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Immer mehr Bagatellfälle in den Notaufnahmen

Brandenburger Krankenhäuser Immer mehr Bagatellfälle in den Notaufnahmen

Zur Behandlung nicht akuter Erkrankungen finden Brandenburger vermehrt den Weg in die Rettungsstellen. Das führt zu erheblichen Problemen und kann im Ernstfall durch verstopfte Wartehalle Menschenleben gefährden. Es gibt viele Gründe, warum sich Menschen für eine Behandlung im Krankenhaus entscheiden.

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Die Notaufnahmen in Brandenburg haben ein Problem.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Notaufnahmen in den märkischen Krankenhäusern werden immer voller, weil sich zunehmend Patienten mit Bagatellerkrankungen behandeln lassen. „Die Rettungsstellen können sich dadurch weniger um die eigentlichen lebensbedrohlichen Fälle kümmern“, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), Christian Wehry.

Bundesweit landen einer neuen Studie zufolge inzwischen jedes Jahr mehr als 20 Millionen Menschen in einer Notaufnahme. Bis zu zwei Drittel von ihnen könnten bedenkenlos von niedergelassenen Ärzten behandelt werden. Das ist nicht nur fahrlässig, sondern auch ökonomischer Unsinn, findet der KVBB-Vorsitzende Hans-Joachim Helming. Die teuren Krankenhausstrukturen seien für die Behandlung von nicht lebensbedrohlichen Akuterkrankungen unwirtschaftlich, sagte er.

Viele Bürger kennen laut KVBB die Bereitschaftsnummer 11 61 17 nicht. Dort bekommt man direkten Kontakt zum Arzt: „Bei diesen telefonischen Gesprächen können wir immer wieder abklären, dass viele Fälle akut, aber nicht lebensbedrohlich sind“, so KVBB-Sprecher Wehry.

Auch die Havelland-Kliniken in Rathenow und Nauen beobachteten in den letzten Jahren eine kontinuierliche Zunahme der Patienten in der Rettungsstelle. „Wenn Erkrankte zu uns kommen, wissen sie oft gar nicht, zu welchem Arzt sie gehen sollen und denken sich: In der Klinik ist alles da“, sagte die Sprecherin der Havelland-Kliniken Babette Dietrich. Viele Patienten klagten über lange Wartezeiten bei Facharztterminen und über ungünstige Sprechzeiten. Oft würden Arztbesuche auch weite Strecken von Patienten voraussetzen, die von Menschen, die sich um ihre Gesundheit sorgen, nicht einfach so zurückgelegt werden könnten. Für viele Patienten sei es zudem ein beruhigendes Gefühl, dass 24 Stunden, auch an Feiertagen und am Wochenende, jemand da ist.

Das Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann verzeichnet seit etwa vier Jahren einen Zuwachs an Patienten in der Notaufnahme. „Ein Drittel der über 48 000 Patienten, die jährlich unsere Rettungsstelle aufsuchen, können ambulant behandelt werden“, sagte die Pressesprecherin des Klinikums Damaris Hunsmann. „Die Spanne reicht von leichtem Schwindel, Husten, erhöhter Temperatur, Durchfall oder Hautflecken bis zu Rücken- oder Bauchschmerzen, die teilweise schon seit Monaten bestehen.“ Patienten kommen mit Diagnosen und Überweisungen ihres Haus- oder Facharztes, aber auch solche, die kurzfristig keine Facharzttermine erhalten haben. Ein weiterer Grund: Potsdam hatte in den vergangenen Jahren einen großen Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen – viele Zugezogene haben noch keine Fachärzte.

Von Melanie Höhn

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