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Hundefreunde treffen sich in Satzkorn

Zu Hause in... Satzkorn Hundefreunde treffen sich in Satzkorn

Der Hunde-Treff Satzkorn ist ein privater Verein, der sich der sanften Sozialisierung der eigenen Hunde verschrieben hat. Sonntags und mittwochs treffen sich die Mitglieder, 21 sind es derzeit, auf dem Vereinsgelände, das sie mit eigener Hände Arbeit hergerichtet haben. Ziel ist es, die Bindung zwischen Hundeführer und Hund zu stärken.

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Trainerin Heidi Hanke auf dem Hundeparcours im Potsdamer Ortsteil Satzkorn.

Quelle: Foto: Marcel Kirf

Satzkorn. Als Laila das erste Mal zum Hunde-Treff Satzkorn kam, war sie ein sogenannter Problemhund. „Wenn ich den Verein nicht gehabt hätte mit meiner Maus, hätte ich das wahrscheinlich nicht hinbekommen“, sagt Besitzerin Sabine Kellermann. Zu dieser Zeit war mit Laila wenig anzufangen, der Schäferhund-Sheltie-Mischling hatte Angst vor Männern, vor dunklen Durchgängen und lauten Geräuschen. Man kann nur spekulieren, was ihr zugestoßen ist. Aus einem Brandenburger Tierheim kam Laila zu Sabine Kellermann, war zuvor aus einer Tötungsstation in Polen befreit worden. Jetzt spielt die Hündin vergnügt mit den anderen Tieren der Hunde-Treff-Mitglieder. Und gehorcht, wenn ihr Frauchen ihr einen Befehl zuhaucht.

Das Hobby steht im Vordergrund, nicht der Leistungssport

„Bei uns ist jeder Hund willkommen“, sagt Vereinsvorsitzender Uwe Zimmer. Der Haustechniker und seine Frau Birgit besitzen selbst einen zwölfjährigen Labrador und einen elfjährigen Terrier. „Aber wir sind keine Hundeschule“, betont er. Der Hunde-Treff Satzkorn sei ein privater Verein, der sich der sanften Sozialisierung der eigenen Hunde verschrieben hat. Sonntags und mittwochs treffen sich die Mitglieder, 21 sind es derzeit, auf dem Vereinsgelände, das sie mit eigener Hände Arbeit hergerichtet haben. Ein 120 mal 25 Meter großer Hundeplatz ist so entstanden. Wippen und Tunnel, Brücken und andere Hindernisse stehen auf dem Rasen neben der Vereinslaube für die Menschen. Alle Gerätschaften sind selbst gebaut. Zwei weitere Flächen schließen sich an diesen Freibereich an: ein „Arbeitsplatz“ mit einem Longierzirkel und weiteren Hindernissen und noch eine Spiel- und Erziehungswiese. Die Teilung der Plätze ermöglicht die gleichzeitige Arbeit mit zwei oder drei Gruppen oder die Trennung von Welpen und großen Hunden bei der Erziehung.

In diesem Jahr feiert der Hunde-Treff Satzkorn sein zehnjähriges Bestehen. Neben Uwe Zimmer, der von einem anderen Verein kam, gehörte die ehrenamtliche Trainerin Heidi Hanke zu den 13 Gründungsmitgliedern. Auch sie betont, dass der Spaß bei der Hundeerziehung im Verein im Vordergrund steht – auch für die Tiere. „Wir setzen auf zwangloses und stressfreies Training“, so Hanke. Motivation erhalten die Vierbeiner durch Spiel und Lob. Das große Sozialisierungstraining beginnt mit einem „Morgenkreis“: alle Hunde werden auf dem Platz im Rund versammelt. Die erste Aufgabe für die Tiere: „Kein Theater machen“. Sie dürfen ihren Herrchen und Frauchen nicht hinterherlaufen, auch wenn diese sich einige Meter weit entfernen. Sie sollen in dieser Phase nicht auf Entdeckungstour gehen, miteinander spielen oder bellen. Und sie müssen auf Befehle reagieren: Sitz! Platz! Bleib! 15 bis 30 Hunde nehmen an dieser Grundgehorsamkeitsübung normalerweise teil, „der Rekord liegt bei 42“, sagt Heidi Hanke. Danach geht es in die einzelnen Gruppen.

Tier und Mensch sollen als Team zusammenwachsen

Dann wird die Bindung zwischen Hundeführer und Hund gestärkt: Leinenführigkeit, Reagieren auf Rufe, lebenspraktische Übungen. Bälle und Schwungtücher kommen hier zum Einsatz, aber auch große oder für die Tiere verwirrende Gegenstände, die ihnen im Alltag begegnen können: Krückstöcke, Rollatoren, Nordic Walking-Stöcke oder Rollkoffer. Auf den Hindernisstrecken wird unter anderem Agility trainiert. Bei dieser Hundesportart geht es um die möglichst fehlerfreie Bewältigung der einzelnen Gerätschaften, immer in direkter Reaktion zum Hundeführer. „Aber auch hier betreiben wir keine Leistungsarbeit“, so Hanke, es gehe um die Bewegung und die „Freude am Spaß“. Tier und Mensch sollen als Team zusammenwachsen. Ältere Hunde, die aufgrund bereits abgenutzter Knochen und Gelenke nicht mehr springen sollen, können sich hier in einer sanfteren Variante austoben, dem sogenannten Degility.

Bis zur Begleithundeprüfung ist die Ausbildung beim Hunde-Treff Satzkorn möglich. Auch den sogenannten Sachkundenachweis, der Voraussetzung für die Prüfung ist, kann im Verein erworben werden. Wer mit seinem Tier Agility aber ernsthaft als Sportart betreiben möchte, muss das zusätzlich in einem anderen Verein tun, so Uwe Zimmer. Doch den meisten Mitgliedern geht es eher wie Inge Stab. Auch die Groß Glieneckerin hat mit dem Podenco-Mix Zoumi einen Problemhund übernommen. Der ehemalige Straßenhund aus Spanien war sehr ängstlich, teilweise aggressiv. Das habe sich nach nur wenigen Wochen im Verein verändert, berichtet Stab. Und es werde ständig besser. „Ich merke, wenn Sonntag Training war“, sagt Inge Stab, „weil der Hund dann am Montag besser hört.“

Von Marcel Kirf

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