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In Brandenburg fehlen 1200 Kita-Erzieher

Studie der Bertelsmann Stiftung In Brandenburg fehlen 1200 Kita-Erzieher

Für bessere Personalschlüssel in Brandenburger Kitas fehlen 33,5 Millionen Euro und gut 1200 Erzieher. Das hat die Bertelsmann Stiftung errechnet. Demnach muss das Land die Finanzierung im Kita-Wesen besser steuern. Am Donnerstag präsentiert die Stiftung die Handlungsempfehlungen des Projektes „Kita Zoom“.

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Quelle: dpa

Potsdam. Für bessere Personalschlüssel in Brandenburger Kitas fehlen 33,5 Millionen Euro und gut 1200 Erzieher. Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann Stiftung in der Auswertung des dreijährigen Projektes „Kita Zoom: Ressourcen wirksam einsetzen“. Die Ergebnisse und eine Handlungsempfehlung werden am Donnerstag in der Staatskanzlei Brandenburg vorgestellt.

Um die Kita-Finanzierung zielorientiert zu gestalten, seien mehr Geld und eine bessere Steuerung erforderlich, teilte die Bertelsmann Stiftung mit. In Brandenburg besucht die große Mehrheit der Kinder eine Kita. Bei den unter Dreijährigen liegt der Anteil bei 56,8 Prozent, bei den ab Dreijährigen sind es 97,2 Prozent.

Erzieher betreuen doppelt so viele Kinder wie empfohlen

Brandenburg bleibe beim Personalschlüssel hinter den Empfehlungen zurück, kritisiert die Bertelsmann Stiftung. Das Landeskitagesetz schreibt bei der Betreuung von unter Dreijährigen einen Schlüssel von 1:6 vor. Damit sind Krippenerzieher in Brandenburg rechnerisch für doppelt so viele Kinder verantwortlich wie von der Bertelsmann Stiftung empfohlen (1:3).

In der Praxis gestaltet sich das Betreuungsverhältnis allerdings oftmals noch ungünstiger, wie „Kita Zoom“ gezeigt hat. In drei untersuchten Modellregionen ermittelte die gemeinnützige Organisation ein Betreuungsverhältnis von 1:7,2 in Potsdam und 1:6,9 in Märkisch-Oderland. Lediglich in Brandenburg/Havel wird mit 1:6 das Soll erfüllt.

Bedarf an 10.700 Erziehern

Ab August 2016 gilt in Brandenburg ein verbesserter Personalschlüssel von 1:5 für Kinder unter drei Jahren. Das dreijährige Projekt habe allerdings gezeigt, „dass die gesetzlichen Regelungen darüber hinaus verändert werden müssen, damit auch bei Betreuungszeiten über acht Stunden die zugrunde liegende Personalbemessung durch eine öffentliche Regelfinanzierung realisiert werden kann“, fordert die Bertelsmann Stiftung. Dies gelte auch für die Personalausstattung bei der Betreuung von Kindern ab drei Jahren.

Um die angestrebten Personalschlüssel von 1:5 beziehungsweise 1:12 (für Kinder ab drei Jahre) zu finanzieren, muss das Land laut Bertelsmann Stiftung jährlich etwa 513 Millionen Euro aufwenden. Erforderlich sind demnach 10.670 pädagogische Vollzeitkräfte. Der Mehrbedarf von 1245 Erziehern entspricht zusätzlichen Kosten über 33,5 Millionen Euro.

Bertelsmann Stiftung: Kita-Dialog fortsetzen

Weiteren Reformbedarf sieht die Bertelsmann Stiftung in einer verbesserten Finanzsteuerung. Neben der Nutzung von Steuerungsinstrumenten, wie der Betriebskostensystematik, empfiehlt Vorstand Jörg Dräger, „den initiierten Landesdialog zwischen Vertretern des zuständigen Ministeriums, den Trägern und ihren Verbänden, den Kommunen sowie Fachkräften aus dem Kita-System strukturell zu verankern und fortzusetzen“.

Berechnungsgrundlage des Projekts „Kita Zoom“ sind Stichproben aus den Modellregionen Potsdam, Brandenburg/Havel und Märkisch-Oderland. Zudem nutzte die Bertelsmann Stiftung Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik. Projektpartner war die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Brandenburg.

Von Bastian Pauly

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