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Hohe Dunkelziffer bei Wölfen alarmiert Jäger

Wolfsmanagement Hohe Dunkelziffer bei Wölfen alarmiert Jäger

Brandenburgs Jäger sind wegen der hohen Dunkelziffer bei Wölfen alarmiert. Die Jäger fordern vom Land verlässliche Zahlen. In Brandenburg soll es mindestens 21 Rudel geben.

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Quelle: dpa

Michendorf. Nicht artgerechtes Verhalten, wenig Scheu vor Menschen oder die Tötung landwirtschaftlicher Nutztiere: Die offenbar zunehmende Zahl von Wölfen alarmiert immer stärker Brandenburger Landwirte und Jäger. Die Dunkelziffer der unter strengstem Schutz stehenden Räuber sei zu hoch, sagte der Präsident des Landesjagdverbandes, Dirk-Henner Wellershoff, am Montag in Michendorf (Potsdam-Mittelmark). In dem Verband sind landesweit rund 14 000 Jäger organisiert.

Seit Ansiedlung des ersten Wolfspaares 2007 ist die Zahl der Tiere in der Mark auf knapp 200 gestiegen. Mindestens 21 Rudel sollen das Land nach jüngsten Angaben durchstreifen.

„Wir wollen den Wolf nicht ausrotten“

Es müsse verlässliche Zahlen geben, wie viele Wölfe unterwegs seien, verlangte er. Im Zusammenhang mit der Evaluierung des Brandenburger Wolfmanagementplanes sollte es landesweite Untersuchungen und ein wissenschaftlich begleitetes Monitoring geben. „Wir wollen die Probleme mit Wölfen begrenzen“, sagte er. Es gehe auch um Rechtssicherheit bei Entschädigungen, sollten Hund oder Jäger während der Jagd angegriffen werden.

Mit dem Landesumweltamt sei gemeinsam eine App für Smartphones entwickelt worden. Sie solle in Kürze zur Verfügung stehen, hieß es. Ohne bürokratischen Aufwand können Jagdkollegen dann Beobachtungen melden. Auch Trittspuren und genaue Aufenthaltsorte werden erfasst oder Kotspuren gesichert. „Wir wollen mehr Licht in das Dunkel der Verbreitung der Wölfe bringen“, sagte der Wolfsbeauftragte des Verbandes, Robert Francke. Und: „Wir wollen den Wolf aber nicht ausrotten.“ 150 Jäger seien bereits als Wolfskundige ausgebildet worden, betonte Francke.

Jäger wollen Lebensraum beschränken

Am Mittwoch kommen in Potsdam zum bereits 4. Wolfsplenum Wolfsexperten, Naturschützer sowie betroffene Landwirte und Jäger an einem Tisch zusammen. Dabei müsse auch die Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes besprochen werden, forderte der Präsident des Landesjagdverbandes. Kranke und sich nicht artgerecht verhaltende Tiere müssen getötet werden dürfen. Derzeit steht der Wolf unter Schutz und darf nicht gejagt werden. Nach Ansicht des Bundesumweltministeriums ist der Bestand nicht so groß, dass man jagen müsste. Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger hat auf der Konferenz seiner Ressortkollegen bereits den Antrag eingebracht, den Schutzstatus zu lockern.

Aus Sicht der Jäger sollte der Lebensraum der Wölfe auf ehemalige Truppenübungsplätze und Braunkohle-Folgelandschaften begrenzt werden. „In Dörfern oder Gewerbegebieten haben sie nichts zu suchen“, betonte Francke. Ein ausgewachsenes Tier frisst drei bis fünf Kilogramm Fleisch am Tag. „In den Wildbeständen ist das bereits sichtbar“, sagte der Jagdverbands-Präsident. Um sich vor dem Angreifer zu schützen, bildeten sich Rotten von bis zu 90 Stück Rotwild. Hielten sich die Tiere auf Feldern auf, entstehe den Landwirten großer Schaden.

Von Gudrun Janicke

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