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Hochsaison für Rettungstaucher

Sommer 2015 Hochsaison für Rettungstaucher

Brandenburg schwitzt – da lockt der See. Teils endet das Planschvergnügen mit tödlichen Tragödien. Rettungsorganisationen beklagen Nachwuchsmangel und viele unbeaufsichtigte Badestellen.

Taucher Heiko Eisenhauer von der SEG Wasserrettung Fläming-Spreewald bei einer Übung im trüben Wasser des Krimnicksees in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald).

Quelle: dpa

Königs Wusterhausen. Als Heiko Eisenhauer zum ersten Mal eine Leiche aus einem See barg, brauchte er Jahre, bis die Bilder verblassten. „So etwas kann man vorher nicht einüben“, sagt der 45-Jährige. „Dieses Erschrecken in dem Moment, das war das Heftigste.“ In seiner Freizeit arbeitet der Jüterboger ehrenamtlich als Rettungstaucher für das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Sie werden immer häufiger alarmiert, wie Rettungstaucher-Ausbilder Lutz Müller berichtet. „Badeunfälle in Brandenburg nehmen massiv zu.“

Dafür gibt es mehrere Gründe: „Kinder können nicht mehr schwimmen“, meint der 51-jährige Müller. Außerdem seien Badestellen an Strandbädern im Land zunehmend nicht mehr von Schwimmmeistern oder Rettungsschwimmern besetzt.

Im vergangenen Jahr ertranken in Brandenburg 17 Menschen. 2013 waren es vier mehr, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilt. Diese Entwicklung entspricht dem Bundestrend: 2014 ertranken 392 Menschen im Wasser, 54 weniger als im Jahr zuvor.

Wichtig vor dem Tauchgang

Wichtig vor dem Tauchgang: Uwe Grundmann und Carola Wildau von der SEG Wasserrettung Fläming-Spreewald überprüfen die Ausrüstung ihres Kollegen Heiko Eisenhauer.

Quelle: dpa

Die Zahl der Einsätze von Rettungstauchern nimmt dagegen in Brandenburg zu, berichten DLRG und DRK übereinstimmend. Ein Grund sei die Zunahme von Hobby-Skippern. Immer öfter seien Menschen mit sogenannten Partyflößen oder mit einem ausgeliehenen Boot unterwegs – und sind in Unglücke verwickelt.

Eisenhauer kam zum Rettungstauchen durch einen tragischen Unfall, bei dem er ein Familienmitglied verlor. Danach habe er das Bedürfnis gehabt, zu helfen. Und: „Ich war von klein auf eine Wasserratte, acht Wochen Ferien bedeutete für mich acht Wochen Freibad.“ 2004 machte der sportliche Mann mit dunklem Haar dann die Ausbildung zum Rettungstaucher.


Alles in Ordnung

Alles in Ordnung: Heiko Eisenhauer signalisiert vor dem Abtauchen, dass die Ausrüstung einwandfrei funktioniert.

Quelle: dpa

Sein Kollege Müller ist hauptberuflich Schwimmmeister in einem Freibad in Jüterbog (Teltow-Fläming). Seit 2001 ist er auch Ausbilder für Taucher im Rettungsdienst des DRK. Er nimmt auch Prüfungen ab. Beide Männer trainieren an diesem Tag mit Kollegen in einem See in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald). Es gebe Nachwuchssorgen, beklagt Müller. „Es gehen viele, viele Wochenenden für die Ausbildung drauf“, sagt der 51-Jährige. 105 Stunden Ausbildung. Die Zeit würden sich viele nicht mehr nehmen, vermutet er. Aber die aktiven Rettungstaucher hätten sehr viel Spaß, und es gebe einen großen Zusammenhalt.

Das Land unterstützt Katastrophenschutzbehörden mit Fördergeld, wenn es um die Beschaffung von Ausrüstung für Rettungseinsätze geht. Bislang sei so ein Mehrzweckboot beschafft worden, teilt das Innenministerium mit. Das Förderprogramm solle in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.

Bei den Einsätzen der Rettungstaucher geht es aber nicht immer um Menschenleben: Müller musste auch mal nach einem geklauten Schild des Polizeipräsidiums in einem See suchen. Hat er es gefunden? „Na klar“, sagt Müller schmunzelnd.

Von Anna Ringle

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