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IHK-Chef: Klage gegen Stimming kein Racheakt

Aufräumen bei der IHK Potsdam IHK-Chef: Klage gegen Stimming kein Racheakt

Die IHK Potsdam hat ihren Ex-Präsidenten Victor Stimming auf 250 000 Euro Schadenersatz verklagt. Hintergrund sind die Untreue-Vorwürfe, die von der Staatsanwaltschaft bestätigt wurden. Es geht nicht um Rache, erklärt IHK-Chef Mario Tobias den ungewöhnlichen Schritt. Vielmehr will er der Kammer ein neues Leitbild verpassen.

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IHK-Chef Mario Tobias

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Potsdam, Mario Tobias, hat die Schadenersatzklage gegen den früheren Kammerpräsidenten Victor Stimming im Gespräch mit der MAZ verteidigt. Die Kammer habe versucht, sich außergerichtlich mit Stimming zu einigen. „Wir haben viele Gespräche geführt, ihm auch lange Zeit gelassen. Aber das hat nicht zu einem Ergebnis geführt, das wir als verantwortungsvolle Kammer gegenüber unseren Beitrag zahlenden Mitgliedsunternehmen hätten vertreten können“, sagte Tobias. Ein Gericht müsse jetzt die Sache klären. „Es geht nicht um Rache oder Genugtuung, sondern um Rechtsprechung.“

Die Staatsanwaltschaft wirft Stimming Untreue vor

Die IHK fordert von Stimming 250 000 Euro Schadenersatz. Der langjährige Präsident soll sich auf Kosten der Kammer bereichert haben. Unter anderem geht es um die Nutzung von luxuriösen Dienstwagen, fragwürdige Auftragsvergaben und darum, dass Stimming in seinem Bauunternehmen eine Sekretärin der IHK eingesetzt haben soll. Auch die Staatsanwaltschaft Potsdam hat in dieser Woche Anklage gegen den ehemaligen Wirtschaftslobbyisten erhoben. Sie wirft ihm Untreue und Betrug vor.

Erste Interessenten für die Villa Carlshagen

Die Verschwendungsaffäre war vor knapp zwei Jahren ins Rollen gekommen, die Kammer ist noch immer mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. So hatte Stimming veranlasst, die Villa Carlshagen in Potsdam zu kaufen, um darin ein Schulungszentrum unterzubringen, das die Kammer eigentlich gar nicht braucht. Die Villa wird derzeit saniert. Der Kostenrahmen von 5,25 Millionen Euro wird laut Tobias nicht überschritten. Anschließens soll das Haus verkauft oder vermietet werden, kündigte Tobias an. „Wir haben einige Gespräche mit Interessenten – sei es Kauf oder Vermietung – geführt, es gab auch mehrere Besichtigungen, aber noch keine direkten Verkaufsverhandlungen“, sagte er.

Kammer will sich neues Image verpassen

Bei der Vollversammlung im November will sich die Kammer ein neues Leitbild geben. Das soll die Kammer zu einer der „führenden Kammern Deutschlands“ machen, sagte Tobias. Vor allem der Service für die Mitglieder solle stärker im Vordergrund stehen. „Ein ganz wichtiger Punkt ist das Werben um Fachkräfte – von der Ausbildung bis zur Unternehmensnachfolge“, sagte Tobias. „Am Herzen liegt unseren Mitgliedern auch die Entwicklung im ländlichen Raum, dort braucht man unseren Service ganz besonders.“ Da es immer wieder Kritik an zu hohen Rücklagen und Mitgliederbeiträgen gab, will die IHK-Führung die Beiträge erneut senken und auch die Ausbildungsgebühren erlassen.

Von Torsten Gellner

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