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Brandenburg Hoch im Kurs: Kredite
Brandenburg Hoch im Kurs: Kredite
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18:14 24.02.2016
OSV-Präsident Michael Ermrich. Quelle: dpa
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Berlin

Was Anlegern derzeit Tränen in die Augen treibt, erfreut alle, die günstige Kredite aufnehmen wollen. Die Niedrigzinsphase stellt die elf brandenburgischen Sparkassen vor Probleme. Halbwegs rentierliche Anlagemöglichkeiten werden händeringend gesucht. Denn die Lust am Sparen ist in der Mark ungebrochen. Allein die Einlagen der Sparkassenkunden stiegen im Vorjahr noch einmal um knapp fünf Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Das gesamte Geldvermögen bei den Brandenburg-Sparkassen wuchs sogar auf 28,3 Milliarden Euro. Das neunte Plus in Folge. Gefragt sind derzeit vor allem täglich fällige Sichteinlagen, die ein Volumen von 10,4 Milliarden Euro ausmachen, ein Plus von 13,2 Prozent gegenüber 2014, wie der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Michael Ermrich, am Mittwoch in Berlin sagte.

Auf der anderen Seite sprudeln die Kredite wie nie zuvor. 2015 vergaben die Sparkassen im Land neue Darlehen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro, rund zwölf Prozent mehr als 2014. Davon gingen 992 Millionen an Selbstständige und Unternehmen sowie rund 1,1 Milliarden Euro an Privatleute. Hoch im Kurs standen Wohnungsbaufinanzierungen, die allein um 23,7 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro kletterten. Insgesamt beläuft sich das Kreditvolumen bei den brandenburgischen Sparkassen auf knapp elf Milliarden Euro.

Weil sich in absehbarer Zeit nichts an den niedrigen Zinsen ändern und die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin Geld in den Markt pumpen werde – nach Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi weitere 1,3 Billionen Euro! – , spielt die Sparkassenorganisation bereits verschiedene Szenarien durch. Es wird nicht nur das Kreditgeschäft weiter kräftig angekurbelt, sondern auch die Kosten werden weiter gesenkt. Ermrichs Vorgabe lautet: „Erträge sichern, eventuelle Rückgänge eindämmen, Sach- und Personalkosten optimieren, Kundenkontakte zukunftsfähig gestalten.“ Es werde allerdings kein „Personalreduzierungsprogramm“ geben, versicherte der OSV-Präsident. Stattdessen werde das Filialnetz den Bedürfnissen der Kunden angepasst. Die Präsenz in der Fläche solle erhalten bleiben. Wenn allerdings nur noch 25 Prozent der Kunden ihre Bankgeschäfte in einer Filiale abwickeln, aber bereits 75 Prozent per Internet, müsse das Konsequenzen haben. Geld von der Sparkasse solle es nicht nur an den bekannten Automaten, sondern künftig auch bei „Bargeldagenturen“, also etwa beim Bäcker oder der Post, geben.

Der Vorschlag von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zur Gründung einer Bundesinfrastrukturgesellschaft werde vom OSV „aufmerksam verfolgt“, meinte Ermrich. Doch nicht nur zur Finanzierung von Autobahnprojekten könne er sich eine Beteiligung der Sparkassen vorstellen, sondern vor allem beim Breitbandausbau sowie bei anderen Investitionen in den Kommunen, etwa in Straßen, Schulen, Kultureinrichtungen. Mit 14,5 Millionen Euro unterstützten Stiftungen der Sparkassen im Vorjahr Sport, Kultur, Jugend, Soziales und Umweltschutz im Land.

Von Reinhard Zweigler

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