießkanne ohne Brausekopf.

Hitzefrei gibt es für Arbeitnehmer nicht

Wird es unerträglich heiß, bekommen Schüler mitunter hitzefrei. Bei Arbeitnehmern gibt es etwas Vergleichbares nicht. Zwar ist in der Arbeitsstättenregel ASR A3.5 festgelegt, dass die Temperatur in Arbeitsräumen nicht über 26 Grad liegen soll, teilt die Bundesanstalt für Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz mit. Und nach Paragraf 4 Arbeitsschutzgesetz ist der Arbeitgeber außerdem verpflichtet, die Tätigkeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit vermieden wird. Daraus resultiere aber kein Rechtsanspruch auf klimatisierte Räume oder hitzefrei.

Dünnes Haar erhöht Risiko für Sonnenstich

Bei dünnem oder kurzem Haar ist das Risiko für einen Sonnenstich oder einen Hitzschlag an heißen Tagen besonders hoch. Auch körperliche Anstrengung, Medikamenteneinnahme und zu warme Kleidung begünstigen eine Überhitzung. Darauf weist die Zeitschrift “Naturarzt“ (Ausgabe 7/16) hin. Erhöhte Gefahr besteht auch bei hoher Luftfeuchtigkeit, geringem Luftaustausch oder wenn jemand zu wenig trinkt. Um vorzubeugen, sollte man sich nicht in der Mittagssonne aufhalten, eine Kopfbedeckung tragen, körperliche Anstrengung in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen sowie überhitzte Räume meiden. Für einen Sonnenstich sind Schwindel, Übelkeit oder auch ein heißer, schmerzender Kopf Warnzeichen. Betroffene sollten Kopf und Nacken mit feuchten Umschlägen kühlen und sich mit leicht erhöhtem Oberkörper in den Schatten legen, der Oberkörper ist leicht erhöht. Klingen die Beschwerden nicht ab, ist ein Besuch beim Arzt nötig.

Babys bei Hitze nicht nackt schlafen lassen

Säuglingen reicht an heißen Tagen ein Body mit kurzen Ärmeln, sagt die Hebamme Anne Rickermann vom St. Sixtus-Hospital in Haltern am See. Babys, die jünger als sechs Wochen sind, sollten außerdem dünne Baumwollsöckchen tragen. In warmen Nächten tragen Säuglinge über dem Body eventuell einen dünnen Schlafsack aus Baumwolle. Mütter und Väter können im Nacken des Babys fühlen, ob es schwitzt. Nackt schlafen sollten Babys nicht, da sonst der Bauch zu kalt wird. Wichtig: Die Luft im Zimmer sollte zwar frisch sein, bei Zugluft bekommen Neugeborene aber rasch eine Bindehautentzündung.

Hunde aus Autos nur im Notfall retten

Hundehalter, die ihr Tier an warmen und heißen Tagen im Auto zurücklassen, handeln unverantwortlich. Denn der Brutkasten kann laut Bundestierärztekammer innerhalb kürzester Zeit zur tödlichen Falle werden. Doch dürfen Passanten die Scheibe einschlagen, wenn sie einem Tier helfen wollen? Nur, wenn ein sogenannter entschuldigender Notstand vorliegt, erklärt Rechtsanwältin Daniela Mielchen aus Hamburg. Das sei dann der Fall, “wenn es dem Hund erkennbar so schlecht geht, dass das Warten auf den Besitzer oder die Polizei eine unmittelbare Gefahr für das Leben des Hundes bedeuten könnte.“ Laut Bundestierärztekammer sind eindeutige Anzeichen eines Hitzschlags beim Hund starkes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Apathie, Taumeln oder Krämpfe. Ratsam ist es Mielchen zufolge, die Situation durch Fotos oder Videos zu dokumentieren und sich Zeugen zu suchen.

Waldbrandgefahr in Brandenburg

In Brandenburg warnen Experten vor erhöhter Waldbrandgefahr. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg hat am Donnerstag die Gefahrenstufe 3, also “mittlere Gefahr“, für ganz Brandenburg festgelegt. Zum Freitag könne sogar in einigen Landkreisen die Stufe 4 (“hohe Gefahr“) ausgerufen werden.

Brandenburg verfügt über eine Waldfläche von rund 1,1 Millionen Hektar. 70 Prozent davon sind Kiefernflächen, die besonders brandgefährdet sind, heißt es auf der Homepage des Landesbetriebs. Leichte Sandböden und geringe Niederschläge tragen ebenfalls zur hohen Brandgefährdung bei. Ein Drittel aller Waldbrände Deutschlands ereignen sich in Brandenburg. Die EU stuft Brandenburg in die höchste Waldbrandgefahrenklasse ein und stellt es damit auf die gleiche Stufe wie Südeuropa.

Von MAZonline

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