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In Brandenburg droht Apotheken-Engpass

Jeder dritte Inhaber bald in Rente In Brandenburg droht Apotheken-Engpass

Vielen Apotheken in Brandenburg droht mittelfristig das Aus: Zahlreiche Inhaber gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Einen Nachfolger zu finden, fällt vielerorts schwer. Besonders in ländlichen Regionen drohen Versorgungsengpässe.

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In ländlichen Gebieten stehen viele Apotheken vor einer ungewissen Zukunft.

Quelle: dpa

Potsdam. Jede dritte Apotheke in Brandenburg steht vor einer ungewissen Zukunft. Etwa ein Drittel der Inhaber der landesweit 575 Apotheken geht nach Angaben der Landesapothekerkammer in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand. Schon heute hat Brandenburg im Ländervergleich die zweitgeringste Apothekendichte. Auf 100.000 Einwohner kommen 23,4 Arzneimittelgeschäfte. Allein in Bremen ist die Quote schlechter (23,0), wie der Branchendienst „Apotheke adhoc“ ermittelt hat. Mecklenburg-Vorpommern etwa kommt auf einen deutlich höheren Wert von 25,6.

Landesapothekerkammer warnt vor Nachwuchs-Problemen

Die Geschäftsführerin der Landesapothekerkammer, Kathrin Fuchs, warnte vor einer problematischen Entwicklung. Zwar ist die Apothekenzahl in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben. Dies könne sich aber bald ändern, sagte Fuchs. Besonders prekär sei die Situation in ländlichen Gebieten.

Das bestätigt auch der Landesapothekerverband, der die wirtschaftlich unsichere Situation vieler Apotheken und den demografischen Wandel als Gründe für fehlenden Nachwuchs nennt. „In den von Ärztemangel betroffenen Regionen ist die Gefahr am größten, dass sich keine Nachfolger für Inhaber-Apotheken finden“, erklärte Sprecher Thomas Baumgart.

Volkssolidarität besorgt über Versorgungsdichte

Die Volkssolidarität Brandenburg mahnte die rot-rote Landesregierung zur Einhaltung der Versorgungsstandards. Das Problem seien nicht die Städte, wo es Apotheken meist in ausreichender Zahl gebe, sagte der Landesvorsitzende Bernd Niederland. Die Wege zu den Arzneimittelgeschäften dürften sich nicht noch verlängern.

Das Landesgesundheitsministerium wies die Kritik als unbegründet zurück. „Natürlich kann nicht in jedem kleinen Dorf eine Apotheke sein“, sagte Sprecher Gabriel Hesse. Die Versorgung sei auch auf dem flachen Land gesichert. Hesse verwies auf dezentrale Rezeptsammelstellen, bei denen Patienten ihre Arzneimittelverordnungen einreichen können und anschließend beliefert werden. „Wichtiger als eine Dorfapotheke ist, dass der Patient zu seinen Medikamenten kommt“, sagte Hesse.

Pharmazie-Studiengang gefordert

Pharmazie-Studium gegen Nachwuchs-Sorgen: Die Landesapothekerkammer fordert die Einführung eines Pharmaziestudiengangs, um dem Mangel an Nachfolgern für inhabergeführte Apotheken zu begegnen. Neben Bremen ist Brandenburg das einzige Bundesland ohne diese Ausbildung.

575 Apotheken gibt es derzeit landesweit. War die Zahl lange Zeit konstant, ist sie zum Jahreswechsel um 0,5 Prozent gesunken. Um eine flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln sicherzustellen, müssen laut Kammer 589 Apotheken täglich dienstbereit sein.

Von Bastian Pauly

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