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Brandenburg Passagierrekord: In Schönefeld fließen noch einmal Millionen
Brandenburg Passagierrekord: In Schönefeld fließen noch einmal Millionen
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00:22 17.12.2018
Der Flughafen Schönefeld wird noch einmal ausgebaut. Quelle: dpa/Settnik
Schönefeld

Die Flughafengesellschaft investiert noch einmal Millionen in den alten Schönefelder Flughafen. Der in die Jahre gekommene Billigflieger-Pier 3a (Ryanair, Easyjet) wird bis zum Frühjahr modernisiert, die zu klein gewordenen Warteräume werden vergrößert. „Wir werden dafür 6,5 Millionen Euro aufwenden“, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag in Schönefeld.

Damit sollen die beengten Verhältnisse unter denen Fluggäste in Schönefeld regelmäßig leiden, ein Ende haben. Der Abflugbereich war 2004 gebaut worden. „Damals flog Easyjet noch mit kleineren Maschinen“, erklärte der Flughafenchef. Die Warteräume seien für 30 Prozent weniger Passagiere ausgelegt.

In den alten Flughafen fließen noch einmal Millionen. Der Airport soll noch bis 2025 am Netz bleiben.

Außerdem werde in Rollwege und Vorfelder investiert. Die Kosten für die Erweiterung der Flugbetriebsflächen liegen bei 22,5 Millionen Euro. „Damit wird das Schönefelder Terminal optimal mit der Nordbahn des neuen Flughafens BER verknüpft“, erklärte Lütke Daldrup. Der alte Schönefelder Flughafen soll noch etwa fünf Jahre über die Eröffnung des BER im Oktober 2020 hinaus am Netz bleiben.

Während der Umbauarbeiten werden die Passagiere in Schönefeld in einer temporären Wartehalle abgefertigt, die im Sommer für 3,6 Millionen Euro entstanden ist. Sie soll nach der Nutzung abgebaut und recycelt werden. Im nächsten Sommer, zur Hauptreisezeit, soll der erneuerte Pier wieder genutzt werden können.

200 Millionen Euro für T2

Parallel dazu wird in den kommenden zwei Jahren an der Nordseite des BER ein neues Lowcost-Terminal T2 errichtet. Es soll mit dem Nordpier des BER über eine Brücke verbunden werden und über einen eigenen Sicherheitsbereich und eine eigene Gepäckabfertigung verfügen. Bis zu 1800 Passagiere pro Stunde – oder sechs Millionen pro Jahr - sollen hier durchgeschleust werden können.

Im November wurde der Auftrag an die Firma Zechbau als Generalunternehmer vergeben. Das Gesamtbudget für dieses Gebäude liegt bei 200 Millionen Euro. Lütke Daldrup geht jedoch nicht davon aus, dass das gesamte Budget ausgeschöpft wird. Im Gegensatz zum komplizierten und architektonisch aufwändigen BER soll es ein einfaches Zweckgebäude sein, „damit die Risiken beim Bau auch beherrschbar bleiben“, sagte er.

Neuer Passagierrekord

Erst vor wenigen Tagen meldete der Flughafen, dass das Passagieraufkommen von 2017 bereits übertroffen ist. Zum Jahresende erwartet Lütke Daldrup fast 35 Millionen Passagiere in Tegel und Schönefeld. Allein in Schönefeld werden in diesem Jahr 13 Millionen Gäste abgefertigt – so viel wie nie.

Selbst wenn sich das neue Terminal T2 verzögern würde, wäre der BER zusammen mit dem alten Schönefelder Flughafen in der Lage, das wachsende Passagieraufkommen zu bewältigen, beteuerte Lütke Daldrup. Simulationen hätten ergeben, dass das Hauptterminal mehr Menschen bewältigen können als die 22 Millionen im Jahr, die einst Flughafenchef Hartmut Mehdorn genannt hatte. „Wir brauchen es nicht zwingend, aber es wäre schön, es zu haben“, sagte Lütke Daldrup. Mit beiden Szenarien werde für die BER-Eröffnung im Oktober 2020 geplant.

Gegen den Ausbau regt sich aber auch Widerstand. Der Bürgerverein Berlin-Brandenburg hatte im Oktober eine Klage beim Oberverwaltungsgericht eingereicht.

Von Torsten Gellner

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