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Brandenburg Azubis sollen gratis Bus und Bahn fahren
Brandenburg Azubis sollen gratis Bus und Bahn fahren
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00:50 02.05.2018
Die IHK will ein kostenloses Azubis-Ticket für Brandenburg. Quelle: dpa
Potsdam

Im Kampf um Fachkräfte-Nachwuchs will Brandenburgs Wirtschaft die Ausbildung attraktiver machen. Jüngster Vorstoß: ein kostenloses Nahverkehrs-Ticket für Auszubildende. „Es wäre ein wichtiges Signal und ein gutes Marketing für den Wirtschaftsstandort Brandenburg, wenn das Land in die Mobilität von jungen Leuten investieren und ein Azubi-Ticket finanzieren würde. Das wäre mal ein echter Beitrag zur Fachkräftesicherung“, sagte Peter Heydenbluth, Präsident der Industrie- und Handelskammer Potsdam, im MAZ-Gespräch.

Zuschlag auch für Autonutzer

Ähnlich wie Studierende, die mit ihrem Semesterticket quer durchs Land fahren dürfen, sollten auch Auszubildende unterstützt werden. „Dafür muss das Geld da sein“, sagte Heydenbluth und verwies auf die übrig gebliebenen Mittel für die abgesagte Kreisgebietsreform. „Damit soll doch in die Zukunft des Landes investiert und die Attraktivität in der Fläche erhöht werden“, sagte Heydenbluth. Jugendliche mit einem Auto – auf das viele in der Fläche angewiesen sind – müssten einen entsprechenden Mobilitätszuschlag erhalten, fordert die Kammer.

Peter Heydenbluth, Präsident der Industrie- und Handelskammer Potsdam. Quelle: Julian Stähle

Fahrtkosten für Azubis entscheidender Kostenfaktor

Hintergrund des Vorstoßes der Kammer, die 76.000 Unternehmen in Brandenburg vertritt, ist der wachsende Druck auf dem Ausbildungsmarkt. Aktuell sind etwa im Bezirk der Kammer rund 1000 Lehrstellen offen. Gerade auf dem Land wären Fahrtkosten für Auszubildende ein entscheidender Kostenfaktor, heißt es. Außerdem wollen Brandenburgs Betriebe verstärkt um Berliner Jugendliche buhlen.

IHK sieht das Land in der Pflicht

Viele Firmen würden die tarifliche Ausbildungsvergütung zur Nachwuchsgewinnung durch Extras aufstocken, so Heydenbluth. So würden sie etwa Essengeld zahlen oder Tankschecks ausreichen, um attraktiver zu werden. „Wir sehen zusätzlich das Land in der Pflicht, die Wirtschaft zu unterstützen“, sagte er.

Applaus von der Gewerkschaft

Mit ihrer Forderung ist sich die Wirtschaft einig mit den Gewerkschaften. „Wir fordern ein Ausbildungsticket schon seit Jahren“, sagte Christin Richter, Bezirksjugendsekretärin beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Berlin-Bradenburg. Wohnort, Ausbildungsbetrieb und Berufsschule lägen oft weit auseinander. „Dass Auszubildende 60 Kilometer fahren müssen, kommt schon mal vor“, sagt Richter.

Auch die Grünen sind dafür

Bei den Grünen rennt die IHK offene Türen ein. Der Brandeburger Landesverband sprach sich beim Parteitag vor einer Woche dafür aus, dass sowohl Schüler als auch Azubis kostenlos Bus und Bahn fahren dürfen. „Es geht uns um Gerechtigkeit. Auf dem Land müssen viele lange Wege zurückliegen“, sagte Landeschef Clemens Rostock.„Wir sollten aber keine überhöhten Erwartungen schüren“, so Rostock. Die Entscheidung für eine Lehre hänge von vielen Faktoren ab.

Vorbild ist Thüringen

Vorbild für ein kostenloses Azubi-Ticket ist Thüringen. Dort ist die Idee der rot-rot-grünen Landesregierung allerdings inzwischen eingeschmolzen auf ein vergünstigtes Angebot des Verkehrsverbunds, das vom Staat unterstützt wird. Es soll mit dem nächsten Ausbildungsjahr im Herbst eingeführt werden. Die Kosten sind noch unklar.

Von Torsten Gellner

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