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Brandenburg Der Jumbo kommt nach Tegel
Brandenburg Der Jumbo kommt nach Tegel
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18:25 10.10.2017
Groß und laut: Die Boeing 747-400 verursacht bis zu 84,9 Dezibel. Quelle: Foto: imago
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Berlin

Es wird laut in der Einflugschneise des Flughafens Tegel. Die Lufthansa will im November über 60 mal eine Boeing 747-400 in Berlin starten und landen lassen – eine der größten und lautesten Passagiermaschinen. Grund für den Einsatz der Jumbojets sei eine besonders hohe Ticketnachfrage für die Strecke Frankfurt-Berlin, erklärte ein Sprecher. Die Kranichlinie erwartet, dass nach der Insolvenz der Air Berlin, die zum 28. Oktober ihren Flugbetrieb endgültig einstellen wird, zahlreiche Passagiere auf die Flüge der Lufthansa ausweichen werden.

Normalerweise fliegen vor allem die deutlich kleineren Maschinen vom Typ Airbus A320 den Flughafen Tegel an. Für den Jumbo, der sonst vor allem auf Transatlantik-Routen eingesetzt wird, müssen in Tegel nun wesentlich mehr Menschen auf einmal abgefertigt werden. Das zweitgrößte Passagierflugzeug der Welt mit einer Flügelspannweite von 65 Metern fasst bis zu doppelt so viele Gäste pro Flug.

„Der Flughafen kann es. Aber er ist dafür nicht gebaut“

In Tegel, wo im Gegensatz zu vielen anderen Airports die Sicherheitskontrollen noch direkt am Gate abwickelt werden, ist das keine alltägliche Aufgabe. „Der Flughafen kann es. Aber er ist nicht dafür gebaut“, sagte Flughafen-Sprecher Daniel Tolksdorf. Gemeinsam mit der Lufthansa suche man nach einer Lösung, die Menschenmassen abzufertigen. Die Fluggesellschaft verlängert dafür extra ihre Zeitfenster für das Boarding. Man habe die besondere Situation berücksichtigt und eingeplant, versicherte ein Lufthansa-Sprecher.

Die Anwohner müssen sich vor allem auf zusätzlichen Lärm einstellen. Mit bis zu 84,9 Dezibel bei Start und Landung wird die in die Jahre gekommene Boeing 747-400 in die Kategorie 5 eingeordnet – und ist damit eines der lautesten Passagierflugzeuge der Welt. Vor allem im Vergleich mit dem kleineren Airbus A320, der in Kategorie 4 eingestuft ist, wird es also deutlich lauter.

Rückschlag für Anwohner

Für Anwohner Klaus Dietrich von der Bürgerinitiative „Tegel endlich schließen!“ ist das – nach der Niederlage beim Volksentscheid über den Weiterbetrieb des Flughafens – ein weiterer Rückschlag: „Schon beim Start eines A350 kann man sich draußen im Garten nicht unterhalten. Beim Jumbo können wir uns nur noch nach drinnen verziehen.“ Die Initiative hat deswegen eine Beschwerde bei der Lufthansa und der zuständigen Senatsverwaltung in Berlin eingereicht. Nun warte man auf eine Antwort.

Der Jumbo-Einsatz soll allerdings eine Ausnahme bleiben. Bislang plane man nach November keine weiteren Flüge der Boeing 747-400 von und nach Tegel, sagte ein Sprecher. Doch auch da ist Klaus Dietrich von der Bürgerinitiative noch skeptisch. Der Rentner glaubt, dass mit der Begründung eines erhöhten Passagieraufkommens auch nach Ende November weiter Jumbos in Tegel landen könnten: „Wir befürchten, dass das nur der Auftakt ist.“

Die Boeing 747-400: ein Auslaufmodell

Laut, groß und veraltet: Der Jumbo vom Typ B747-400, der im November mehr als zweimal täglich Tegel anfliegt, ist ein Auslaufmodell. Einen rund 30 Prozent leiseren Nachfolger, die B747-8, gibt es seit 2005. Sie wird von der Lufthansa auf den Langstrecken eingesetzt.

In Tegel dagegen kommen noch die alten Jumbos zum Einsatz – und die sind laut. Ein 500 Meter entfernter B747-400 ist so laut wie ein Güterzug, der mit 100 Kilometern pro Stunde in 25 Metern vorbeirauscht. Immerhin: Je lauter das Flugzeug, desto mehr muss die Airline zahlen. Der Jumbo kostet in Tegel pro Start und Landung jeweils 515 Euro.

Von Ansgar Nehls

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