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Imtech-Pleite kam für BER nicht unerwartet

Insolvenz betrifft 960 Baustellen Imtech-Pleite kam für BER nicht unerwartet

Imtech Deutschland ist Pleite, der Insolvenzantrag seit Montag gestellt. Der Flughafen BER in Schönefeld bangt deshalb schon wieder um die geplante Eröffnung 2017. Doch jetzt kam raus: Am Hauptstadtflughafen war man auf die Insolvenz vorbereitet. Indes gibt es 959 weitere Baustellen, die von der Firmenpleite betroffen sind.

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Am BER gehen die Bauarbeiten trotz Insolvenz weiter.

Quelle: dpa

Schönefeld. Der insolvente Gebäudeausrüster Imtech Deutschland wirkt nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters derzeit an 960 Baustellen mit. Die Beschäftigten des Unternehmens setzten ihre Arbeit bislang fort, teilte Peter-Alexander Borchardt am Mittwoch in Hamburg mit. Auch viele der beauftragten Subunternehmen hätten in den vergangenen Tagen weitergemacht.

Zu den Baustellen gehört der künftige Flughafen Berlin Brandenburg (BER) in Schönefeld. Dessen Eröffnung, zuletzt für das zweite Halbjahr 2017 geplant, könnte sich nochmals verzögern. Einen Bericht des Magazins „Focus“, wonach Experten mit einer Verschiebung auf das Frühjahr 2018 rechnen, nannte der Flughafensprecher „reine Spekulation“. Es bleibe dabei, dass eine Arbeitsgruppe mit Baufachleuten und Juristen innerhalb von 14 Tagen Lösungsalternativen erarbeiten solle.

Pleite war Flughafenchef schon länger bekannt

Die Insolvenz des Gebäudeausrüsters Imtech Deutschland hat den Flughafen Berlin Brandenburg nach eigenen Angaben nicht unvorbereitet getroffen. Flughafensprecher Ralf Kunkel bestätigte das. Der Hauptstadtflughafen kann künftig bei wichtigen Teilprojekten auf Alternativen zu Imtech zurückgreifen.

In einer E-Mail schrieb Flughafenchef Karsten Mühlenfeld an den Aufsichtsrat, dass die Flughafengesellschaft „bereits vor ca. sieben Monaten Rahmenausschreibungen für Elektrotechnik-Leistungen (...) am BER gestartet“ habe. Das bedeute: „Wir sind voll handlungsfähig. Wir haben einen rechtswirksamen Vertrag mit einem Rahmenvertragspartner abgeschlossen. Wir können also jederzeit Einzelbeauftragungen vornehmen.“

Auch bei Leistungen für die Klimaanlage, die Sprinkler- und die Sanitärtechnik des Fluggastgebäudes hat Mühlenfeld eine Lösung ohne Imtech ins Auge gefasst. In diesem Bereich gebe es eine Arbeitsgemeinschaft (Arge). Ungeachtet der Schwierigkeiten bei einem Wegfall von Imtech könne man „die Arbeiten auch mit dem zweiten Arge-Partner Caverion eiterführen“, heißt es in der E-Mail.

Mehrere Eröffnungstermine wegen Brandschutz geplatzt

Imtech Deutschland hatte vor einer Woche Insolvenz beantragt. Die Baufirma ist am künftigen Großflughafen für wichtige Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten zuständig, sie arbeitet auch an der Brandschutzanlage. Weil die nicht funktioniert, platzten mehrere Eröffnungstermine für den Airport.

Für Imtech Deutschland bemüht sich derzeit ein Verhandlungsteam des Insolvenzverwalters um einen Massekredit. „Dieser ist unverzichtbar für die störungsfreie Weiterführung der Geschäfte in den kommenden Monaten“, machte Borchardt deutlich. Beim Massekredit handelt es sich um einen spezielle Form des Kredits im Insolvenzverfahren, der bei Gläubigern aufgenommen wird. Mit ihm soll die Zahlungsfähigkeit sichergestellt und der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden.

Pleite wegen Mutterkonzern

Wie Borchardt weiter mitteilte, haben inzwischen Geldinstitute zuvor eingefrorene Bankguthaben von Imtech Deutschland „in hoher einstelliger Millionenhöhe“ freigegeben. „Das schafft schon einmal die Grundlage für unsere Fortführungsbemühungen“, fügte er hinzu. Nach seinen Angaben war der unmittelbare Anlass für den Insolvenzantrag vom 6. August, dass der niederländische Mutterkonzern Royal Imtech anders als vereinbart Schulden in Höhe 21 Millionen Euro nicht an die deutsche Tochter zurückgezahlt habe. Der Mutterkonzern selbst steht nach seinem Antrag, seine Zahlungsverpflichtungen wegen akuter Finanzierungsprobleme auszusetzen, unter einer Art Gläubigerschutzschirm.

Von MAZonline und dpa

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