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„Ich will die Beziehungen zu Israel neu beleben“

Interview mit Ingo Senftleben (CDU) „Ich will die Beziehungen zu Israel neu beleben“

Brandenburgs CDU-Landes- und Fraktionschef Ingo Senftleben war drei Tage in Israel und kehrte am Freitag nach Deutschland zurück. Im MAZ-Gespräch erläutert er, warum seine erste Auslandsreise in seinem Amt unbedingt nach Israel gehen musste. Er rät zu engeren wirtschaftlichen Kontakten und empfiehlt Kooperationen von Start-ups und bei Erneuerbaren Energien.

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CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben

Quelle: Gartenschläger

Potsdam. Drei Tage weilte Brandenburgs CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben (42) in Israel. Er war zu Gesprächen in Jerusalem und mit Ramallah auch im palästinensischen Autonomiegebiet. Am Freitag kehrte er zurück.

Das ist Ihre erste Auslandsreise als Fraktionschef. Warum Israel?

Das hat mit unserer Vergangenheit zu tun. Wer Zukunft gestalten will, sollte sich mit der eigenen Geschichte befasst haben. Ich war in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. In der Allee der Gerechten unter den Völkern habe ich einen Kranz für Maimi von Mirbach niedergelegt, die in Potsdam in der Nazizeit Juden vor den Nazis versteckt hat. Da schließt sich auch der Kreis zu Brandenburg.

Was verbindet das Bundesland Brandenburg mit Israel?

Brandenburg pflegt seit langem intensive Kontakte zu Israel. Der frühere Ministerpräsident Matthias Platzeck war bis 2013 regelmäßig dort. Seither ist es etwas ruhiger geworden – auch zum Bedauern der Gesprächspartner, die ich getroffen habe. Mein Anliegen ist es, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zu Israel weiter gestärkt werden. Das geht nur über regelmäßige Treffen. Derzeit haben rund 40 brandenburgische Unternehmen Kontakte nach Israel. Und da will ich einen Beitrag leisten und die Beziehungen neu beleben.

Sie waren als Oppositionspolitiker unterwegs, also nicht in einer offiziellen Regierungsdelegation. Wen haben Sie getroffen und worum ging es?

Ich wollte in der konfliktreichen Region beide Seiten kennenlernen. In Ramallah in den palästinensischen Gebieten traf ich mich mit Unternehmern. Ich führte auch ein Gespräch mit dem Wirtschaftsberater von Palästinenser-Chef Mahmud Abbas. In Jerusalem traf ich den Leiter für internationale Beziehungen im Büro des israelischen Premierministers.

Gab es für Sie neue Erkenntnisse, von denen Brandenburg konkret profitieren könnte?

Israel ist eine Start-up-Nation. Es wäre doch toll, wenn Brandenburg mit der Nähe zur Start-up-Metropole Berlin diese Erfahrungen mit nutzen könnte. Ich habe auch großes Interesse von Firmen an Kooperationen im Energiebereich gespürt. In Ramallah ging es viel um Erneuerbare Energien. Das hat auch mit der Abhängigkeit von Israel bei der Energieversorgung zu tun. Ich habe Kooperationen mit der Brandenburgisch Technische Universität angeregt und will da auch dran bleiben.

War der Eklat zwischen Außenminister Gabriel und Ministerpräsident Netanjahu ein Thema?

In jedem Gespräch. Das ging schon beim Taxifahrer los. Die Eskalation wird von vielen bedauert. Ich denke, dass Gabriel letztendlich nicht anders handeln konnte, er hätte aber die Termine im Vorfeld besser kommunizieren können.

 

Von Igor Göldner

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