Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Hortbesuch für alle
Brandenburg Hortbesuch für alle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:21 11.10.2013
Nicht mehr ausgeschlossen: Pia Prüfer darf in den Hort. Quelle: Gabbert
Anzeige

Ein Erfolg für die Eltern behinderter Kinder. Betroffene Familien waren sogar vor Gericht gezogen, um eine Lösung für das Hortdilemma zu erzwingen, denn bislang gilt: Die vom Land gewünschte Inklusion, also der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf, endet mittags. Laut Bundessozialgesetzbuch müssen Eltern die Kosten für eine Begleitperson am Nachmittag selbst tragen. Je nach Behinderungsgrad sind das bis zu 800 Euro im Monat. „Das ist nicht zu machen“, sagt Vater Norbert Prüfer, der eine Elterninitiative ins Leben gerufen hat. Zudem würden behinderte Kinder so zusätzlich benachteiligt.

Die Prüfers aus Caputh (Potsdam-Mittelmark) haben eine Behörden-Odyssee hinter sich. Ihre neunjährige Tochter Pia sitzt im Rollstuhl und besucht die Grundschule im Nachbarort Michendorf. Nach langem Hin und Her erreichten die Eltern mittlerweile, dass ihre Tochter den Hort besuchen kann – und zwar nur durch Kulanz von Gemeinde und Hortleitung, die sich bereit erklärt hat, Pia auch ohne eigentlich benötigten Begleiter aufzunehmen. Zwei männliche Erzieher, die extra eingestellt wurden, helfen nun, wenn das Mädchen in ein anderes Stockwerk getragen werden muss. „Es muss aber eine landesweite Lösung geben“, fordert Norbert Prüfer.

An dieser tüftelt eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Bildungs- und Sozialministerium schon seit Anfang des Jahres. Nun sei das Ergebnis in Sicht, kündigte Sozialminister Baaske gestern an. Wie die Hortkosten zwischen Land und Kommunen aufgeteilt werden, ist noch unklar. Sicher ist aber: Die Eltern sollen nichts bezahlen müssen.

Insgesamt zog Baaske gestern eine positive Zwischenbilanz zur Umsetzung der verbindlichen UN-Behindertenrechtskonvention in Brandenburg. Vor knapp zwei Jahren hat das Land – als zweites nach Rheinland-Pfalz – ein Maßnahmepaket geschnürt, um behinderten Menschen mehr Teilhabe am Leben zu ermöglichen. Unter anderem haben Gehörlose in der Mark inzwischen Anspruch auf einen Dolmetscher bei Behördengängen oder Elternabenden. Zudem gelingt es laut Baaske immer besser, Förderschüler in den normalen Arbeitsmarkt jenseits der klassischen Behindertenwerkstätten zu integrieren.

„Langsam setzt ein Bewusstseinswandel auch in der Bevölkerung ein“, meint der Landesbehindertenbeauftragte Jürgen Dusel. Inklusion betreffe aber nicht nur den Schul- und Hortbereich, auch für ältere Behinderte müsse mehr getan werden. Der Arztbesuch etwa sei für viele Menschen mit Handicap im Flächenland ein Problem, erklärt die Vorsitzende des Landesbehindertenbeirats, Marianne Seibert. Viele Praxen seien nicht barrierefrei, Hausbesuche finden oft nicht mehr statt. „Auch da müssen schnell Lösungen gefunden werden“, fordert Seibert

340000 Märker mit Handicap

In Brandenburg leben laut Sozialministerium rund 340.000 Menschen mit Behinderung, darunter knapp 240000 Schwerbehinderte. Damit gilt fast jeder zehnte Märker als schwerbehindert.

Nur zehn Prozent der Betroffenen sind von Geburt an behindert. 90 Prozent werden erst im Lauf ihres Lebens mit einer Behinderung konfrontiert. Rund 60 Prozent der Menschen mit schweren Behinderungen sind älter als 60 Jahre.

In diesem Jahr gibt das Land rund 340 Millionen Euro zur Förderung Behinderter aus.

Von Marion Kaufmann

Brandenburg Enrico Braun ist „Bester Hirschrufer“ bei den norddeutschen Meisterschaften - Der mit dem Hirsch röhrt

Wer besser als Enrico Braun aus Alt Daber (Ostprignitz-Ruppin) röhrt, muss ein Hirsch sein. Denn am vergangenen Sonntag holte der 42-jährige Hobbyjäger zum dritten Mal den Titel „Bester Hirschrufer“ bei den norddeutschen Meisterschaften im mecklenburgischen Bollewick. Gerne würde den besten "Hirschrufer" Brandenburgs küren.

22.10.2013
Brandenburg Flugplatz bei Eberswalde stand im Brennpunkt des Kalten Krieges - Gefährliche Spiele in Finow

1982 wurde eine Staffel des 787. Jagdfliegerregiments in Finow mit MiG-25 ausgerüstet – mit der speziellen Aufgabe, der lästigen „Blackbird“ aus Amerika entgegenzutreten. Damit stand ein eher beschaulicher Flugplatz bei Eberswalde im Brennpunkt des Kalten Krieges. Die Welt trennte damals 20 Sekunden von einem heißen Krieg.

22.10.2013
Brandenburg Gewaltexzess in einem Modeladen in Eberswalde - 15 Jahre Haft für Mord an Freundin

Ein junger Mann sticht mitten in einem Bekleidungsgeschäft immer wieder auf seine Ex-Freundin ein. Die 23-Jährige stirbt. Der Mörder soll für 15 Jahre ins Gefängnis. Er konnte die Trennung nicht verkraften und hat seine Ex-Freundin gehasst, urteilt der Richter.

09.10.2013
Anzeige