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ICE-Entführer muss in Berlin vor Gericht

Potsdamer Richter: Ein „Staatsschutzdelikt“ ICE-Entführer muss in Berlin vor Gericht

Bei einer Fahrkartenkontrolle in einem ICE kurz vor Nauen (Havelland) dreht ein junger Mann durch. Er zückt eine Schreckschusspistole und schießt um sich. Kurze Zeit später wird er jedoch überwältigt und der Schaffner zieht die Notbremse. Der Mann stellte politische Forderungen. Deswegen wird der Prozess jetzt von Potsdam nach Berlin verlegt.

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In Nauen stürmte die Polizei den Zug.

Quelle: Andreas Kaatz

Potsdam. Sieben Monate nach einer Geiselnahme in einem ICE von Berlin nach Hamburg hat das Landgericht Potsdam den Fall an das Kammergericht Berlin abgegeben. Es bestehe hinreichender Tatverdacht auf ein Staatsschutzdelikt, erklärte der Vorsitzende Richter Jörg Tiemann am Montag.

Geiselnehmer ist bewaffnet

Benjamin S., ein 24-Jähriger aus Künzelsau (Baden-Württemberg), hatte in Potsdam gestanden, den Intercity aus politischen Motiven gekapert zu haben. Er habe mit einer Schreckschusspistole den Zugchef und bis zu sechs Passagiere bedroht. Um sich Respekt zu verschaffen, schoss der Mann damals in einen Sitz. Dann forderte er vom Zugchef, dass dieser ein Schreiben mit Forderungen am Telefon vorliest.

Benjamin S. gesteht politische Motive

Darin verlangte er, dass der Bundespräsident, die Kanzlerin und der Bundesaußenminister „auf das Schärfste“ missbilligen sollten, dass Palästina als eigenständiger Staat anerkannt wird. Zudem sollten 500 000 Euro an ihn gezahlt werden.

Fahrgäste überwältigen den Bewaffneten

Einigen Passagieren war es gelungen, den Mann zu überwältigen. Dabei lösten sich drei Schüsse aus der Pistole. Bei dem Zwischenfall wurde zum Glück niemand verletzt.

Benjamin S.: Eine „Herzensangelegenheit“

Beim Prozessauftakt hatte der Angeklagte über seine Tat gesagt: „Es war eine Herzensangelegenheit“. Das palästinensische Hamas-Regime sei unmenschlich – darauf habe er aufmerksam machen wollen.

Weitere Infos folgen.

Von MAZonline

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