Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Hohe Hürden für den Abschuss von Wölfen

Wolfsverordnung für Brandenburg Hohe Hürden für den Abschuss von Wölfen

Das Land will Ende des Jahres die erste für Brandenburg in Kraft setzen – sie soll den Umgang mit Problemwölfen regeln. Im Mai wurde der erste Entwurf veröffentlicht und seitdem laufend nachgebessert. Jagd- und Bauernverband finden die Regelungen noch immer viel zu bürokratisch und sprechen von einem „Beruhigungsplacebo für die Weihnachtsfeiertage“.

Voriger Artikel
Wie gut sind Brandenburgs Kitas?
Nächster Artikel
Brandenburgs Bauern stehen auf Glyphosat

Wölfe im Gehege.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Landesregierung hat die geplante Wolfsverordnung nach Einwänden von Verbänden überarbeitet und jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Die Regelung, die noch in diesem Jahr in Kraft treten soll, sieht ein abgestuftes Vorgehen gegen problematische Wölfe vor – bis hin zum Abschuss. Dabei sollen strenge Auflagen gelten. Nur eigens von der Naturschutzbehörde beauftragte Fachkräfte dürfen Wölfe schießen – also: Die örtlichen Jäger sind nicht automatisch befugt. Lediglich informiert werden müssen die Jagdpächter über die „Entnahme“ von Wölfen.

Was im Umgang mit Problemwölfen erlaubt sein soll

Aufs Korn nehmen dürfen diese staatlich bestellten Wolfsjäger Problemtiere, die sich Menschen gegenüber auffällig verhalten nur dann, wenn alle anderen Versuche des „Verscheuchens“ und „Vergrämens“ gescheitert sind. Steinwürfe oder Stockschläge sind allen Menschen gestattet, die sich von einem Wolf bedroht fühlen. Gummigeschosse, Warnschüsse, Elektroschocker und Blendspiegel wiederum dürfen nur von den staatlich beauftragten Fachkräften eingesetzt werden, um die Tiere zu vertreiben – und das nur, sofern die Wölfe höchstens „kleine Hautwunden und Hämatome“ (Blutergüsse) davontragen.

Ein einmaliges Eindringen des grauen Räubers in Nutztierbestände reicht nicht als Abschussgrund aus. Ein Tier oder Rudelmitglieder müssen mindestens zweimal eine Herde attackiert oder zwei verschiedene Herden angegriffen haben, um zum Abschuss freigegeben zu werden.

Das vorliegende Papier, das noch in diesem Jahr in Kraft treten soll, sei „maximal ein homöopathisches Beruhigungsplacebo für die Weihnachtsfeiertage“, heißt es in einer Einschätzung mehrerer Verbände – darunter Landesbauern-, Waldbesitzer-, Jagd-, Angler- und Fischereiverband. Die Vorschläge, wie mit problematischen Wölfen umzugehen sei, seien „nicht durchführbar“ und „praxisfern“, heißt es in der Stellungnahme. Mit der Ernennung „staatlicher Wolfsjäger“ ignoriere das Ministerium das Jagdrecht.

Lesen Sie auch:

> Schweden rät zu Schutzjagd auf Wölfe

> Schäfer fordern Wolfsobergrenze und mehr Geld

> Wann Wölfe erschossen werden dürfen

Von Ulrich Wangemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Sollten die Geschäfte trotzdem öffnen?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg