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Brandenburg In Brandenburg fehlen Schulleiter
Brandenburg In Brandenburg fehlen Schulleiter
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06:00 13.12.2018
Leere nicht nur im Klassenzimmer. Auch viele Rektorenstellen im Land sind vakant. Quelle: dpa
Potsdam

Nicht nur Fachlehrer, sondern auch Direktoren werden in Brandenburg dringend gesucht. Im laufenden Schuljahr sind noch 33 Posten für Schulleiter und stellvertretende Schulleiter im Land unbesetzt, wie das Ministerium am Mittwoch auf MAZ-Anfrage bestätigte. Die meisten Jobs sind an Grund- und Oberschulen zu vergeben. Hinzu kommen 13 weitere Schulen, die derzeit nur kommissarisch geleitet werden. Die Lehrergewerkschaft GEW warnt vor einer deutlichen Verschärfung des Problems in den nächsten Jahren und begründet das mit der anstehenden Pensionierungswelle. Die Landesregierung spricht von einem „normalen Nachbesetzungsverfahren“.

Gesucht werden Direktoren in allen Schulamtsbezirken. So ist ab dem kommenden Schuljahr etwa an der Potsdamer Theodor-Fontane-Oberschule, dem Rouanet-Gymnasium Beeskow (Oder-Spree), aber auch an kleineren Schulen wie der Havelland-Grundschule Zehdenick (Oberhavel) und der Grundschule Blumenthal in Heiligengrabe in Ostprignitz-Ruppin die Stelle des Schulleiters vakant.

Gewerkschaft: Seit Jahren mangelt es an Bewerbern

GEW-Landeschef Günther Fuchs schätzt, dass in den kommenden Jahren an jeder zweiten der 739 öffentlichen Schulen im Land ein Wechsel an der Spitze anstehe. Vakanzen gebe es in diesem Bereich schon länger, seit Jahren mangele es an Bewerbern. „Wir beobachten auch, dass gestandene Kollegen ihren Posten niederlegen.“ Nach Schätzungen der Lehrergewerkschaft werden von den jetzt rund 19 000 märkischen Pädagogen bis zum Jahr 2024 rund zwei Drittel in den Ruhestand gehen.

Nach Angaben des Bildungsministeriums werden vakante Stellen derzeit kommissarisch besetzt. „Keine Schule ist ohne Leitung, in der Regel übernimmt der Stellvertreter vorübergehend den Posten“, sagt Ministeriumssprecher Ralph Kotsch. Alters- oder krankheitsbedingte Fluktuationen seien kein Grund zur Besorgnis.„Bei den ausgeschriebenen Stellen handelt es sich auch um Jobs, die erst 2020 nachbesetzt werden müssen. Das wollen wir mit unserer Ausschreibung rechtzeitig angehen.“

Immer mehr bürokratische Aufgaben für Pädagogen

Es werde auch deshalb immer schwieriger, Rektorenposten zu besetzen, weil viele Lehrer die große Arbeitsbelastung scheuten, so Gewerkschaftschef Fuchs. „Schulleiter unterrichten, müssen für kranke Kollegen einspringen und darüber hinaus noch Verwaltungsaufgaben übernehmen, die an sie herangetragen werden.“ Hinzu kämen die Themen Inklusion und die Integration von Zuwandererkindern – beides zusätzliche Aufgaben für die Schulen. Auch beim umstrittenen Thema Quereinsteiger fühlten sich die Lehrer allein gelassen, so der Gewerkschaftschef. Fuchs wirft der Landesregierung zudem vor, in die Kompetenzen der Schulen hineinzuregieren. „Lehrern werden immer mehr bürokratische Aufgaben übertragen und es gibt keine Unterstützung.“

Dass die Aufgaben komplex sind, kann auch Olaf Wildgrube bestätigen, der seit neun Jahren als Rektor die Jean-Clermont-Schule in Oranienburg (Oberhavel) leitet und im übernächsten Schuljahr in den Ruhestand wechselt. „Die derzeitige Belastung ist immens. Wir wünschen uns mehr Ruhe und Kontinuität.“ Schule habe sich im Laufe der Zeit verändert, weil viele neue Aufgaben hinzugekommen seien. „Ältere Kollegen sagen, dass sie sich das mit dieser Bezahlung nicht zusätzlich antun wollen.“

Rektoren in Brandenburg verdienen an Grund- und Oberschulen zwischen 300 und 400 Euro mehr pro Monat als „normale“ Lehrer. Doch dieser angesichts der zusätzlichen Belastung eher moderate Zuschlag sei nicht der alleinige Grund, dass sich Lehrer ungern auf den Chefposten bewerben, betont Gewerkschaftschef Fuchs. Auch die fehlende Wertschätzung spiele eine Rolle.

Von Diana Bade

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