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Brandenburg IHK-Präsidentin Fernengel kündigt Rückzug an
Brandenburg IHK-Präsidentin Fernengel kündigt Rückzug an
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00:19 02.09.2017
Beate Fernengel kandidiert nicht mehr als IHK-Präsidentin. Quelle: IHK
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Potsdam

Die Präsidentin der Potsdamer Industrie- und Handelskammer (IHK) hat überraschend ihren Rückzug bekanntgegeben. „Ich trete bei der Wahl nicht mehr an“, sagte sie der MAZ. „Es war eine tolle Zeit, ich konnte viel bewegen, aber für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt zu sagen: Ich ziehe mich zurück.“

Damit steht der mächtigste Wirtschaftsverband Brandenburgs – die IHK Potsdam hat mehr als 70 000 Mitgliedsunternehmen – vor einem Führungswechsel. Fernengel begründete ihren Rückzug damit, dass sie sich wieder stärker ihrem Unternehmen widmen will. Sie habe die Entscheidung bewusst gefällt. „Die letzten vier Jahre Kammerarbeit an vorderster Front ist etwas, worauf ich sehr stolz bin“, sagte sie.

Stephan Knabe und Peter Heydenbluth konkurrieren um das Amt

Vor allem aber steht ihr Rückzug im Zusammenhang mit inzwischen zwei Gegenkandidaten, die am 13. September um das Präsidialamt kämpfen. Zunächst hatte der Potsdamer Steuerberater Stephan Knabe seinen Hut in den Ring geworfen und angekündigt, dass er das Profil der Kammer schärfen wolle. Er hatte der IHK unter Fernengels Führung einen Kuschelkurs vorgeworfen. Nun kündigte auch der Recycling-Unternehmer Peter

Der Oranienburger Unternehmer Peter Heydenbluth will IHK-Präsident werden. Quelle: Ulrike Gawande

Heydenbluth aus Oranienburg (Oberhavel) gegenüber der MAZ seine Kandidatur an. Der 56-Jährige rückte vor fünf Jahren ins ehrenamtliche Präsidium der Wirtschaftskammer auf. „Ich will die Kammer nicht neu erfinden, aber weiterentwickeln“, sagte er. Vor allem auf dem Land wünschten sich viele der in der Kammer organisierten Unternehmer mehr Gehör in Potsdam.

Rückendeckung für einen Kandidaten

Beate Fernengel, die als Unternehmensberaterin arbeitet, begrüßte gegenüber der MAZ ausdrücklich Heydenbluths Kandidatur: Sie habe in den vergangenen Jahren gut mit ihm im Präsidium zusammengearbeitet. Sie stehe hinter seiner Bewerbung. „Er sieht das Amt sicher nicht als Machtinstrument. Er ist der Richtige“, sagte sie.

Damit spielte sie auf die Ära Victor Stimming an, die vor vier Jahren spektakulär zu Ende gegangen war. Er hatte die Kammer als Präsident 15 Jahre lang geführt. Am Ende stolperte er über Untreuvorwürfe. Kammermitglieder sprachen von einem autoritären „System Stimming“, das die Kammer beherrscht habe. Ein Untreue-Prozess gegen Stimming war schon zwei Mal abgesagt worden. Die Ärzte des 66-Jährigen bescheinigten ihm Verhandlungsunfähigkeit. Die Staatsanwaltschaft lässt das prüfen.

Weitere Kandidaten könnten noch dazustoßen

Fernengel übernahm das Präsidentenamt im Herbst 2013 zunächst kommissarisch und wurde ein halbes Jahr später von der Vollversammlung der IHK bestätigt. Gemeinsam mit dem neuen Hauptgeschäftsführer Mario Tobias unterzog sich die Kammer einem Reformkurs. So verabschiedete die Vollversammlung ein Leitbild für mehr Transparenz und begann, die angehäuften Mitgliedsbeiträge zurückzuzahlen.

Der Kammerbezirk der IHK Potsdam erstreckt sich über ganz Westbrandenburg und ist mit mehr als 70 000 Mitgliedern mit Abstand die größte Wirtschaftsvertretung in Brandenburg. In der neu gewählten Vollversammlung, die am 13. September erstmals zusammenkommt, sitzen 75 Unternehmer aus dem gesamten Kammerbezirk. Sie bestimmen den neuen Präsidenten. Dabei kann es durchaus noch zu weiteren Überraschungen kommen. Die Kandidatenliste wird erst am 13. September bei der Tagung geschlossen.

Von Torsten Gellner

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