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Brandenburg Im Test: Bahn-Mitarbeiter mit Körperkameras
Brandenburg Im Test: Bahn-Mitarbeiter mit Körperkameras
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18:16 14.07.2016
DB-Sicherheitsmitarbeiterin mit Bodycam. Quelle: dpa
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Berlin

Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr bundesweit 950 Angriffe auf Mitarbeiter gezählt, zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Zwei Drittel der Übergriffe betrafen Sicherheitskräfte“, berichtet Bahn-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke. Zu deren Schutz und um Konflikte zu entschärfen, verspricht er sich viel vom Einsatz von Körperkameras, englisch: Bodycams. Das Projekt dazu stellten Bahn und Bundespolizei am Donnerstag vor.

Was ist eine Bodycam?

Eine kleine Videokamera, die an der Brust oder auf der Schulter angebracht wird. Bei einigen Modellen ist ein Mini-Bildschirm integriert, etwa halb so groß (2,5 Zoll) wie der heutiger Smartphones. Bei Bahn und Bundespolizei wird die Brustkamera verwendet, teils mit Monitor.

Wo sollen die Körperkameras eingesetzt werden?

Polizisten oder Bahn-Sicherheitspersonal sollen sie an Konflikt-Schwerpunkten tragen. Dazu zählen große Bahnhöfe besonders dann, wenn an Wochenenden Fußballfans unterwegs sind oder junge Leute zu Volksfesten und anderen Großveranstaltungen fahren.

Wie wird der Einsatz der Kameras begründet?

Bahn-Sicherheitschef Rischke stellt fest: «Die Gesellschaft wird leider roher.» Und: «Der Respekt vor Uniformen hat abgenommen.» Die Bodycams verschafften den Sicherheitsleuten mehr Autorität, weil sie Straftaten aufzeichnen könnten. Ein Angreifer werde abgeschreckt: «Er muss sich auf dem Bildschirm selbst sehen.»

Wie verläuft der Test?

An drei Bahnhöfen in Berlin - Ostbahnhof, Alexanderplatz und Zoologischer Garten - probieren Bahn-Sicherheitsleute den Umgang mit dem Kamerasystem sechs Monate lang aus. Die Bundespolizei testet bereits seit Jahresbeginn. Insgesamt werden sechs Kameras von zwei Herstellern verwendet. Die Mitarbeiter mit Bodycam tragen auf ihren Westen in großen Buchstaben den Schriftzug «Videoüberwachung».

Was wird aufgezeichnet, was gespeichert und wie wird es ausgewertet?

«Die Aufzeichnung wird nur in einer erkennbaren Konfliktsituation per Knopfdruck aktiviert», erläutert Rischke. Anders als bei der Bundespolizei speichern die Geräte der Bahn aber auch die zehn Sekunden ab, die die Kamera vor dem Knopfdruck erfasst hat. Die Kameras laufen daher permanent mit. Alles, was älter als zehn Sekunden ist, wird jedoch automatisch gelöscht. Mit dem Knopfdruck wird dann aus der temporären eine dauerhafte Aufzeichnung. Der Bodycam-Träger kündigt das seinem Gegenüber deutlich an.

Auf die gespeicherten Bilder zugreifen dürfe nur die Bundespolizei, sagt Rischke - und das nur dann, wenn wegen einer Straftat ermittelt werde. Die Daten würden verschlüsselt auf einen Server übertragen. Ton werde nicht aufgezeichnet. Die Vorgaben des Datenschutzes würden damit erfüllt.

Welche Erfahrungen hat die Bundespolizei gemacht?

Der Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin, Thomas Striethörster, zieht nach sechs Monaten Probephase eine rundum positive Zwischenbilanz. Für die Bodycams gebe es eine große Akzeptanz bei Beamten und Bürgern. Kein einziger Polizist mit Kamera sei bisher attackiert worden. Streitigkeiten seien dank der Bodycam schnell zu Ende: «Wenn man die Kamera anmacht, ist Ruhe.» Striethörster spricht sich für eine bundesweite Einführung an Brennpunkten der Kriminalität aus.

Von Bernd Röder

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