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Hoffnung für Bahnwerk-Arbeiter in Eberswalde

Bahn unterzeichnet Absichtserklärung Hoffnung für Bahnwerk-Arbeiter in Eberswalde

Bei den Gesprächen über den Erhalt des Werks gab es einen Durchbruch: Die Deutsche Bahn und ein Münchner Investor unterzeichnen einen Fahrplan für Übernahme. Wirtschaftsminister und Opposition in Brandenburg begrüßen den Schritt und hoffen auf eine Einigung. 210 der 325 Arbeitsplätze sollen erhalten werden.

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Im Bahnwerk Eberswalde könnte es weiter gehen – hier unzählige Radsätze lauf dem Gelände.

Quelle: dpa

Potsdam/Berlin. Nach zähen Verhandlungen zeichnet sich für das von Schließung bedrohte Bahnwerk in Eberswalde (Barnim) doch noch eine Lösung ab. Die Deutsche Bahn hat einen möglichen Investor gefunden. Mit der Münchner Quantum Kapital AG wurde eine Absichtserklärung („Letter of intent“) mit einem Fahrplan für die mögliche Übernahme zum 1. Januar 2017 unterzeichnet, wie die Bahn am Donnerstag mitteilte.

Von den derzeit 325 Mitarbeitern am Standort sollen 210 im Rahmen eines Betriebsübergangs an Quantum gehen. Die Investoren garantieren, den Standort für fünf Jahre aufrechtzuerhalten. Bahnchef Rüdiger Grube erklärte, er sei optimistisch, dass nach langen und intensiven Gesprächen ein guter Lösungsweg gefunden wurde. Ein symbolischer Kaufpreis von einem Euro sei vereinbart worden.

Im Herbst 2014 hatte die Bahn angekündigt, das Werk Eberswalde bis Ende 2015 schließen zu wollen. Seither ist die Zukunft des Standorts ungewiss. Als Grund wurde der Rückgang der Aufträge für die Instandhaltung von Güterwagen genannt. Mitarbeiter hatten dagegen protestiert. Land und Kommune bemühten sich zudem intensiv um die Erhaltung des Standortes. Die Bahn hatte das Bahnwerk sogar dem Land angeboten, was das jedoch ablehnte. Für das Eberswalder Werk hatte zwischenzeitlich auch die Eisenbahn Service AG in Putlitz (Prignitz) Interesse angemeldet. Quantum hatte Anfang 2014 von der Bahn den Waggonbau im sächsischen Niesky erworben.

Erfreut über die Absichtserklärung äußerte sich Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Nun bestehe Hoffnung, das Werk entgegen der ursprünglichen Absichten zu erhalten. „Letztendlich ist die Kuh aber erst dann vollständig vom Eis, wenn der Vertrag unterzeichnet ist“, so der Minister. Linken-Fraktionschef Ralf Christoffers sagte, das sei eine wichtige Entscheidung für den Industriestandort Eberswalde und die gesamte Region. Auch Brandenburgs CDU begrüßte den Vorstoß. Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, Dierk Homeyer sagte, die Bahn müsse sich jetzt schnell mit dem Kaufinteressenten einigen. Nach Auffassung des Fraktionschefs der Grünen im Landtag, Axel Vogel, hat der Druck der Stadt Eberswalde, der Belegschaft, der Landesregierung und des Landtags bei der Bahn Wirkung gezeigt. „An deren Vernunft war lange zu zweifeln“, betonte er.

Von Igor Göldner

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