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Brandenburg Märkische Innenstädte leiden unter geringem Umsatz
Brandenburg Märkische Innenstädte leiden unter geringem Umsatz
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01:17 18.11.2018
Innenstädte in Brandenburg könnten für Passanten attraktiver sein. Quelle: dpa
Potsdam

Brandenburgs Innenstädte haben ein Attraktivitätsproblem: Sie sind zum Einkaufen und Verweilen nur wenig anziehend; der Einzelhandel verzeichnet dort vergleichsweise geringe Umsätze. Das geht aus dem aktuellen Handelsatlas der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) für das westliche Brandenburg hervor, der der MAZ vorliegt. Danach werden im Einzelhandel jährlich rund 5 Milliarden Euro umgesetzt, die errechnete Kaufkraft der Bevölkerung liegt aber bei 6,4 Milliarden Euro.

Die Gründe dafür werden vor allem in der Nähe zu Berlin gesehen, aber auch in den nur unzureichenden Angeboten des Einzelhandels vor Ort. So werden nur etwa ein Drittel der typischen örtlichen Sortimente wie Bekleidung, Haushalts- und Spielwaren sowie elektrische Geräte in den Innenstädten angeboten.

Hinzu kommt der wachsende Online- und Versandhandel. Die Metropole Berlin zieht Kundenströme an und zugleich aus den märkischen Innenstädten ab. Davon betroffen sind vor allem Regionen im „Speckgürtel“ um Berlin, besonders werden Oranienburg (Oberhavel) und Teltow (Potsdam-Mittelmark) genannt. Dafür wird der regionale Einzelhandel im berlinfernen Raum vergleichsweise stärker angenommen, etwa in Perleberg, Wittenberge, Pritzwalk (alle Prignitz) und Neustadt/Dosse (Ostprignitz-Ruppin). Die höchste Sogwirkung erreichen die einwohnerstarken Städte Brandenburg/Havel und Potsdam.

Im bundesweiten Ranking nur Vorletzter

Die Potsdamer IHK-Region Westbrandenburg ist im bundesweiten Ranking der attraktiven Regionen des Einzelhandels nur Vorletzter – mit einem Einzelhandelszentralitätsindex von 78 Punkten. Wer über der Hunderter-Marke liegt, zieht auch Kundschaft von außen an.

Malte Gräve, Autor der Studie der IHK Potsdam Quelle: privat

„Es muss versucht werden, den Einzelhandel in den Innenstädten zu halten“, sagt Malte Gräve von der IHK Potsdam und Autor des Handelsatlasses. Aus seiner Sicht fehlt es in den Kommunen an einer nachhaltigen Steuerung des Einzelhandels. Es gebe viel zu viele Standorte wie Center und Malls außerhalb der Innenstädte. „Tote Innenstädte sind aber nicht attraktiv.“ Die Städte bräuchten den Einzelhandel, um lebendig zu bleiben, betonte Gräve.

Die Erhebung soll Gewerbetreibenden und Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, Mario Tobias, plädiert für ein City-Management von Kommunen und Wirtschaft. „Wenn man die Wertschöpfung in der Stadt hält, steigen auch wieder die Gewerbesteuern.“

Graf: Sonntagsöffnung lockern

Der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Jens Graf, sagte, es werde immer schwieriger für die Innenstädte, eine Magnetwirkung zu erzielen. Bei den Konsumenten gebe es einen Wandel im Einkaufsverhalten, der sich nicht stoppen lasse. Viele Gemeinden würden aber versuchen, durch Events Menschen in die Stadt zu holen. Graf fordert eine weitere Lockerung der Sonntagsöffnungszeiten.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, äußerte die Sorge, dass sich die Lage des Einzelhandels in Innenstädten noch weiter verschärft. Es seien die falschen Entscheidungen getroffen und der Handel an den Rand der Stadt gedrängt worden. Das Problem sei besonders im ländlichen Raum groß, so Busch-Petersen. Es bräuchte jetzt starke Allianzen, damit die Innenstädte wieder attraktiver würden.

Von Igor Göldner

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