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In Brandenburg drohen neue Kita-Streiks

Kampf um sechs Prozent Lohnplus In Brandenburg drohen neue Kita-Streiks

Die Kita-Streiks vom vergangenen Jahr sind vielen Brandenburger Eltern noch in böser Erinnerung. Von Frühjahr bis in den Sommer hinein wurden viele kommunale Einrichtungen immer wieder geschlossen. Am Ende erhielten die Erzieher mehr Geld. Doch jetzt müssen sich Eltern wohl schon wieder nach alternativen Betreuungsmöglichkeiten umsehen.

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Quelle: foto: dpa

Potsdam. Brandenburgs Eltern müssen sich wieder auf geschlossene Kitas einstellen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Berlin-Brandenburg schloss Warnstreiks in den kommenden Wochen nicht aus. „Es könnte sein, dass die Beschäftigten noch vor der zweiten Verhandlungsrunde am 11. April demonstrieren, was sie von der Kampfansage der Arbeitgeber halten“, sagte Astrid Westhoff, Ta­rif­ko­or­di­na­torin bei Verdi Berlin-Brandenburg der MAZ. Kommunale Einrichtungen wie Kitas, Behörden wie Zulassungsstellen, aber auch die Bundespolizei in Potsdam oder der Zoll könnten von den Arbeitskampfmaßnahmen betroffen sein.

Vorankündigung für Eltern geplant

Anfang kommender Woche seien in der Region jedoch noch keine Kita-Streiks geplant, so Westhoff. „Es ist guter Brauch, dass wir den Eltern einige Tage vorher Bescheid geben, damit sie sich darauf einstellen können“, sagte sie.

Die Gewerkschaften und die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatten die ersten Tarifgespräche vor knapp zwei Wochen in Potsdam ergebnislos abgebrochen. Sechs Prozent mehr Lohn fordern die Beschäftigten, die VKA lehnten das als überzogen ab.

Verhärtete Fronten

„Die Verhandlungssituation ist schwierig“, erklärte Verdi-Koordinatorin Westhoff. „Die Arbeitgeber sperren sich. Dabei geht es uns nicht nur um Geld“, betonte sie. So halte die VKA an befristeten Beschäftigungsverhältnissen fest und wolle die Leistungen bei der betrieblichen Altersvorsorge kürzen. „Dabei ist Altersarmut schon jetzt für immer mehr Rentner ein Problem“, so Westhoff.

Arbeitgeber: „Fast schon kinderfeindlich“

„Warnstreiks gehören zu den Ritualen von Gewerkschaften, die brauchen das“, sagte Klaus-Dieter Klapproth, Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands Brandenburg. „Aber wenn jetzt schon wieder die Kitas bestreikt werden, halte ich das schon fast für einen kinderfeindlichen Akt.“ Schließlich seien die Kitas bereits im vergangenen Jahr heftig bestreikt worden, und am Ende hätten die Beschäftigten ein gutes Ergebnis erzielt. Damals waren von Frühjahr bis in den Sommer hinein viele kommunale Kitas immer wieder geschlossen worden. Erst im September einigten sich die Konfliktparteien auf ein Lohnplus von 3,73 Prozent. Brandenburgs Kommunen bezifferten die Kosten auf 315 Millionen Euro.

Die Stellschrauben der betrieblichen Altersvorsorge im öffentlichen Dienst müssten neu justiert werden, erklärte Klapproth mit Blick auf steigende Lebenserwartung und Niedrigzinsen. Wegen der gesunkenen Kapitalerträge klaffe bei den Rentenanwartschaften der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Land eine Finanzierungslücke von rund 400 Millionen Euro. Entweder müssten also die Beiträge erhöht oder die Anwartschaften gekürzt werden, so Klapproth.

Von Torsten Gellner

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