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In Potsdam werden Rentner arm, in der Prignitz reich

Studie zur Rente im Jahr 2040 In Potsdam werden Rentner arm, in der Prignitz reich

Statistisch gesehen ist der Osten heute ein Rentnerparadies. Im Schnitt liegen die Altersbezüge höher als im Westen. Aber das wird sich bald ändern. In 25 Jahren werden die höchsten Renten in Süddeutschland gezahlt. Und in Brandenburg wird mancher sein blaues Wunder erleben. Das zeigt eine neue, groß angelegte Rentenstudie.

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Die Renten in Deutschland sind unterschiedlich hoch – und unterschiedlich viel wert.

Quelle: dpa

Potsdam. Niedrige Arbeitslosigkeit und brummende Wirtschaft, aber arme Rentner: Die Landeshauptstadt Potsdam wird für zukünftige Rentner ein vergleichsweise teures Pflaster. Denn das Alterseinkommen wird vergleichsweise niedrig sein. Der Grund: Hohe Lebenshaltungskosten fressen die Rente auf. Wer in günstigeren Regionen lebt – etwa auf dem Land – hat im Alter einen höheren Wohlstand. Er kann sich von seiner Rente mehr leisten. Das ist das Ergebnis einer groß angelegten Studie, die erstmals bis auf Landkreis-Ebene genau für ganz Deutschland untersucht, wie hoch die Renten im Jahr 2040 sein werden und wie viel sie in der jeweiligen Region wert sind. Die Studie wurde vom Forschungsinstitut Prognos im Auftrag des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV) erstellt.

Rentnerparadies Prignitz

Die künftigen Rentnerparadiese werden demnach vor allem auf dem Land liegen – in der Prignitz etwa. Ein Vergleich: Ein Lohnbuchhalter kann in 25 Jahren in Potsdam mit einer Bruttorente in Höhe von 2042 Euro rechnen (Bundesschnitt: 2324 Euro). In der Prignitz ist die Rentenerwartung sogar höher, liegt bei 2108 Euro. Berücksichtigt man aber dazu noch die Lebenshaltungskosten, etwa die deutlich höheren Mieten in Potsdam, dann wird der Unterschied noch deutlicher: Dem Potsdamer Rentner bleiben real nur 1917 Euro, sein Pendant in der Prignitz hat mit seiner Rente sogar eine Kaufkraft von 2359 Euro. Seine Rente „steigt“ also.

Für die Rentenstudie wurden nicht nur unterschiedliche Kosten in den Kreisen berücksichtigt, sondern auch typische Erwerbsbiografien ausgewertet – also verschiedene Berufsgruppen mit ihren Einkommen und typische Brüchen in der Biografie. So werden hier auch Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Kindererziehung berücksichtig. Sonstige Rentenstudien basieren oft auf Durchschnittswerten.

Renten im Osten werden weniger wert sein

Ein Ergebnis der Prognose: Die Renten steigen, können aber mit der Lohnentwicklung nicht schritthalten, so dass die Altersbezüge im Jahr 2040 – gemessen an den vorherigen Einkommen – deutlich niedriger ausfallen als heute. Und während heute der Osten noch als Rentnerparadies gilt (unter anderem, weil hier viele Frauen gearbeitet haben und höhere Renten beziehen), werden künftig höhere Renten vor allem in Süddeutschland gezahlt. Dagegen werden in den nächsten 25 Jahren die heute im Durchschnitt höheren Rentenansprüche in Ostdeutschland gegenüber den Rentenzahlbeträgen im Westen zurückfallen.

Wie viel Rente können Sie in 25 Jahren erwarten? Lesen Sie die Ergebnisse der Studie am Freitag ausführlich in Ihrer Märkischen Allgemeinen Zeitung.

Von Torsten Gellner

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