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In Brandenburg pflegen meist die Angehörigen

Pflege In Brandenburg pflegen meist die Angehörigen

Der aktuelle Pflegereport der Barmer-Krankenkasse zeigt: Die meisten Pflegebedürftigen in Brandenburg werden von Angehörigen zu Hause betreut. Allerdings gibt es hier ein Stadt-Land-Gefälle. Vor allem in den ländlichen Regionen bleiben Pflegebedürftige länger in den eigenen vier Wänden. Das hat oft mit noch intakten familiären Strukturen zu tun.

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Quelle: epd

Potsdam. Die meisten pflegebedürftigen Menschen in Brandenburg werden von Angehörigen zu Hause betreut. Das geht aus dem aktuellen Pflegereport der Barmer-Krankenkasse hervor. „Die Art der Pflege – durch Angehörige, mithilfe eines ambulanten Pflegedienstes oder vollstationär, hängt offenbar vom Wohnort ab“, sagte Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Kasse, am Donnerstag. Gründe dafür: oft noch intakte Familienverbände im ländlichen Raum, Traditionen und die langen Wege für private Pflegedienste. Angesichts der regionalen Unterschiede müsse Pflege entsprechend ausgerichtet werden, so Leyh.

Landesweit werden gut 38 Prozent der Betroffenen von Angehörigen gepflegt (bundesweit 33 Prozent). 37 Prozent der betreuungsbedürftigen Märker erhalten Hilfe durch ambulante Pflegedienste, etwa 23 Prozent leben in einer stationären Einrichtung und zwei Prozent in einem Heim für Behinderte.

Am deutlichsten wird das Stadt-Land-Gefälle bei der stationären Pflege. Während in Cottbus ein Drittel aller Pflegebedürftigen im Heim lebt, sind es in der Uckermark nicht einmal 12 Prozent. Der Landkreis mit den meisten pflegenden Angehörigen ist Oder-Spree. Fast 46 Prozent der Pflegebedürftigen werden dort von Familienmitgliedern betreut – zum Vergleich: In Cottbus sind das nur 24 und in Potsdam etwa 30 Prozent.

Mehr als 100.000 Menschen pflegebedürftig

Brandenburg hat fast 2,5 Millionen Einwohner, rund 112.000 davon sind pflegebedürftig. Und dieser Wert wird aufgrund des steigenden Lebensalters zunehmen – laut Prognose des Potsdamer Sozialministeriums bis 2030 um knapp 70 Prozent.

Laut Sozialministerium setzt Brandenburg auf die Strategie „ambulant vor stationär“. Die Unterbringung in stationären Einrichtungen soll vermieden werden, die Betreuung im Quartier habe Zukunft, so das Konzept. „Dort, wo die Menschen leben und alt werden wollen, brauchen wir kleine dezentrale Lösungen“, sagte Sozialministerin Diana Golze (Linke). Brandenburg hatte vor zwei Jahren eine Pflegeoffensive gestartet, mit der kommunale Angebote in der Tagespflege unterstützt werden sollen. Seit 2016 fließt dafür jährlich eine Million Euro aus dem Landeshaushalt.

Barmer-Chefin Leyh verwies auf einen massiv zunehmenden Fachkräftemangel. Derzeit gebe es im ambulanten Pflegebereich in Brandenburg 11.000 Vollzeitstellen und im stationären 13.000. Für 2030 wird ein Rückgang auf 9000 (ambulant) und 11.000 (stationär) erwartet. „Dann wäre nur noch ein Viertel der erforderlichen Pflegeleistungen abgedeckt“, so Leyh.

Von Volkmar Krause

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