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Horst Amann abgesetzt

Marathonsitzung des BER-Aufsichtsrats Horst Amann abgesetzt

Nach monatelangem Führungsstreit am neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld (Dahme-Spreewald) greift der Aufsichtsrat durch. Nach einer stundenlangen Beratung wurde beschlossen, dass Technik-Chef Horst Amann seinen Posten als Geschäftsführer verliert - aber so ganz geht er dann doch nicht.

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Horst Amann.

Quelle: dpa

Die Tagesordnung war kurz, doch das Gremium tagte lange: Eigentlich hatte der Flughafen-Aufsichtsrat alle unbequemen Tagesordnungspunkte für das gestrige Treffen getilgt: Die Frage nach dem neuen Eröffnungstermin für den Pannenflughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald), die Frage, wer Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) auf dem Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden folgt und die Frage, wie man mit den beiden Streitgockeln in der BER-Chefetage umgehen soll. Flughafenchef Hartmut Mehdorn und Technikchef Horst Amann liegen seit Monaten im Clinch, und die BER-Kontrolleure aus Brandenburg, Berlin und dem Bund standen ziemlich ratlos vor dieser unappetitlichen Personal-Baustelle. Solange die Regierungsbildung auf Bundesebene nicht abgeschlossen sei, sollten die strittigen Personalfragen verschoben werden, hieß es noch am Dienstag. Doch dann tagte das Gremium lange – verräterisch lange.

Fast zwölf Stunden tagten die 15 Aufsichtsratsmitglieder im Verwaltungstrakt des Flughafens Berlin-Tegel hinter verschlossenen Türen. Der Machtkampf zwischen Mehdorn (71) und Amann (60) war voll entbrannt. Hier der auf schnelle, sichtbare Erfolge drängende Bulldozer Mehdorn, da der akribische Bedenkenträger Amann. Zuletzt hatten beide nur noch schriftlich kommuniziert, sich wechselseitig in Briefen an den Aufsichtsrat die Fähigkeit abgesprochen, das Milliardenprojekt zum Erfolg führen zu können.

Nach zwölf Stunden Marathonsitzung war dann klar: Horst Amann wird nicht mehr für die Inbetriebnahme des Airports verantwortlich sein. Vielmehr soll er sich künftig um die FEW kümmern, eine Tochtergesellschaft der Berliner Flughäfen, zuständig für Energie und Entsorgung. So entsorgt man Führungskräfte.

Es soll eine Lösung sein, bei der alle ihr Gesicht wahren können: Amann, für den eine Anschlussverwendung gefunden wurde. Der Aufsichtsrat, der keine Millionen-Abfindung zahlen muss. Und Mehdorn sowieso, der einmal mehr gezeigt hat, warum man ihn als Bulldozer bezeichnet.

Von Torsten Gellner

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